Wie entsteht ein „Naturgedicht“ – und gibt es das überhaupt noch im Anthropozän, in dem wir in menschgemachten Umwelten leben?
Die Anthologie natur/ver/dichten versammelt Suchbewegungen von Lyriker:innen, die Wahrnehmungen ihrer Umgebungen und Begegnungen mit dem Mehr-als-Menschlichen schildern. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Bedeutung für die Ästhetik der Lyrik die Natur und urbane Restnatur hat. Die Anthologie verfolgt eine doppelte Blickrichtung: Die Entstehung und Überarbeitung von Gedichten ist mit der genauen Wahrnehmung von Veränderungen der aufgezeichneten Umgebungen verflochten.
Renommierte Lyriker:innen zeigten je ein Gedicht in der Erstfassung und in Überarbeitungsstadien, um direkten Einblick in die Arbeit am ›Naturtext‹ zu gewähren. Begleitend gaben sie in kurzen Kommentaren Auskunft über den Entstehungsprozess: von der erlebten oder imaginierten Naturerfahrung oder Begegnungen mit dem Nicht-Menschlichen über deren (V)erdichtung bis zur finalen Version. Mit Beiträgen von: Mara-Daria Cojocaru, Daniela Danz, Ulrike Draesner, Susanne Eules, Karin Fellner, Norbert Hummelt, Angelika Overath, Steffen Popp, Jan Röhnert, Jan Wagner und Ron Winkler.
natur/ver/dichten wurde herausgegeben von Evi Zemanek und ist im Wallstein Verlag erschienen.
Dies ist ein gemeinsames Projekt des Studio Literatur und Theater, des Deutschen Seminars der Universität Tübingen und des Hölderlinturm Tübingen. Gefördert aus Landesmitteln durch die Arbeitsstelle für literarische Museen, Archive und Gedenkstätten in Baden-Württemberg (Deutsches Literaturarchiv Marbach).
Moderiert wurde die Veranstaltung von Evi Zemanek und Nancy Hünger.
Gestaltung von Banner, Post und Plakat: Martha Sappler