Rückblick zur Veranstaltung: Kriegstüchtig? Friedenstüchtig? Lernende im Religionsunterricht beim Thema neuer Wehrdienst begleiten.

Am 9.7.2026 veranstaltete das EIBOR eine Online-Fortbildung für Religionslehrkräfte im BRU. Inhaltlich fokussierte sich diese auf die Debatte um den neuen Wehrdienst und die Folgen für die Schüler:innen im BRU. Diese müssen sich beim Ausfüllen des Meldebogens zu dieser Frage positionieren und eine Gewissensentscheidung treffen. Zugleich sollen Lehrkräfte auskunftsfähig sein und ihre Schülerinnen und Schüler informiert begleiten können. Ziel der Veranstaltung war es daher, religiöse und ethische Argumente zum Thema neuer Wehrdienst auszutauschen, kirchliche Positionen zum Thema zu erschließen und Materialien für den Religionsunterricht vorzustellen. 

In der Veranstaltung waren verschiedene Akteure mit ihren Impulsen eingebunden: Stefan Lemmermeier (Fachberater Katholische Religionslehre und Schuldekan, KIBOR), Stefan Schwarzer (Friedensbeauftragter der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Petra Wassil (Dozentin für den Arbeitsbereich Berufskolleg, PTI der Evangelischen Kirche im Rheinland), Juliane Kleibert (Studienleiterin Allgemeinbildende Gymnasien, RPI Karlsruhe), Frauke Liebenehm (Dozentin für Friedens- und Demokratiebildung, PTZ Stuttgart), Sandra Rodemeister (Fachberaterin Ev. Religionslehre, ZSL Stuttgart). Kooperationspartner waren zudem das KIBOR der Universität Tübingen, das PTZ Stuttgart (Hannah Geiger, Dozentin Berufliche Schulen) und das RPI Karlsruhe (Georg Wagensommer, Studienleiter Berufliche Schulen). Grundlagentexte wie die neue EKD-Denkschrift wurden gesichtet, Materialien geteilt und Gelegenheit zum Austausch gegeben. Auch persönliche Erfahrungen wurden geteilt.  

Nach einer Begrüßung und Einführung in die EKD-Denkschrift von 2025 „Welt in Unordnung – Gerechter Friede im Blick“ durch Prof. Schweitzer und einem Einblick in die Position der Deutschen Bischofskonferenz zur Debatte um den Wehrdienst durch Stefan Lemmermeier gingen die Teilnehmenden schnell in den Austausch über. In einem weiteren Informationsblock präsentierten Sandra Rodemeister, Hanne Schnabel-Henke und Stefan Lemmermeier, Ergebnisse von explorativen Umfragen zum Thema Meldebogen und neuer Wehrdienst in ihren Berufschulklassen. Zudem wurden Aktionen wie z.B. die Initiative „Schulstreik gegen Wehrpflicht“ vorgestellt. Nach einem ersten Austausch wurden von einzelnen Kooperationsparter:innen Impulse zu verschiedenen Aspekten und Perspektiven eingegeben – darunter Juliane Kleibert, Petra Wassil, Frauke Liebenehm und Sandra Rodemeister. Nach einem Einblick in die Arbeit des Friedenspfarramts der ELKW durch Stefan Schwarzer stand der Austausch der Teilnehmenden im Fokus. Besonders die Frage nach dem Ausbau von Kooperationen und dem Bedarf einer Clearingstelle wurden in den Blick genommen. Insgesamt wurde immer wieder die Zerrissenheit zwischen dem Festhalten an einem gerechten Frieden und der Realpolitik bzw. den real empfundenen Bedrohungen verbalisiert. Sie führte zu einer Perspektive, die Gewissensbildung als Auftrag an die  Lehrkraft im Unterricht zu verstehen, welche in Offenheit für andere Positionen ihren eigenen Standpunkt vertreten soll.

