Uni-Tübingen

Ausschreibung im Bereich Informatik

21.07.2026

BMFTR: Robots4CleanTech – Intelligente Robotik für die Umwelttechnik

Frist: 15. September 2026 (Zweistufiges Verfahren, Projektskizzen)

Die CleanTech-Branche nimmt in Deutschland eine zentrale wirtschaftliche Rolle ein. Mit einer Bruttowertschöpfung von 314 Milliarden Euro im Jahr 2023 und einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von etwa 5 Prozent zwischen 2010 und 2023 wächst sie deutlich schneller als viele andere Wirtschaftssektoren. Deutsche Produkte und Dienstleistungen im Bereich der Umwelttechnik genießen international hohes Ansehen und verfügen über erhebliche Exportpotenziale. Zugleich zeigt sich die Dynamik des Sektors in einer hohen Gründungsaktivität. Rund 11 Prozent aller deutschen Start-ups im Jahr 2024 sind im Umfeld klimarelevanter Zukunftstechnologien entstanden.

Trotz dieser Stärken gerät die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands in den Leitmärkten der CleanTech-Industrie zunehmend unter Druck. Der Sektor ist ein dynamischer und global stark umkämpfter Wachstumsmarkt, der, wie viele andere Branchen, durch digitale Technologien und zunehmend verkürzte Innovationszyklen geprägt ist. Vor dem Hintergrund hoher Energie- und Personalkosten in Europa wird ein klarer Vorsprung bei Innovation und Technologie zur entscheidenden Voraussetzung, um bestehende Marktanteile zu sichern, neue Märkte zu erschließen und nachhaltiges Wachstum zu generieren.

KI-basierte Robotiksysteme im Umwelttechnik-Bereich ermöglichen eine präzisere, resilientere und effizientere Gestaltung industrieller Prozesse und Infrastrukturen und können dadurch die Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft, die Erhöhung der Ressourceneffizienz und die Resilienz technischer und natürlicher Systeme befördern. Beispielsweise können Sortier- und Recyclingprozesse automatisiert, Prozesse, Stoffströme und Emissionen überwacht und komplexere Inspektions- und Wartungsaufgaben übernommen werden.

Die Förderung von KI-gestützter Robotik im CleanTech-Leitmarkt ist somit ein entscheidender Baustein, um Deutschlands technologische Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, den Übergang zu einer zukunftsfähigen Wirtschaft zu beschleunigen und neue Wachstumschancen für Unternehmen zu erschließen.

Ziel der Förderung ist die Entwicklung KI-basierter robotischer Systeme für Anwendungen in der Umwelttechnik, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen zu stärken und zusätzliche Wertschöpfung im CleanTech-Sektor zu generieren. 
Die geförderten Forschungsprojekte sollen innovative Robotik-Komponenten und -Systeme für den CleanTech-Bereich entwickeln sowie prototypisch erproben, die zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft, zur Erhöhung von Ressourceneffizienz und -souveränität sowie zu resilienteren technischen Infrastrukturen und natürlichen Systemen beitragen.

Ein besonderer Fokus wird auf Lösungen mit hohem wirtschaftlichem Verwertungspotenzial und klarer Marktein-führungsperspektive gelegt, wodurch der Transfer von Forschungsergebnissen in marktfähige Produkte und Dienstleistungen im Umweltsektor beschleunigt werden soll. Damit unterstützt die Maßnahme Innovationen sowohl zur kurzfristigen Erschließung von Marktvorteilen als auch zur langfristigen Positionierung deutscher Unternehmen am Markt.

Zweck der Zuwendung ist die Förderung von Verbundvorhaben, in denen innovative intelligente robotische Systeme für konkrete Anwendungen in den CleanTech-Branchen entwickelt, prototypisch realisiert und möglichst auch unter realitätsnahen Einsatzbedingungen erprobt werden.

Relevante Anwendungsfelder für die Forschungsvorhaben umfassen:

  • Stärkung der Kreislaufwirtschaft, zum Beispiel durch Reparatur- oder Remanufacturingansätze sowie automatisierte Sortier- und Recyclingprozesse;
  • Steigerung der Ressourceneffizienz, zum Beispiel durch die emissionsarme und nachhaltige Gestaltung von Industrieprozessen oder technologische Prozess-Verbesserungen;
  • Weiterentwicklung von Resilienz-Technologien, zum Beispiel für Umweltüberwachung oder die Inspektion, Wartung und Instandhaltung von Infrastrukturen, unter anderem im Wasser- und Energiesektor.

Das Antragsverfahren ist zweistufig angelegt.
In der ersten Verfahrensstufe sind bis spätestens 15. September 2026 zunächst Projektskizzen vorzulegen.

Weitere Informationen:
https://www.bmftr.bund.de/SharedDocs/Bekanntmachungen/DE/2026/06/2026-06-25-bekanntmachung-robots4cleantech.html