06.10.2026

Abschlussbericht: Antisemitismus nach dem 7. Oktober 2023 – Auswirkungen auf jüdische und israelische Communities in Deutschland

Die Antidiskriminierungsstelle (ADS) des Bundes veröffentlicht unsere Studie zu jüdischem Leben in Deutschland

Der Terrorangriff auf Israel am 7. Oktober 2023 hat Jüdinnen und Juden weltweit erschüttert. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat daraufhin die Studie zu den „Auswirkungen des terroristischen Anschlags am 7. Oktober 2023 auf jüdische und israelische Communities in Deutschland“ gefördert. Die Studie wurde am KOAS – Kompetenzzentrum antisemitismuskritische Bildung und Forschung in Kooperation mit dem Institut für Rechtsextremismusforschung (IRex) der Universität Tübingen durchgeführt.
In einem Zeitraum von knapp drei Jahren wurde untersucht, wie jüdische und israelische Communities in Deutschland den Terrorangriff und die Zeit danach erlebt haben. Erstmals wurden auch Jugendliche und Kinder ab 7 Jahren zu ihren Erfahrungen befragt.

Die Studienleiterinnen Friederike Lorenz-Sinai und Marina Chernivsky sagen: „Der 7. Oktober wirkt für die Studienteilnehmenden als ein ‚Einbruch‘ in ihr Leben – sowohl durch die Überwältigung angesichts der entfesselten Gewalt der Massaker als auch durch den Bruch in der Gewissheit, Teil einer Gesellschaft zu sein, die trägt und Schutz bietet. Die antisemitische Mobilisierung und die gesellschaftlichen Reaktionen darauf haben die soziale Atmosphäre und damit auch die Sicherheitslage der jüdischen und israelischen Community nachhaltig verändert. Die Auswirkungen reichen in nahezu alle Bereiche des Alltags hinein. Die Erfahrung eines passiven wie auch übergriffigen Umfeldes führt zur Neuordnung von Zugehörigkeiten, Sicherheitsüberzeugungen, Abwägen von Lebensentscheidungen und Zukunftsperspektiven und schränkt ein in der gesellschaftlichen Teilhabe.“

Zur Veröffentlichung der ADS (Antidiskriminierungsstelle des Bundes)

Steckbrief zur Studie Wichtigste Ergebnisse und Handlungsoptionen

Studienleitung: Marina Chernivsky, Kompetenzzentrum antisemitismuskritische Bildung und Forschung (KOAS) und Prof. Dr. Friederike Lorenz-Sinai, Arbeitsbereich Antisemitismusforschung am Institut für Rechtsextremismusforschung (IRex) der Universität Tübingen. 
Wissenschaftliche Mitarbeit: Dr. Hanne Balzer (IRex), Sophia Hoppe (KOAS)

Erscheinungsjahr: 2026

Die Studie fragt wie jüdische und israelische Communities in Deutschland dem 7. Oktober den Terroranschlag, die antisemitische Radikalisierung in der Zeit danach sowie die gesellschaftlichen Reaktionen darauf erleben und verarbeiten. Es ist die erste mehrsprachige, bundesweite qualitative Erhebung zu den Auswirkungen des Terrors und Antisemitismus auf jüdische und israelische Communities in Deutschland. Insgesamt haben 118 Studienteilnehmende im Rahmen von narrativen Interviews, Gruppendiskussionen und Selbstbeobachtungen im zeitlichen Verlauf von zwei Jahren an der qualitativen Studie teilgenommen.

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