Werkstatt Literaturkritik
Schreiben für's Feuilleton - Literatur im Spiegel der Kritik
Kompaktseminar: 09.-11.07.2021 Dozent: Achim Stricker Maximal 20 Teilnehmer Ort: HS 0.02, Wilhelmstraße 19 – 23, | Fr 15-20 Uhr Sa 10-13 und 15-18 Uhr So 10-13 Uhr
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Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ects
Nicht nur in Literatur-Sendungen, Amazon-„Rezensionen“ oder auf den Internetseiten von „Book-Influencern“ – auch im Feuilleton großer Tageszeitungen tendieren Buchbesprechungen seit einigen Jahren verstärkt zu verbrämten Formen der Produktwerbung: unverbindlich wohlwollende Empfehlungen oder superlativische Hype-Hymnen statt einer differenzierten, handwerklich präzisen Kritik. Man möchte die Leserschaft ja nicht bevormunden, zumal ohnehin jeder anders liest und seinen eigenen Geschmack hat.
Ist die Literaturkritik in der Krise? Ist sie so überholt wie der Kritiker-Typus, der die klassische Feuilleton-Kritik in der Moderne hervorgebracht hat? Autoritär, belehrend und nicht selten tendenziös? Oder hat eine zeitgemäße Buchkritik für ein individualistisches Lesepublikum heute mehr denn je die Aufgabe, literarische Diskurse mitzugestalten?
An exemplarischen Buchbesprechungen diskutieren wir unterschiedliche Herangehensweisen und das kritisch auszubalancierende Verhältnis von objektiven Kriterien, subjektivem Leseeindruck und unabhängiger Meinung. Für die gemeinsame Arbeit an eigenen Texten werden alle Interessierten gebeten, sich bereits vorab an einer Buchkritik von etwa 3000 Zeichen Umfang zu versuchen – möglichst über eine Neuerscheinung der letzten zehn Jahre. Optionale Vorschläge dazu wären etwa Saša Stanišić: Herkunft, Karen Duve: Fräulein Nettes kurzer Sommer oder Takis Würger: Stella – drei Bücher, die alle ein großes und jeweils sehr verschiedenartiges Medien-Echo ausgelöst haben.
Sollte auch das Sommersemester wieder digital oder hybrid verlaufen, werden alle Texte – fremde wie diejenigen, die im Seminar entstehen – bei ILIAS und in einer gemeinsamen Ablage hochgeladen und können bei der Besprechung individuell aufgerufen werden. Die Anfangszeiten können im Falle von Präsenzseminaren variieren, um eine asynchrone Teilnahme an den digitalen Formaten zu ermöglichen und wegen eventueller Lüftungspausen.