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25.03.2019

Erster universitärer Masterstudiengang zu maschinellem Lernen

Universität Tübingen etabliert internationales Studienprogramm zum Forschungsschwerpunkt Künstliche Intelligenz

Als erste deutsche Universität startet Tübingen zum kommenden Wintersemester ein Masterprogramm zum maschinellen Lernen. Studierende aus aller Welt können in dem vollständig auf Englisch unterrichteten Studiengang „Machine Learning“ in vier Semestern die Grundlagen des Faches erwerben und aus vielfältigen Spezialisierungen in Theorie und Anwendung wählen. Tübingen ist im Bereich maschinelles Lernen einer der führenden Standorte weltweit und bietet zahlreiche Möglichkeiten, sich schon früh im Studium an aktueller Forschung zu beteiligen.

Von der Werbung im Internet bis zur personalisierten Medizin: Autonom lernende Maschinen machen nicht nur Schlagzeilen, sie prägen auch längst unseren Alltag. Ihr Einsatz lässt auf wichtige Fortschritte beispielsweise in Fahrzeugsicherheit oder Krebstherapie hoffen und verschafft Wissenschaftlern neue Einblicke in die Geheimnisse des Lebens und des Kosmos. Das maschinelle Lernen beschäftigt sich mit Algorithmen, die aus Daten „Erfahrungen“ sammeln und so Muster und Gesetzmäßigkeiten identifizieren. Es ist somit Haupttreiber der aktuellen Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz.

Der forschungsorientierte Studiengang ist eng an die Forschung vor Ort angebunden und bietet Studierenden die Möglichkeit, sich auf konkrete Anwendungsbereiche in der Informatik und Teilbereichen wie Computer Vision, Bioinformatik, Neurowissenschaften, Medizininformatik, Kognitionswissenschaften, Linguistik oder Robotik zu spezialisieren. „Im maschinellen Lernen entwickeln sich die Dinge gerade sehr schnell. Ein heute vielversprechender Ansatz kann morgen schon passé sein“, erklärt die Informatikerin Ulrike von Luxburg. „Daher gestalten wir den Studiengang so flexibel wie möglich. Es gibt nur wenige Pflichtveranstaltungen, Studierende können ihre Schwerpunkte frei setzen.“ Zudem können sie auch überfachliche Qualifikationen erwerben, etwa durch Vorlesungen in Jura, Philosophie oder Ethik.

Als eine der Sprecherinnen des neuen Exzellenzclusters „Maschinelles Lernen: Neue Perspektiven für die Wissenschaft“ hat Luxburg gemeinsam mit ihren Kollegen Matthias Hein, Philipp Hennig und Kay Nieselt die Initiative ergriffen, für das boomende Fach das Lehrangebot in Form eines Masterstudiengangs zu bündeln. „Die Universität Tübingen hat sich Forschung mit gesellschaftlicher Verantwortung und Relevanz zur Maxime gemacht. Wir wollen Fachleute ausbilden, die nicht nur die Chancen der neuen Technologien, sondern auch ihre Risiken verstehen, bedenken, und minimieren können“, sagt Philipp Hennig. „Intelligente Maschinen werden die Welt verändern. Diesen Prozess dürfen wir nicht anderen überlassen. Unsere Studierenden sollen den Anspruch haben, ihn selber zum Guten mit zu gestalten.“ 

Voraussetzung für Studierende sei ein gutes mathematisches Grundlagenwissen, erklärt Kay Nieselt, Studiendekanin im Fachbereich Informatik, wo der Studiengang angesiedelt sein wird. „Es ist nicht wesentlich, ob jemand einen Bachelor in Informatik, Mathematik oder Physik mitbringt. Hauptsache, die Grundlagen sind da: Programmieren, Algorithmen, Datenstrukturen und sehr viel Mathematik.“ Da alle Lehrveranstaltungen des internationalen Studienganges ausschließlich auf Englisch angeboten würden, seien entsprechende Sprachkenntnisse ebenfalls eine Zugangsvoraussetzung. 

Tübingen gehört zu Deutschlands führenden Forschungsstandorten für maschinelles Lernen. Etwa 40 Prozent der deutschen Fachveröffentlichungen in diesem Bereich kommen aus der schwäbischen Universitätsstadt. Die Universität Tübingen ist Teil des Forschungsverbunds Cyber Valley Initiative und Standort des Kompetenzzentrums für Maschinelles Lernen, das vom Bundesforschungsministerium gefördert wird. 

Bewerbungen zum Start im Wintersemester 2019/20 sind bis 30. April 2019 möglich, alle Informationen zum Studiengang „Maschinelles Lernen“ unter https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/informatik/studium/studiengaenge/machine-learning/

Kontakt:

Prof. Dr. Matthias Hein
Universität Tübingen
Fachbereich Informatik
+49 7071 29-70831
matthias.heinspam prevention@uni-tuebingen.de 

Pressekontakt:

Eberhard Karls Universität Tübingen
Hochschulkommunikation
Dr. Karl Guido Rijkhoek
Leitung

Antje Karbe
Pressereferentin
+49 7071 29-76789
Telefax +49 7071 29-5566
antje.karbespam prevention@uni-tuebingen.de 

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