Institute of Education

Christiane Bertram

Messung und Förderung historischer Kompetenzen

Zusammenfassung

Die Frage nach der Definition und Diagnostik historischer Kompetenzen wird in der Fachdidaktik Geschichte lebhaft diskutiert. Mit dem historischen Kompetenz-Strukturmodell (Körber, Schreiber & Schöner, 2007) liegt ein Modell vor, von dem angenommen wird, dass es die Operationalisierung und Graduierung historischer Kom­petenzen ermöglicht. Meine Arbeit soll einen Beitrag zur empirischen Fundierung dieses Modells leisten, indem ein Testinstrumentarium entwickelt wird, mit dem die Verfügung über historische Kompetenzen überprüft werden kann.

In der Arbeit werden die aktuelle Forschungsdiskussion zur Kompetenzdiagnostik wie auch die Möglichkeiten und Grenzen der Zeitzeugenbefragung und Projektarbeit im Geschichtsunterricht referiert. Hierauf basierend wird eine Lehrerfortbildung zur Umsetzung des Themas „Flucht und Vertrei­bung“ als Zeitzeugenprojekt und im instruktiven Unterricht konzipiert und in Kooperation mit dem Regierungspräsidium Tübingen angeboten, um interessierte Lehrer/innen für die Untersuchung zu gewinnen und die Qualität der unterrichtlichen Umsetzung sicher zu stellen. Auf der Basis des Lernarrangements „Zeitzeugenprojekte und instruktiver Unterricht zum Thema ‚Flucht und Vertreibung’“ sollen Testaufgaben konstruiert und validiert werden, mit deren Hilfe die Verfügung über historische Kompetenzen getestet werden kann. Die Ergebnisse der Untersuchung lassen Rückschlüsse auf die praktische Anwendbarkeit des Kompetenzmodells wie auch auf die Potenziale von Zeitzeugenprojekten im Geschichtsunterricht zu.

Methodisches Vorgehen

In zwei Phasen werden die Instrumente zur Messung der historischen Kompetenzen entwickelt.

Im ersten Durch­gang (eine Projektklasse – eine sog. „Instruktionsklasse“) werden in Prä- und Postfrage­bögen (inkl. Leistungstests) schon erprobte bzw. auf das Untersuchungsziel angepasste ge­schlossene Items eingesetzt. Darüber hinaus werden (teil-) offene Fragen (z.B. Kurzessays) gestellt. Diese wie auch Nachinterviews mit ausgewählten Schüler/innen sollen zur Entwicklung weiterer geschlossener und geeigneter (teil-)offener Items dienen. Im zweiten Durchlauf werden – wieder in einem Prä-/Postdesign – die Items an einer größeren Stichprobe (drei Projektklassen – drei Instruktionsklassen) validiert. Ziel der Auswertung ist es, die Fragebögen bzw. Leistungstests zu optimieren und Hypothesen zur Lernwirksamkeit der eingesetzten Unterrichtsmethoden (Projektunterricht – Instruktionsunterricht) zu generieren, die in einer größer angelegten Untersuchung überprüft werden können.

Laufzeit

2008 - 2011

Finanzierung

Eigenprojekt