Johanna Schüssler

Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Prof. Dr. Benz


Universität Tübingen
Deutsches Seminar
Abteilung für Mediävistik / Raum 459
Wilhelmstraße 50
72074 Tübingen

+49 (0)7071/29-78442
johanna.schuesslerspam prevention@uni-tuebingen.de

Sprechstunde im Sommersemester 2026
Dienstag, 9:30–10:30 Uhr (Anmeldungen bitte per E-Mail)


Vita

  • ab April 2026  wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl von Prof. Dr. Maximilian Benz
  • seit Dezember 2025  Promotionsstudentin im Fach Ältere deutsche Sprache und Literatur 
    Erstbetreuung: Prof. Dr. Maximilian Benz
    Zweitbetreuung: Prof. Dr. Sandra Linden
  • 2025 Master of Arts (Deutsche Literatur), Master of Education (Deutsch, Englisch)
  • 2022 Bachelor of Education (Deutsch, Englisch)

Forschung / Projekte

Forschungsprojekt

  • Allegorische Strategien in geistlicher Tugenddidaxe. Studien zur spätmittelalterlichen Erbauungsliteratur

    Erbauungsliteratur, die zur Anleitung christlicher Lebensführung dient, ist die didaktische Dimension per se inhärent. Die Poetik erbaulicher Lehrdichtung zielt jedoch nicht auf das Erlernen eines ausformulierten, normativen Wissensbestandes, sondern auf eine Praxis der ständigen Vergegenwärtigung des Lehrinhaltes zugunsten der eigenständigen Reflexion und Adaption in die persönliche Praxis, die die geistlichen Lesenden zu Gott leiten soll. Die Allegorie als literarische Darstellungsform wird besonders häufig für die geistliche Tugenddidaxe gewählt, weil sie sich diesen Herausforderungen lehrhaften Sprechens in besonderer Weise stellt. Im Modus des Uneigentlichen werden ästhetische Erfahrung, persönliche Involviertheit und Reflexion über den Lehrgegenstand aufgrund der gedanklichen Übertragungsleistung zwischen Literal- und Auslegungsebene enggeführt. Gerade aus den Spannungen zwischen Literalsinn und übertragenem Sinn, Konkretion und Abstraktion, zwischen allegorischer Über- und Unterbestimmtheit ebenso wie zwischen den religiösen und ästhetischen Ansprüchen allegorischer Erbauungsliteratur resultiert ein produktives didaktisches Potential, welches das Forschungsvorhaben untersucht. Von besonderem Interesse sind dabei die konkreten Überlieferungsverbünde in geistlichen Sammelhandschriften, die eine Vielzahl tugendallegorischer Texte kompilieren. Als bewusst konzipierte Einheiten der Tugenddidaxe dienen die Sammlungen nicht dem praktischen Auffinden von nachschlagbarem Wissen, sondern bilden durch die Kombination verschiedener tugendallegorischer Texte gezielt arrangierte Wissenskompendien, die einen besonderen ästhetischen Reiz aufweisen. Um zur fortwährenden und produktiven Auseinandersetzung mit demselben Lehrgegenstand auf dem Weg zu geistlicher Vervollkommnung anzuregen, weisen die Handschriften interessante Strategien der Rezeptionslenkung auf. Das Forschungsvorhaben untersucht daher gerade auch die Synergieeffekte, die sich durch die gezielte Kombination unterschiedlicher allegorischer Bildbereiche im Textverbund ergeben, um einerseits konkrete Rezeptionswege der erbaulichen Vervollkommnung darzustellen, andererseits die poetische Faktur der Allegorie im Textverbund zu konturieren.

Vorträge

03/2026„Allegorische Strategien in geistlicher Tugenddidaxe. Überlegungen zur Textkombinatorik spätmittelalterlicher Erbauungsliteratur“. Workshop für junge Forschende im Rahmen der Jahrestagung der Meister-Eckhart-Gesellschaft, Würzburg.
11/2025„So stöst sich daz schieff an den stein der hochfart und zerprichet. Allegorisches Sprechen in geistlicher Didaxe“. Mediävistisches Oberseminar, Eberhard Karls Universität Tübingen.

Publikationen

  • Horologium devotionis, in: Worm, A. / Linden, S. / Stöbener, K. (Hgg.): Drucksachen. Inkunabeln und Einblattdrucke der Universitätsbibliothek Tübingen. Tübingen 2024 (Schriften des Museums der Universität Tübingen 30), S. 242–247.

Lehre

Sommersemester 2026

  • PS II: Minnesang und Sangspruch Walthers von der Vogelweide

Mitgliedschaften