Die Universität arbeitet gemeinsam mit Spinnen-Experten und einer Schädlingsbekämpfungsfirma an der maximal möglichen Eindämmung, Bestandsreduzierung und im besten Fall der Beseitigung der Chilenischen Einsiedlerspinne. Der Schutz der Menschen an der Universität und den Tieren in der Tierhaltung ist dabei zu jeder Zeit gewährleistet.
Mitarbeitende, Studierende, Besucherinnen und Besucher sowie Fremdfirmen sind über die Spinnenart informiert und sensibilisiert.
Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Spinne werden den Räumen und ihrer Nutzung angepasst. Die Spinnen werden mechanisch (Reinigung, Staubsauger), physikalisch (Trockenheißdampf, Silikatpulver) oder chemisch (Akarizid) bekämpft. Durch begleitendes Monitoring und Beobachtung wird die Wirksamkeit laufend überprüft. Das Monitoring findet auch in angrenzenden, bisher nicht betroffenen Bereichen, statt.
Im Gebäude Hölderlinstr. 12 / Sigwartstr. 10 wurden diese Maßnahmen bereits durchgeführt. In den betroffenen Gebäuden auf der Morgenstelle werden nun die Erfahrungen genutzt und ebenfalls entsprechende Maßnahmen ergriffen.
In Folgenden sind die einzelnen Maßnahmen genauer Beschrieben:
Monitoring
Zum Monitoring werden kleine schwarze Kästchen mit innenliegenden Klebeflächen in den Bereichen verteilt. Diese werden regelmäßig überprüft. Ergänzend werden Sichtungen erfasst.
Ziel dieser Maßnahme ist die Überprüfung der Wirksamkeit der Bekämpfungsmaßnahmen und die Überwachung der Ausbreitung. Entsprechend der Ergebnisse des Monitorings werden zukünftige Maßnahmen geplant.
Staubsaugen
Mit extra für diesen Zweck beschafften Industriestaubsaugern können die Spinnen einfach entfernt werden. Lebende Spinnen werden durch die hohe Leistung meist direkt getötet. Die Staubsauger können von jeder Person genutzt werden. Sie wirkt aber nur im Moment, nicht nachhaltig.
Die Staubsauger können an folgenden Standorten ausgeliehen werden:
- A-Bau: CZI Metallwerkstatt im H-Bau, Ebene 1 (Raum C22. Ausleihe: Mo – Do 7:30 bis 15:30 und Fr. 7:30 bis 12:00)
- B-Bau: Ebene 1, „Mülllager“ (Raum B1E04)
- E-Bau: Ebene 10, Lagerraum (Raum P26)
- F-Bau/Isopenlabor: Ebene 2 (Raum 2J16. Nur für den Kontrollbereich - für den Einsatz in den anderen Gebäudebereichen im F-Bau bitte auf andere Geräte ausweichen)
- Hörsaalzentrum Morgenstelle: Hausmeisterei (Raum 2E05)
- ZMBP: Ebene 2, Werkstatt (Raum 2P19)
- Hölderlinstr. 12: UG Technikraum (S114) und DG EDV-Raum (S552A)
Neue Staubsaugerbeutel können in der Gebäudetechnik-Werkstatt (E-Bau, 7A11) abgeholt bzw. angefragt werden. Volle Staubsaugerbeutel entsorgen Sie bitte über den Wertstoffhof (Abfallschlüsselnummer 180104).
Sonderreinigung
Die Sonderreinigungen entfernen Spinnen, Spinnenweben, entziehen ihnen die Nahrung und erhöhen die Wirkung der im gereinigten Bereich aufgetragenen Mittel. Bei der Reinigung werden vor allem Ecken, Ritzen und Bereiche, die bei der Unterhaltsreinigung wenig berücksichtigt werden, gereinigt.
Die Reinigung findet in allen betroffenen Bereichen statt: in Fluren, Treppenhäuser, Büros, Labore, Werkstätten, Lager und Technikräume. Die Bereiche sollten zur Reinigung von den Nutzenden möglichst frei von Gegenständen und Möbeln gehalten werden, um eine gute und einfache Reinigung zu ermöglichen.
