Uni-Tübingen

A6

Die Entwicklung von Common Ground beim Erst- und Zweitspracherwerb

Projekt A6 untersucht, wie Menschen unterschiedlichen Alters und mit verschiedenen sprachlichen Hintergründen Common Ground entwickeln. Das Projekt vergleicht drei Gruppen: junge Erstsprachlernende (L1), erwachsene Zweitsprachlernende (L2) und erwachsene Muttersprachler:Innen. Obwohl sowohl Kinder als auch L2-Lernende ihre Kompetenz in der Zielsprache noch entwickeln, unterscheiden sie sich grundlegend hinsichtlich kognitiver Reife und vorhandenen Weltwissens. Der Vergleich dieser Lerngruppen ermöglicht es dem Projekt, die Rollen sprachlicher Kompetenzen, des Gedächtnisses und der Perspektivenübernahme beim Aufbau gemeinsamer Wissensgrundlagen voneinander zu unterscheiden.

Mithilfe von Gedächtnisexperimenten und Eye-Tracking-Methoden untersucht Projekt A6, wie Hintergrundwissen über Sprecher:Innen beeinflusst, an was sich Menschen erinnern und wie sie Äußerungen in Echtzeit antizipieren. Die Teilnehmenden hören, wie kindliche oder erwachsene Sprecher:Innen sich auf Objekte beziehen und Aussagen machen, die entweder alterstypisch sind oder nicht. Die Studien prüfen, wie gut Zuhörende sich daran erinnern, wer was gesagt hat, wie die eigene Rolle als Sprecher:In oder Zuhörer:In das Gedächtnis beeinflusst und wie schnell Referenzen auf der Grundlage sprachlicher Hinweise (wie grammatisches Geschlecht) im Vergleich zu nichtsprachlichen Hinweisen (wie dem Alter der sprechenden Person) vorhergesagt werden können.

Indem aufgezeigt wird, wie sich diese Fähigkeiten über die Entwicklung und mit zunehmender Sprachkompetenz verändern, liefert Projekt A6 Einblicke in die kognitiven Grundlagen von Common Ground für die Nutzung und Aktualisierung geteilten Wissens in der sprachlichen Kommunikation.