Queer wird nicht mehr nur als Fremd- und Selbstbeschreibung für Personen, sondern auch als Bezeichnung für literarische Texte verwendet. Gibt es eine queere Art, zu schreiben? Und was macht die Ästhetik queerer Texte aus? Mit den Autor*innen Corinna Huber und Anna Julian Mendlik (Stadtschreiber*in Tübingen 2024) sprachen wir über Queertheory und Literaturwissenschaft, queere Lyrik, queere Utopien und beleuchtetn ganz konkret die literarische Praxis queer Schreibender.
Anna Julian Mendlik ist Lyriker*in und befasst sich auch theoretisch bzw. essayistisch mit dem queeren Schreiben. Geboren 1986, wuchs Anna in deutsch-polnisch in Berlin auf. Studierte Medizin, Philosophie und Literatur in Berlin und Paris, promovierte in experimenteller Neurologie und arbeitete anschließend als Ärzt*in in einer psychiatrischen Klinik. Seit 2020 ist Anna freie Autor*in. Kuration des Festivals "Coming Out, Inviting In" im LCB 2024. Annas Arbeiten wurden ins Arabische, Belarussische, Englische, Französische, Italienische, Lettische, Niederländische übersetzt.
Corinna Huber ist Autor*in und hat zur Ästhetik queerer Texte geforscht und sich damit einer noch bestehenden wissenschaftliches Lücke gewidmet. Nach Regie- und Dramaturgieassistenzen am Theater Regensburg studierte sie Allgemeine Rhetorik, Politikwissenschaft und Literatur- und Kulturtheorie an der Universität Tübingen sowie Literarisches Schreiben am Studio Literatur und Theater. Veröffentlichungen in diversen Zeitschriften und Anthologien. 2022 erhielt sie den erostepost-Literaturpreis des Literaturhauses Salzburg für "die entdeckung einiger elemente". 2024 war sie eingeladen bei "Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen" der Stiftung Kühne-Brückner und dem S. Fischer Verlag im Kassler Rathaus zu sprechen. Seit der Spielzeit 22/23 ist Corinna Dramaturgin am ITZ und trägt dort maßgeblich zur Entstehung Neuer Dramatik und zur Förderung aufstrebender Theaterautor*innen bei. Seit Februar 2024 gehört sie als stellvertretende Intendantin dem Leitungsteam an.
Moderiert wurde der Abend von Nina Lenz.
Die Veranstaltung war eine Kooperation des Studio Literatur und Theater mit dem Verein Literatur WG und dem universitären Pop-up Store Eckstein. Sie fand am 25. Juni im Rahmen der Veranstaltungen zum Pride Month der Uni Tübingen und der Stadt Tübingen im Pop-up Store Eckstein (Lange Gasse 16) statt.
Über Lesung und Gespräch hinaus waren interessierte Menschen eingeladen, bereits vor der Veranstaltung im Pop-up-Store vorbei zu kommen und einen Satz beizutragen, um für den Abend einen kollektiven Text entstehen zu lassen.