Mit gesondert beantragten Erasmus-Mitteln für Mobilität der afrikanischen Partner konnten bisher über 100 Studierenden aus Afrika an den Blended Intensive Programmes (BIPs) teilnehmen. An rund 30 BIPs waren auch afrikanische Lehrende beteiligt, das erste BIP mit einer Präsenzwoche in Afrika fand Ende Juli an der University of Witwatersrand (WITS) in Johannesburg statt. Auch in die Studiengänge, die innerhalb von CIVIS entstehen, werden die afrikanischen Mitglieder eingebunden – hier hebt Möllmann das neue Masterprogramm „EUROSUD“ zu Südeuropa-Studien und den Master „Palaeolithic Archaeology“ heraus, in die unter anderem die Universität Hassan II in Casablanca oder die WITS eingebunden sind. Zukünftige Studienprogramme sollen von Beginn an gemeinsam entwickelt werden.
Die afrikanischen Partner seien in der Zusammenarbeit besonders zielorientiert, findet Möllmann. Da sie nicht direkt von der EU-Förderung für CIVIS profitieren, etwa durch Stellen, hätten sie nicht dieselben Kapazitäten für CIVIS-Aktivitäten wie die Vollmitglieder. „Unsere Kolleginnen und Kollegen dort machen das alles zusätzlich zu ihren Hauptaufgaben,“ sagt Möllmann. Dafür seien die mit der EU-Förderung verbundenen Zusatzaufgaben für sie aber auch kaum ein Thema: Statt auf dem teilweise komplexen Projektmanagement und Reporting liege ihr Fokus stärker auf der Schaffung konkreter Möglichkeiten für ihre Mitglieder, sei es hinsichtlich Mobilität, Forschungskooperationen oder Capacity Building. Sie erhoffen sich auch Beiträge von CIVIS etwa zur Entwicklung digitaler Infrastruktur oder in der Doktorandenausbildung.
Voneinander lernen
Umgekehrt könnten auch die europäischen CIVIS-Mitglieder von den Partnern in Afrika lernen. „Unsere afrikanischen Mitglieder haben ein starkes Profil im sozialen Engagement,“ so Möllmann. Die Universität Hassan II in Casablanca etwa sei an der Stadtentwicklung und der Digitalisierung des öffentlichen Raums beteiligt; an der WITS sei Service Learning in die meisten Studiengänge integriert. „Da können sich europäische Partner viel abschauen.“ Wichtig sei nicht zuletzt der Blick der afrikanischen Partner auf globale Herausforderungen. „Forschende der Universität in Sfax, das in Tunesien am Mittelmeer liegt und als ‚Migration Hub‘ gilt, können ganz unmittelbare Erfahrungen mit Migrationsströmen von Afrika nach Europa einbringen.“