Juristische Fakultät

Wiederkehrende Fragen

Was ist der Vis Moot?

Der Vis Moot ist der größte zivilrechtliche Wettbewerb auf den Gebieten des Schiedsverfahrens- und UN-Kaufrecht. Die Zahl der in Wien teilnehmenden Teams lag in den letzten Jahren knapp unter 400, in Hongkong bei 180. Insgesamt sind beim Vis Moot mehr als 4000 Personen involviert, darunter Teilnehmer, Schiedsrichter, Professoren und Rechtsanwälte.

Findet der Vis Moot trotz der COVID-19-Einschränkungen statt?

Die Wettbewerbe in Hongkong und Wien fanden sowohl 2020 wie auch 2021 statt: Beide Wettbewerbe ermöglichen für vergleichbare Situationen die virtuelle Teilnahme. Ob die Reisen nach Hongkong und Wien 2022 angetreten werden können, hängt von den öffentlich-rechtlichen Restriktionen ab und lässt sich derzeit (September 2021) nicht endgültig abschätzen.

Die Organisatoren haben außerdem im September 2021 angekündigt, zwar die Hearing-Runden auch 2022 virtuell abzuhalten, gleichwohl aber Präsenztreffen in sogenannten "Social Vis Moot Bubbles" zu ermöglichen. In den dann nach Kontinenten, Ländern oder Regionen eingeteilten Bubbles sollen dann im Rahmen des Zulässigen und in Absprache mit den jeweiligen Behörden und Sponsoren diverse Social Events organisiert werden und so ein Austausch in Präsenz zwar nicht mit sämtlichen Teilnehmern aber jedenfalls mit dem der Bubble zugehörigen Teil insoweit stattfinden kann.

Für kleinere Events wie Kanzlei-Besuche und Pre Moots schätzen wir das Risiko einer Absage in der Kampagne 2021/2022 mit weiterem wissenschaftlichen Fortschritt als sehr gering ein.

Ab welchem Semester kann man am Vis Moot teilnehmen?

Eine Mindestsemesteranzahl gibt es nicht. Es ist von Vorteil, wenn Sie die kleine Übung im Zivilrecht bereits absolviert haben. 

Wir suchen vor allem motivierte, teamfähige Studierende, die mit Engagement den Wettbewerb beschreiten wollen.

Wie läuft der Wettbewerb ab?

Eine Vis Moot Kampagne erstreckt sich zumeist vom ersten Freitag im Oktober bis Karfreitag im darauffolgenden Jahr.

In den ersten zwei Monaten (bis 09. Dez. 2021) erstellt das Team in englischer Sprache den Schriftsatz des Schiedsklägers. Dabei arbeiten Sie mit Beweisstücken des Sachverhalts, Literatur und teilweise technischer Expertise.

Für den Schriftsatz des Schiedsbeklagten, ebenfalls auf Englisch, bleibt etwa ein Monat Zeit (bis 27. Januar 2022).

Bis Ende März trainiert das Team dann bei diversen Kanzleibesuchen (u.A. München, Düsseldorf, Köln, Frankfurt, Stuttgart) die mündlichen Vorträge und trifft bei internationalen Vorbereitungsveranstaltungen, sogenannten Pre Moots, auf andere Teams. Eine Runde dauert ca. 60 Minuten; davon entfallen 15 Minuten auf jeden Einzelsprecher. Jede*r TeilnehmerIn tritt dabei immer mit einem weiteren Mitglied des Teams gemeinsam gegen ein Duo einer fremden Universität vor einem dreiköpfigen Schiedsgericht auf.

Mitte/Ende März geht es dann in der Regel nach Hongkong zum ersten Wettbewerb, meist ca. 10 Tage lang. Danach folgt der (von Hongkong unabhängige) Wettbewerb in Wien, ebenfalls ca. 10 Tage. Beide Wettbewerbe haben lediglich gemeinsam, dass sie auf dem gleichen Sachverhalt aufbauen; die Wertung ist in beiden Wettbewerben unabhängig voneinander. Der Sieger aus Hongkong kann den letzten Platz in Wien und umgekehrt belegen.

