Prof. Dr. Carolin Führer

Forschung

Forschungsinteressen

  • Erinnerungskulturen (Theorie, Empirie, Didaktik)
  • Literatur- und mediendidaktische Rezeptions- und Unterrichtsforschung (Schwerpunkt multimodal literacy und ästhetische Rezeption im Klassenzimmer) 
  • Gattungs- und genresensible Literaturdidaktik (Schwerpunkt Balladen, (Gegenwarts-)Lyrik, Kinder- und Jugendmedien)
  • Fachspezifische Professions- und Professionalisierungsforschung
  • Allgemeine Fachdidaktik 

Methodische Grundlagen (Auswahl)

  • qualitative (Medien-)Rezeptionsforschung
  • rekonstruktive Unterrichtsforschung
  • interpretative Sozialforschung
  • Multimodalitätsforschung
  • Subjektivierungsforschung
  • Qualitative Interviewstudien
  • Systemtheorie
  • Narratologie

Aktuelle Kooperationen/ Projekte

Fachdidaktische Rezeptions- und Unterrichtsforschung

Relativität, Normativität und Orientierung in der fachlichen Bildung

Relativität scheint in einer pluralen und demokratischen Gesellschaft ebenso selbstverständlich wie konfliktär. Sie kann als Gefahr angesehen werden, aber auch ein Bildungsziel bezeichnen, das aus der notwendigen Einsicht in die Bedingtheit und Perspektivität von Erkenntnissen, Überzeugungen und Wertesystemen erwächst. Dies erklärt, warum Relativität auf der einen Seite immer wieder in eine gefährliche Nähe zu Beliebigkeit und Orientierungslosigkeit im Sinne eines Relativismus zu führen scheint oder auf der anderen Seite zu massiven Vereindeutigungsversuchen, z.B. in Gestalt eines politischen oder religiösen Fundamentalismus. Ohne einen angemessenen Umgang mit Relativität ist ein friedliches Zusammenleben in pluralen Gesellschaften, die zunehmend in einem globalen Horizont zu sehen sind, nicht möglich. Diese Situation stellt sowohl den Ausgangspunkt als auch den Hintergrund für die Ausbalancierung von Normen (-bildungen) dar, die der Herausforderung des Relativen nicht ausweichen. Orientierung und Gewissheiten lassen sich in dieser Sicht nur in bewusster Aufnahme und Reflexion des Relativitätsproblems gewinnen. Damit eine solche Perspektive gesellschaftlich wirksam werden kann, muss sie auch in fachliche Bildungsprozesse übersetzt werden bzw. muss ein Bildungsverständnis entwickelt werden, das auf die spezifischen fachlichen Anforderungen der Relativität eingestellt ist. Die fachdidaktische Arbeitsgruppe bietet unter Beteiligung der Erziehungswissenschaft vor diesen Hintergründen die seltene Gelegenheit, Relativität als ein Schnittstellenproblem unterschiedlicher Disziplinen zu entfalten und mit Blick auf Bildung das Potenzial einer multiperspektivischen Bearbeitung von Relativitätsfragen zu demonstrieren (gefördert durch die Fritz-Thyssen-Stiftung und TüSE-Research).

special interest group: Prof. Dr. Carolin Führer (Sprecherin), Prof. Dr. Bernd Grewe (Geschichtsdidaktik und Public History), Prof. Dr. Bernd Tesch (Romanistische Fachdidaktik), Prof. Dr. Uwe Küchler (Didaktik des Englischen), Dr. Uta Müller (Ethik und Bildung am IZEW), Prof. Dr. Dr. h.c. Friedrich Schweitzer (Evangelische Religionspädagogik), Dr. Wolfgang Polleichtner (Didaktik der klassischen Philologien), Prof. Dr. Philipp Thomas (PH Weingarten, Philosophie/Ethik), Prof. Fahimah Ulfat (Islamische Religionspädagogik), Prof. Dr. Marcus Emmerich (Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Inklusion, Heterogenität und Diversität), PD Dr. Jessica Heesen (Medienethik und Informationstechnik)

Flyer zur fachdidaktischen Tagung: "Relativität und Bildung. Herausforderungen und Grenzen des Relativen" (2020)

Poster/Programm zur Ringvorlesung "Wie sich Leistung bewerten lässt. Relativität und Normativität von Beurteilungen" (WiSe 2021)

Cultural Memory Education

Umbruch­ – Bild – Erinnerung. Multidisziplinäre Beziehungsanalysen

Interdisziplinäre Ringvorlesung an der Uni Tübingen im SoSe 2019 Plakat zur Vorlesungsreihe, Publikation "Umbruch-Bild-Erinnerung" erscheint 2021 (gefördert von der Bundessstiftung Aufarbeitung)

 

Cultural Memory in globaler Perspektive  
Germanistische Institutspartnerschaft "Diversität und Gedächtnis" (gefördert vom DAAD) mit der University of Namibia (Prof. J. Augart und Prof. M. Zappen-Thomson), Lehrkooperationen zur Rezeption von Erinnerungsmedien in Deutschland / Südafrika (mit Prof. Dr. A. Horn, Dr. N. Lekgotla laga Ramoupi, M. Crous, u.a.) 

