Romania Cantat

Chor des Romanischen Seminars der Universität Tübingen

Im Chor Romania Cantat singen wir mehrstimmige Lieder verschiedener Art – von bekannten Volksweisen bis hin zu verborgenen musikalischen Schätzen in sämtlichen Sprachen und Dialekten des romanischen Sprachraums.

Wer Neugier auf die Vielfalt der Sprachen sowie Freude am Singen in einer ungezwungenen, heiteren Atmosphäre hat, ist bei uns genau richtig. 

Wir freuen uns jederzeit über neue Mitsänger:innen aller Fakultäten und aller Altersgruppen!

 Aktuelle Probetermine

Jeden Dienstag, 20 s.t., R. 009 im Brechtbau

(auch in den Semesterferien)

 Kontakt

über die Fachschaft:

fachschaft@romanistik.uni-tuebingen.de

Lieder & Sprachen

Unser Repertoire deckt fast alle romanischen Sprachen und Dialekte ab. Eine kleine Liederauswahl zum Reinhören (Aufnahmen anderer Chöre):

Ai preàt la biele stele (Friaulisch, Satz Michele Pacòt)

Aquéli mountagno (Okzitanisch/Provenzalisch, Satz Heinrich Lausberg, 1912-1991)

A raiz do toxo verde (Galicisch, Satz Peter Henn)

Àremo, rindinèḍḍa (Griechisch aus Süditalien, Satz Giuseppe Aprile, 1868-1944)

Ator, ator, mutil (Baskisch - obwohl keine romanische Sprache!)

Balaio, meu bem (Portugiesisch, Satz Heitor Villa-Lobos, 1887-1959)

Beaux yeux (Französisch, Anonym, 16. Jh.)

Beḍḍa, ti vitti a l’acqua (Kalabresisch, Satz Fabrizio Visentin)

De sa turr’e su forti (Sardisch, Satz Renzo Tondi)

Era nato poveretto (Italienisch, Satz A. Michelangeli) 

La pampina di l´aliva (Sizilianisch, Satz Francesca Jemmolo)

Le temps des cerises (Französisch, J. B. Clément & A. Renard, 1866-8)

Mamma, c’u zitu passa (Lukanisch, Satz Heinrich Lausberg)

Mio sīdī Ibrahīm (Mozarabisch, 11. Jh., Satz Gabriela A. Martiarena)

Montanyes del Canigó (Katalanisch, Satz M. del Carme Bella)

Morena me llama (Judenspanisch, Satz Florencio O. Palacios)

Pregúntale a las estrellas (Spanisch, Satz Fabrizio Visentin)

S-a dus cucul de pe-aici (Rumänisch, Satz Timotei Popovici, 1870-1950)

Tgei fortuna ei la mia (Rätoromanisch/Surselvisch, Satz Tumasch Dolf)

Viva tutte le vezzose (Italienisch, Felice Giardini, 18. Jh.)

Geschichte des Chors

Drei berühmte Romanisten haben zum Entstehen von Romania Cantat beigetragen: Professor Gerhard Rohlfs, Professor Heinrich Lausberg und Professor Eugenio Coseriu. Sie waren der Überzeugung, dass die romanischen Sprachen durch ihr Liedgut lebendig gehalten werden müssen und gaben so – zu jeweils verschiedenen Etappen – wichtige Impulse für den Chor.

Der erste Romanistenchor wurde 1934 in Tübingen von dem damals sehr jungen Romanisten Heinrich Lausberg gegründet, der eine ausgezeichnete musikalische Ausbildung hatte. In seinem Vorhaben wurde er unterstützt von Gerhard Rohlfs, der Volksliedern immer großen Wert zugemessen hatte. Ihr gemeinsames Ziel war, Lieder in romanischen Sprachen kennenzulernen, zu singen und zu verbreiten. Nach dem Fortgang Lausbergs aus Tübingen sang der Chor nur noch selten und versank schließlich in Stillschweigen.


1968 wurde die Tradition auf Wunsch von Gerhard Rohlfs und Eugenio Coseriu von einem Schüler Heinrich Lausbergs, Francisco Javier Oroz Arizcuren, wieder aufgenommen. Unter seiner langjährigen Leitung (bis 2019) bereicherte der Chor nicht nur universitäre und städtische Veranstaltungen, sondern unternahm auch Konzertreisren nach Freiburg, Konstanz, Ulm und Aix-en-Provence.

Seit 2026 wird der Chor von Birgit Streiter geleitet.

Als Grundlage für die Chorarbeit dient die zweibändige Liedanthologie Romania Cantat, die am Romanischen Seminar im Jahr 1980 als Festschrift anlässlich des 85. Geburtstags von Gerhard Rohlfs entstand, sowie weitere für den Chor von verschiedenen Komponisten bearbeitete Volkslieder. Die Anthologie wurde von Francisco Javier Oroz Arizcuren herausgegeben und enthält Lieder in allen romanischen Sprachen und deren wichtigsten Dialekten, sowie in den nichtromanischen Minderheitensprachen in der Romania Baskisch, Bretonisch und Griechisch aus Süditalien und kann auch in der Bibliothek des Brechtbaus eingesehen werden.