Pleaden alle oder nur einzelne Mitglieder in Hongkong und Wien?

Bisher konnten stets alle Mitglieder eines Teams pleaden; ein Teil des Teams plädiert dabei im Wettbewerb in Hongkong, der andere Teil beim Wettbewerb in Wien. Teilnehmende, die in Hongkong bereits plädiert haben, dürfen in Wien jedoch nach dem Regelwerk des Vis Moots nicht mehr plädieren.

Den Vis Moot zeichnet darüber hinaus aus, dass es - im Unterschied zu anderen Moot Courts - keinen nationalen Vorentscheid gibt. Alle Teams, die sich für Hongkong und/oder Wien registrieren, können an den Wettbewerben in Hongkong und/oder Wien teilnehmen.

Welche Kosten gehen mit der Teilnahme für die Studierenden einher?

In den vergangenen sechs Jahren konnten wir es durch Unterstützung unserer Sponsoren ermöglichen, die mit den Reisen verbundenen Kosten soweit zu übernehmen, dass für die Teilnehmer des Teams lediglich die eigene leibliche Versorgung anfiel. Wir konnten daher unserem Anspruch, allen Studierenden die Teilnahme ohne Rücksicht auf den finanziellen Hintergrund zu ermöglichen, bisher gerecht werden und verfolgen dieses Ziel auch weiterhin.

Kann ich mich für den Vis Moot auch bewerben, wenn ich mich bereits für einen anderen Moot Court beworben habe?

Die Bewerbung bei einem anderen Moot Court ist unschädlich; Sie können sich also zusätzlich für den Vis Moot bewerben.

Wie gut muss mein Englisch sein?

Natürlich sollten Sie die englische Sprache verstehen und jedenfalls in der Lage sein, Ihr Englisch während des Moots wieder etwas zu trainieren. Kenntnisse des Fachvokabulars werden nicht erwartet, sondern während des Moots vermittelt.

Was habe ich davon?

Eine abschließende Liste der Vorteile aufzustellen, die der Vis Moot verschafft, ist nicht möglich. Feststeht, dass Sie eine einmalige Erfahrung erwartet: So gibt es einige, die ihre Liebe in Hongkong oder Wien in der Moot Bar finden, andere, die dort oder bei Kanzleibesuchen ihren künftigen Arbeitgeber treffen, andere, die das erste Mal den europäischen Kontinent verlassen; sogar die ersten Vis-Moot-Babys haben bereits das Licht der Welt erblickt. Viele unserer Förderer erwähnen, dass für ehemalige Mooties immer ein Platz in der Kanzlei sei. Tübinger Alumni nehmen vom Vis Moot jedenfalls mit:

  • ,,Die beste Zeit im Studium
  • Freisemester bezüglich des Freiversuchs bzw. Verbesserungsversuchs
  • Seminarschein, Fremdsprachenschein und Schlüsselqualifikationsschein
  • Individuelle Betreuung und Rhetorik-Coaching
  • Kontakt zu Großkanzleien und Studenten von allen Kontinenten

 

Gilt die Freisemesterregelung auch für die Orientierungs- und Zwischenprüfung?

Die Freisemesterregelung gilt nicht für die Orientierungs- und Zwischenprüfung, weil es an einer entsprechenden Regelung in der StudPrO fehlt.

Weil die Semester Sommer 2020, Winter 20/21 und Sommer 2021 jedoch pandemiebedingt nicht gezählt werden (Quelle: Bekanntmachung Justizprüfungsamt vom 18.06.2021 sowie FAQ Studienfachberatung, Stand 15.06.2021), bleibt für den Nachweis der bestandenen Zwischenprüfung ohnehin mehr Zeit als gewöhnlich.