W3-Professur Linguistik des Englischen (Philosophische Fakultät)
Seit Oktober 2025 hat James Griffiths die W3-Professur für Linguistik des Englischen inne. Nach seinem Bachelorabschluss in Philosophie und Linguistik an der University of Sheffield im Jahr 2008 setzte er 2010 sein Studium mit einem Master in Linguistik an der Universität Leiden fort. Anschließend arbeitete er von 2011 bis 2015 am Zentrum für Sprache und Kognition der Universität Groningen an seiner Doktorarbeit in Theoretischer Linguistik. Seine Dissertation trägt den Titel „On appositives". Darin zeigt er, dass sich die innere Struktur dreier scheinbar ähnlicher Formen von Appositionen – ergänzender Informationen, die eine Äußerung begleiten, wie etwa „mein Chef" im Satz „Hans, mein Chef, ist sehr streng" – grundlegend voneinander unterscheidet und widerlegt damit die bis dahin vorherrschende Auffassung. Anschließend lehrte James Griffiths als Dozent für englische Linguistik an der Universität Utrecht (2015–2016), bevor er als Marie Skłodowska-Curie Postdoctoral Research Fellow an die Universität Konstanz wechselte, wo er 2018 eine W2-Professur für Englische Linguistik antrat. Nach einem Lehrauftrag an der Universität Leiden (2018–2019) übernahm er 2019 eine Juniorprofessur mit Tenure Track für englische Linguistik an der Universität Tübingen. 2024 wurde er im Fach englische und allgemeine Linguistik habilitiert. Seine Habilitationsschrift „On clausal and verb phrase ellipsis" versammelt sieben Aufsätze zum Thema Ellipse – also unvollständigen Äußerungen wie im zweiten Teil des englischen Satzes „Mary won't eat cake but John will" – und trug wesentlich dazu bei, die formalen und pragmatischen Bedingungen zu klären, unter denen sich elliptische Äußerungen verwenden lassen.
James Griffiths' Forschung ist sprachvergleichend ausgerichtet. Im Zentrum stehen die formalen Eigenschaften von Äußerungen, deren Verwendung kontextabhängig ist. Diese unterscheiden sich von Sprache zu Sprache aufgrund der internen Beschränkungen des jeweiligen Sprachsystems. James Griffiths vergleicht diese Eigenschaften sprachübergreifend, um herauszufinden, welche universell und welche sprachspezifisch sind. Aktuell gilt sein Forschungsinteresse vor allem nicht-kanonischen Fragen, etwa Quizshow-Fragen, wie im Englischen „The winner of the competition was which team?". Entgegen der verbreiteten Annahme, diese seien lediglich eine Unterart der Echo-Frage – wie im Englischen „She met with WHO? No way!" –, konnte James Griffiths anhand von aus britischen Quizshows extrahierten und in ihrer Grundtonhöhe analysierten Daten zeigen, dass sich beide Fragetypen in ihrem Intonationsprofil deutlich unterscheiden. Seit Oktober 2025 leitet er zudem das Projekt „Clarifying the Common Ground" im Rahmen des SFB 1718 „Common Ground", als dessen stellvertretender Sprecher er außerdem fungiert.
In der Lehre deckt James Griffiths ein breites Spektrum ab: englische Syntax, englische Morphologie, englische Dialektologie, Spezialregister des Englischen (etwa SMS-Nachrichten, Social-Media-Beiträge, Schlagzeilen oder Tagebücher), nicht-kanonische Fragen sowie linguistische Forschungsmethoden.
Franziska Hammer