Uni-Tübingen

Schreibworkshop Queere Utopien am 04.07.

Am Samstag 04.07. fand ein Schreibworkshop zu queeren Utopien im Queeren Zentrum Tübingen statt. 

Queere Utopien können vielgestaltig sein – für einige ist es bereits eine Utopie, mit den richtigen Pronomen angesprochen zu werden oder unbesorgt die Hand ihrer Partner*in zu halten. Doch es lohnt sich, größer zu denken: von einer Gesellschaft ohne Unterdrückung, Geschlechter und voller Gemeinschaftlichkeit oder freier Liebe zu träumen.
In kleiner Runde haben wir uns kleinen und großen queeren Utopien literarisch genähert. Wir haben gemeinsam Gedichte analysiert, mit Hilfe von Schreibaufgaben unsere eigenen queeren Utopien verfasst und sie miteinander geteilt.
Der Schreibworkshop wurde von Hannah Burckhardt geleitet und fand als Kooperation zwischen dem Studio Literatur und Theater der Universität Tübingen und dem Queeren Zentrum statt.

Im Rahmen des Workshops entstanden einige Texte, darunter zwei Gedichte von Lea Jane Schneider. Vielen Dank für die Textgabe! 


Utopian Duet

In the light
that traces
vectors from the sun,
a single beam,
by pure chance
enters
my cavernous iris
by way of
refraction, reflection
through your beads
of sweat
and
collapses all states.
I behold the whole
life of the world
to come:
A single signal blip.
My Fermi eyes
rejoice
at the alien future.
I’ve seen it
rolling slowly,
leaving
guessable paths
between
your breasts.

Zweites Gedicht (ohne Titel)

Die Utopie kann bleiben
wo sie ist.
Kann mir gestohlen bleiben.
Gestohlen von Raumfahrt Billionären
die uns den Nachthimmel
zerschießen
mit Wegwerfsatelliten
und marsroten Träumen
von Krieg.
Flieht in eure Zukunft
und lasst uns
das endlose, nichtige Jetzt.
Ich bin nirgendwo anders
und habe auch sonst
nichts vor
Heute
und hier lebt alles
was heute und hier lebt.
Das muss reichen.
Das ist genug.