Das EIBOR bedankt sich bei allen Mitwirkenden für diese gelungene Veranstaltung und den konstruktiven Austausch. Geplant ist, in einer Folgeveranstaltung die weitere Entwicklung des Wehrdienstes in den Blick zu nehmen und nach friedensethischen Positionen auf der Seite des Islam zu fragen. 

Hier finden Sie Materialien: 

Rückblick zur Veranstaltung: Studientag Pflege am 12.02.2026: Interreligiöse und ethische Kompetenzen in der Pflegeausbildung stärken

Der Studientag fand in der Aula statt und bot Raum für Austausch und Diskussion. Wie können religiöse und ethische Fragen in der Pflegeausbildung so vermittelt werden, dass Auszubildende gut auf die kulturelle und religiöse Vielfalt im Berufsalltag vorbereitet sind? Mit genau dieser Frage beschäftigte sich der Studientag Pflege am 12. Februar 2026 von 9:30 bis 16:30 Uhr an der Käthe-Kollwitz-Schule in Bruchsal. Im Mittelpunkt standen dabei zwei zentrale Anliegen: Zum einen bot der Studientag Raum für den Austausch über diese Thematik und die damit verbundenen Herausforderungen im Ausbildungsalltag, zum anderen wurde der erste neu erschienene Unterrichtsband zu interreligiösen und ethischen Kompetenzen in der Pflegeausbildung vorgestellt. Organisiert wurde die Lehrerfortbildung vom Evangelischen Institut für Berufsorientierte Religionspädagogik (EIBOR) der Universität Tübingen unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. h.c. Schweitzer. Zum Auftakt begrüßte Schulleiter Herr Kußmann die Teilnehmenden in der Aula und machte deutlich, wie wichtig das Thema inzwischen geworden ist. Im Anschluss folgten mehrere Impulsvorträge aus unterschiedlichen Perspektiven: Frau Kaim-Qasem, Fachreferentin für den Bereich Pflege im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, stellte aktuelle Entwicklungen in der Pflegeausbildung vor. Herr Mahler sprach über die Bedeutung einer reflektierten ethischen Haltung im Pflegeberuf und skizzierte den Wandel des beruflichen Ethos in der Pflege. Einblicke in die islamische Klinikseelsorge gab Frau Özdemir, die aus ihrer praktischen Arbeit berichtete. Darüber hinaus stellte die Herausgeberin, Frau Dr. Dubronner, einen neu erschienenen Materialband für den Religionsunterricht in der Pflegeausbildung vor. Dieser bündelt praxisnahe Unterrichtsmaterialien zu (inter-)religiösen und ethischen Fragestellungen im Pflegekontext und versteht sich als hilfreiche Unterstützung für Lehrkräfte während der gesamten Ausbildung. Am Nachmittag konnten die Teilnehmenden aus verschiedenen Workshops wählen. Dort wurden konkrete Unterrichtsideen vorgestellt und gemeinsam erprobt. Gleichzeitig bot sich Raum für Austausch über Erfahrungen aus der Praxis. Thematisiert wurden unter anderem Fragestellungen aus der Kinderkrankenpflege sowie aus der stationären Altenhilfe. Weitere Einblicke in den Klinikalltag gab Herr Alker, der aus der pädiatrischen Praxis berichtete. Ergänzend stellte Frau Prof. Dr. Ries aktuelle Ergebnisse eines praxisbezogenen Forschungsprojekts der Hochschule Ludwigsburg vor. Auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt: Die VABO-Klasse von Frau Ulrike Hechtenberg begleitete den Studientag mit einer vielfältigen Auswahl an Speisen. Am Ende wurde deutlich: Fragen rund um Religion, Ethik und kulturelle Sensibilität gewinnen im Pflegealltag immer mehr an Bedeutung – und damit auch in der Ausbildung der zukünftigen Pflegekräfte.

DER PFLEGEBAND IST ZUM LADENPREIS, ABER PORTOFREI ÜBER DAS EIBOR BEZIEHBAR. BITTE WENDEN SIE SICH AN DAS SEKRETARIAT.