Das Häuschen, das im Garten steht, heißt heute nach seinem prominenten Besucher: Goethehäuschen. Es handelt sich um einen kleinen Turm mit zwei Stockwerken und oktogonalem Grundriss. Umgebaut wurde das Häuschen immer wieder, die Besitzer wechselten über die Jahre. 1961 erwarb es die Stadt, sanierte es und nutzte es für repräsentative Zwecke. Seit etwa dem Jahr 2000 blieb es ungenutzt, der Garten verwilderte.
Das hat sich in den vergangenen Monaten geändert. Das Studio Literatur und Theater (SLT) hat in Kooperation mit der Stadt, dem Hölderlinturm und dem studentischen Verein Literatur-WG, früher Querfeldein, das Häuschen wiederbelebt. „Es soll ein Ort für Literatur und Kunst werden", sagt Elisabeth Bohley vom Studio Literatur und Theater. „Es hat eine eigene Atmosphäre" Heute ist die Sicht vom Garten aus in die Täler von Bäumen und Häusern versperrt. „Man kann sich aber gut vorstellen, wie das damals gewesen sein muss", sagt Bohley. Als „ein bisschen ein vergessener Ort" beschreibt ihre Kollegin Nina Lenz das Häuschen. Es habe etwas Verzaubertes.
Ausgegangen sei die Initiative für die Belebung des Goethehäuschens mit Garten als Ort für Literatur vom SLT und vom Hölderlinturm, berichtet Bohley. Betreiben möchte das SLT es für Veranstaltungen künftig nur über die Sommermonate, beheizt ist es nicht. Für Seminare soll der Ort genutzt werden, für Nature Writing etwa, für Lesungen oder andere Veranstaltungen.