Trockendampfverfahren
Bei dieser Maßnahme werden die Spinnen und deren Eier gezielt mit trockenem Heißdampf (180 °C) bekämpft. Der Heißdampf zerstört die Eier. Die Spinnen in all ihren Stadien werden durch den Wärmeschock in wenigen Sekunden getötet.
Dabei kommt keine Chemie zum Einsatz. Das Trockendampfverfahren kann somit fasst überall eingesetzt werden. Nachteil ist, dass dies nur in dem Moment wirkt.
Sprühauftrag mit kontaktinsektizidem Silikatpulver
Diese Methode bekämpft die Spinnen gezielt mit Silikatpulver (auch Kieselgur, Diatomeenerde). Das Pulver wirkt rein physikalisch: Es tötet Spinnen und Insekten durch Austrocknung, indem es deren schützenden Wachschicht absorbiert. ohne die die Tiere innerhalb weniger Tage austrocknen und sterben. Das Pulver kann unbedenklich fast überall angewendet werden und hat eine lange Wirksamkeit. Aufgescheuchte Tiere können aber noch mehrere Stunden bis Tage herumlaufen.
Eingesetzte Mittel: „Aco.spray SI Plus“ und „GreenRange DE“ (Sicherheitsdatenblätter sind bei der Abteilung Arbeitssicherheit abrufbar)
Hinweise zu den Mitteln: Beide Mittel enthalten Stoffe, die sensibilisierend bezüglich Haut-Allergenen sein können. Das ist allerdings in erster Linie für die Anwender relevant. Durch die lange Zeit zwischen Anwendung und der erneuten Nutzung der Räume ist das Risiko extrem gering.
Spritzbehandlung mit Insektizid / Akarizid
Bei der Spritzbehandlung wird ein Insektizid gezielt aufgetragen. Die Mittel haben ein breites Wirkungsspektrum gegen Insekten und Spinnen. Es werden gezielt Bereiche behandelt, in denen die Spinnen sind und Flächen, auf denen sie sich bewegen. Die Anwendung findet nur in betroffenen, weniger sensiblen Bereichen wie Fluren, Treppenhäuser, Lagerräumen oder Technikräumen statt. Die Mittel wirken sofort und sehr lange. Nachteile sind der etwas höherer Aufwand bei der Anwendung durch Schutzmaßnahmen und anschließenden Nutzungspause der Räume.
Eingesetzte Mittel: „Fendona 60 EC plus G“ und „Detmol-mic“ (Sicherheitsdatenblätter sind bei der Abteilung Arbeitssicherheit abrufbar)
Hinweise zu den Mitteln: Die behandelten Flächen sollten nicht berührt werden. Zum einen sinkt dadurch die Wirksamkeit, zum anderen kann „Fendona 60 EC plus G“ bei Kontakt allergische Hautreaktionen verursachen. Da das Mittel in die Ecken und Kanten, teils in Fugen, Ritzen und auf Fußleisten der Räume aufgetragen wird, ist bei normaler Verwendung der Räume kein Kontakt denkbar.
Beide Mittel sind für den Einsatz im privaten, gewerblichen und öffentlichen Bereich geeignet. Sie beinhalten ein synthetisches Insektizid aus der Gruppe der Pyrethroide. Diese sind extrem schnell wirksame Kontakt- / Fraßgifte und lähmen das Nervensystem der Spinnen, was zum sofortigen „Knockdown“ führt. Pyrethroiden wird eine hohe Langzeitstabilität zugesprochen. Daher werden die Mittel gezielt in Bereichen angewendet, in denen viele Spinnen gesichtet wurden.
Wirkstoffe von „Fendona 60 EC plus G“: Alpha-Cypermethrin, Chrysanthemum cinerariaefoliu m-Extrakt aus offenen und reifen Tanacetum-cinerariifolium-Blüten, Geraniol.
Wirkstoffe von „Detmol-mic“: 1R-trans-Phenothrin und Prallethrin.