Uni-Tübingen

Ausschreibung im Bereich Geschichtswissenschaften

28.05.2026

BMFTR: Transformationen in der Demokratie

Frist: 31. August 2026 (Zweistufiges Verfahren, Projektskizzen)

Deutschland und Europa stehen vor großen, sich teilweise überlagernden Herausforderungen. Hierzu zählen Kontinuitätsbrüche mit Blick auf die europäische Sicherheitsarchitektur, die Erschütterung des regelbasierten Welthandels, aber auch langfristig wirksame Veränderungen wie die alle Lebensbereiche durchdringende Digitalisierung und der zunehmende Einsatz von KI-Technologien, die durch den Klimawandel erforderliche Transformation und der demografische Wandel. Mit diesen Entwicklungen verbunden sind teils tiefgreifende Transformationsprozesse, die in Lebenswirklichkeiten eingreifen, Gewohnheiten und Besitzstände in Frage stellen und das gesellschaftliche Miteinander herausfordern. Für offene demokratische Gesellschaften, ihre staatlichen sowie zivilgesellschaftlichen Akteure und Institutionen stellt sich damit immanent die Aufgabe, Transformationen kontinuierlich in wechselseitigen Prozessen zu gestalten.

Ziel des vorliegenden Förderaufrufes ist es daher, mit Hilfe sozial- und geisteswissenschaftlicher Forschung neue Erkenntnisse über die komplexen Wechselverhältnisse zwischen gesellschaftlichen Dynamiken und staatlichem Handeln in Transformationsprozessen zu gewinnen. Untersucht werden sollen die Bedingungen, unter denen demokratische Gesellschaften ihre Aushandlungs- und Konfliktlösungsfähigkeit in Zeiten tiefgreifenden Wandels und im Kontext neuer Technologien erhalten und weiterentwickeln können.

Besondere Aufmerksamkeit gilt den Schnittstellen zwischen gesellschaftlichen Gruppen und staatlichen Institutionen, an denen sich in Transformationskontexten Fragen zu normativen Orientierungen, Legitimation, Vertrauen und Teilhabe verdichten. Dies schließt insbesondere die Schnittstellen zwischen Staat und Gesellschaft ein, an denen sich die Herausforderungen demokratischer Willensbildung angesichts zeitgleicher Transformationsbedarfe besonders deutlich zeigen. Dabei gilt es, Ansätze zu identifizieren, die darauf abzielen, Transformationsvorhaben im Dialog zwischen Staat und Gesellschaft zu gestalten und nachhaltig zu legitimieren. Besondere Bedeutung kommt den technologischen Entwicklungen zu, die zunehmend Einfluss auf demokratische Aushandlungsprozesse nehmen. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz und digitalen Plattformen verändert die Formen politischer Beteiligung und Entscheidungsfindung und wirft zentrale Fragen nach Transparenz und Teilhabe auf.

Diese Zielsetzung kann sowohl durch eine theoretische als auch durch eine praxisorientierte Reflexion der jeweiligen Rahmenbedingungen, Strukturen und Prozesse für Transformation im demokratischen Austausch von Staat und gesellschaftlichen Akteuren verfolgt werden.

Insbesondere aus den praxisorientierten Forschungsvorhaben sollen Erkenntnisse für den Umgang mit aktuellen und zukünftigen Transformationen erworben werden. Entsprechend ist ein Transfer der Ergebnisse, Strategien und Maßnahmen an relevante Stakeholder sowie die breitere Öffentlichkeit mit einzuplanen.

Das BMFTR beabsichtigt, sozial-, geistes- und kulturwissenschaftliche Einzel- und Verbundvorhaben zu fördern, die neue Erkenntnisse über die komplexen Wechselverhältnisse zwischen gesellschaftlichen Dynamiken und staatlichem Handeln in Transformationsprozessen gewinnen. Ziel ist die Entwicklung von praxisrelevantem Wissen und Lösungsansätzen dazu, wie die Herausforderungen kontinuierlicher Transformationsnotwendigkeiten im wechselseitigen Vertrauensverhältnis zwischen staatlichen Akteuren und Gesellschaft bewältigt werden können. Dabei ist der Transfer von Erkenntnissen, Lösungsansätzen und Maßnahmen an die relevanten Stakeholder in den Vorhaben jeweils mit einzubinden

Das Antragsverfahren ist zweistufig angelegt.
In der ersten Verfahrensstufe sind zunächst begutachtungsfähige Projektskizzen bis spätestens zum 31. August 2026 vorzulegen.

Weitere Informationen:
https://www.bmftr.bund.de/SharedDocs/Bekanntmachungen/DE/2026/05/2026-05-18-foerderaufruf-demokratische-gesellschaften.html?view=renderNewsletterHtml