Fachdidaktische Lehrerbildung

Digitalisierung in der Lehrerbildung 

Entwicklung hochschuldidaktischer Module zur Digitalität im Deutschunterricht (Begleitforschung im Rahmen der Drittmittel zur Digitalisierung in der Lehrerbildung in Kooperation mit dem Leibniz-Institut für Wissensmedien und dem TüDiLB).

Nähere Informationen zum abgeschlossenen Projekt finden Sie hier: https://uni-tuebingen.de/de/141831, Materialien (Items etc.) sind auf OSF frei einsehbar osf.io/3en2h/. Eigene Schwerpunkte in Weiterentwicklung des o.g. Projektes liegen in der Ästhetischen Rezeption im digitalen Klassenzimmer und dem Umgang mit Mehrdeutigkeiten in digitalen Lehr-/Lernkontexten.

Desweiteren Beteiligung am Tübinger Portfolio zur Lehrer*innenbildung um lese- und schreibbiografische Reflexionsgelegenheiten zur Relationierung von schulischen und akademischen Lese- und Schreibkulturen zu schaffen. Nähere Informationen zur Konzeption finden Sie unter: uni-tuebingen.de/de/93381.

 Professionalität und Professionalisierung in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung: (In-)Kohärenz zwischen Auffassungen in wissenschaftlichen Publikationen sowie Überzeugungen Dozierender und Studierender im Vergleich von Fachdidaktiken (ProKoh)

Etwa seit der Jahrtausendwende ist in der Forschung zum Lehrerinnen- und Lehrerberuf (Professionsforschung) eine intensive Diskussion um den Wissens- und Kompetenzerwerb, die Reflexivität und damit verbunden die Bewältigung (berufs-)biografischer Entwicklungsaufgaben von (angehenden) Lehrerinnen und Lehrern zu beobachten. Diese theoretische und empirische Forschung zielt auf die Frage, was Lehrerinnen und Lehrer zu Professionellen macht (Aspekt der Professionalität) und wie sich Professionalität in der Lehrerbildung entwickelt (Aspekt der Professionalisierung). Eine Arbeitsgruppe hat vor diesem Hintergrund zum Ziel, über die Grenzen der Bildungswissenschaften und einzelnen Fachdidaktiken hinaus den Diskurs um Professionalität im Lehrerinnen- und Lehrberuf voranzubringen, indem fachspezifische und -übergreifende Vorstellungen und Strategien erörtert und in einem Drittmittelprojekt systematisch untersucht werden (DFG- Antrag ist in Begutachtungsverfahren).

Gegenwartslyrik und Gesellschaftstheorie

Soziologisch fundierte Analysen (v.a. mit Gesellschaftstheorien von Luhmann, Illouz, Reckwitz) zu aktueller Lyrik 

Reihe Didaktik der deutschen Sprache und Literatur

Waxmann-Reihe: Didaktik der deutschen Sprache und Literatur
Herausgeber/innen: Johanna Fay, Carolin Führer, Johannes Mayer, Tanja Rinker


Die „Didaktik der deutschen Sprache und Literatur“, wie es im Reihentitel heißt, differenziert sich zunehmend in zwei Bereiche aus, der Sprachdidaktik und der Literaturdidaktik. Jeder Bereich versteht sich als eigene wissenschaftliche Disziplin mit speziellen Forschungsgegenständen, - fragen und -methoden. Mit der Reihe „Didaktik der deutschen Sprache und Literatur“ soll ein Fokus auf den gemeinsamen (Unterrichts-) Fachbezug gelegt und somit ‚wieder’ Verbindungen beider Teildisziplinen geschaffen werden. Dies kann eine tiefe Integration der beiden Perspektiven meinen, die die Grenzen zwischen ihnen auflöst, wie es zum einen in der Unterrichtspraxis und zum anderen (institutionell) in der Lehramtsausbildung in einigen Bundesländern zu finden ist. Es kann aber durchaus auch eine isolierte Betrachtung beider deutschdidaktischer Felder meinen, sofern ihr Verhältnis zueinander oder kongruente Themenfelder damit erhellt werden. In diesem Spektrum sind sowohl Beiträge zu konzeptionellen und grundlagentheoretischen bis hin zu empirisch-implementativen Untersuchungen willkommen. Dabei sollen Ansprüche und reale Herausforderungen solcher (Forschungs-) Unterfangen offengelegt und in besonderer Weise vor den theoretischen und empirischen Hintergründen aus den germanistischen Bezugsdisziplinen diskutiert werden. Alle Manuskripte müssen vor Aufnahme in die Reihe ein Begutachtungsverfahren positiv durchlaufen. Dafür steht folgender wissenschaftlicher Beirat zur Verfügung:
Sebastian Susteck (Ruhr-Universität Bochum, Literaturdidaktik), Cornelia Rosebrock (Goethe-Universität Frankfurt/Main, Literaturdidaktik), Jan Standke (Technische Universität Braunschweig, Literaturdidaktik), Andreas Krafft (PH Freiburg, Sprachdidaktik), Afra Sturm (FHNW, Sprachdidaktik), Eva Neuland (Bergische Universität Wuppertal, Sprachdidaktik).
Die konsequente Begutachtung sichert den hohen Qualitätsstandard der Reihe.

Ansprechpartner im Waxmann - Verlag: Dr. Sven Solterbeck (solterbeck@waxmann.com).

Band 1: Dissonanzen in der Deutschlehrerbildung

Band 2: Textlose Bilderbücher

Band 3: Sprachbetrachtung im Literaturunterricht