Ausschreibung im Bereich Physik
21.05.2026
BMFTR: Faszination Fusionsforschung – Zukunftsenergie mit Outreach begreifbar machen
Frist: 17. Juli 2026 (Zweistufiges Verfahren, Projektskizzen)
Damit die Fusionsforschung weiter ausgebaut und ein Fusionskraftwerk letztendlich in das Stromnetz integriert werden kann, braucht es neben dem wissenschaftlich-technischen Fortschritt einen breiten gesellschaftlichen Rückhalt. Hierfür sollen innovative Projekte gefördert werden, welche verschiedene Outreachkonzepte und -materialien entwickeln, insgesamt unterschiedliche Zielgruppen adressieren und so in ihrer Gesamtheit möglichst viele Menschen erreichen können. Dabei soll die Bevölkerung über die Chancen und Risiken der Fusion informiert, über Wissens- und Kompetenzzuwächse in ihrer Wissenschaftsmündigkeit gestärkt sowie ihr Interesse und ihre Akzeptanz für Fusionsenergie als zukünftige Energiequelle erhöht werden. Zentral sind dabei niederschwellige Zugänge, auch mit unterhaltendem Charakter, die die fachlichen Grundlagen, technologischen Herausforderungen und gesellschaftlichen Potentiale zielgruppengerecht auf informierende, debattierende oder partizipative Weise mit großer Reichweite vermitteln. Zusätzlich sollen insbesondere Konzepte gefördert werden, die in Schulen Begeisterung für das Thema Fusion initiieren und festigen
Das erklärte Ziel ist, fachliche Grundlagen, technologische Herausforderungen sowie gesellschaftliche Chancen und Risiken der Fusionsforschung in der Breite der Bevölkerung verstehbar und erlebbar zu machen sowie nachhaltiges Interesse für das Thema zu wecken. Wichtig sind daher Ansätze, die kein Vorhandensein von spezifischem Fachwissen erfordern, sondern einen kreativen, aktiven Zugang zu einem zielgruppengerechten Verständnis der Fusionsforschung ermöglichen. Dies erfordert innovative didaktische Konzepte.
Das realistische und angemessen anspruchsvolle Ziel der Förderung ist insgesamt, während der Projektlaufzeit neuartige Ansätze im Bereich Outreach für die Fusionsforschung zu entwickeln, pilotartig umzusetzen und ihre Wirkung zu evaluieren. Dabei sollen Kooperationen zwischen Akteuren aus Wissenschaft, Gesellschaft, Wirtschaft, Bildung und Wissenschaftskommunikation etabliert werden. Erfolgsindikatoren für die geförderten Outreach-Projekte sind insbesondere das im Verlauf der Projekte gewachsene Interesse und Verständnis der spezifischen Zielgruppen für die Fusionsforschung, deren Wissensstand sowie das Maß an Involviertheit. Ein weiterer Erfolgsindikator ist die Fortsetzung der jeweiligen Outreach-Projekte und deren Verwertung durch die Projektpartner.
Hinsichtlich unterschiedlicher Ziele sind die Projekte einem der folgenden Module zuzuordnen. Projektideen im Modul A verfolgen das Ziel der allgemeinen Aufklärung und Involvierung der breiten Öffentlichkeit im Bereich der Fusionsforschung. Die Breite der Bevölkerung ist hierbei durch die Vielzahl an Förderprojekten mit unterschiedlichen, sich teils überlagernden, spezifischen Zielgruppen adressiert. Im Modul B adressieren die Projektideen dediziert Schulen. Es wird das Ziel verfolgt, an Schulen Interesse und Wissen zur Fusionsforschung durch zielgruppengerechte Ansätze zu steigern.
Gegenstand der Förderung sind vorwettbewerbliche Verbundprojekte aus den Bereichen Forschung, Entwicklung und Didaktik, die sich mit der Konzeption, Realisierung und begleitender Evaluierung innovativer, zielgruppenspezifischer Outreach- und Weiterbildungskonzepte für das Fusionsökosystem befassen. In begründeten Einzelfällen ist die Förderung von Einzelvorhaben möglich.
Gefördert werden ausschließlich Vorhaben, deren zu vermittelnde wissenschaftlich-technische Inhalte einen direkten Bezug zu den Programmschwerpunkten des Forschungsprogramms „Fusion 2040“ und Schlüsseltechnologie Fusion in der HTAD und zum Aktionsplan „Deutschland auf dem Weg zum Fusionskraftwerk“ aufweisen. Mögliche fachliche Inhalte sind beispielsweise physikalische Grundlagen der Fusion, magnetischer Einschluss und Plasmaheizung, Lasersysteme und Optiken, Targets und Injektionssysteme, Tritiumtechnologien, Fusionsmaterialien, Neutronen, Diagnostik, Kraftwerksdesign und periphere Komponenten, Einbindung der Fusion ins Stromnetz, Sicherheit oder Regulatorik. Darüber hinaus kann neben den spezifischen fachlichen Inhalten auch der Forschungs- und Entwicklungsprozess im Fusionssektor und der Weg zur Marktreife als solche behandelt werden.
- Modul A „Fusion kommunizieren“
In diesem Modul sollen primär Bevölkerungsgruppen adressiert werden, die bisher keine oder wenige Berührungspunkte mit der Fusion hatten und gegebenenfalls auch im Allgemeinen nicht wissenschafts- und technikaffin beziehungsweise -interessiert sind. Sekundär zielt die Maßnahme auch auf Bevölkerungsgruppen mit fachlichen Berührungspunkten oder interdisziplinärem Verknüpfungspotential zur Fusion ab, wie beispielsweise Studierende verwandter Fächer oder Arbeitnehmende im MINT-Bereich. - Modul B „schulische Akteure“
In diesem Modul sollen speziell Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte von Grundschulen bis hin zu Berufsschulen adressiert werden.
Das Antragsverfahren ist zweistufig angelegt.
In der ersten Verfahrensstufe sind bis spätestens 17. Juli 2026 zunächst Projektskizzen vorzulegen.
Die Vorlagefrist gilt nicht als Ausschlussfrist, Projektskizzen, die nach dem oben angegebenen Zeitpunkt eingehen, können aber möglicherweise nicht mehr berücksichtigt werden.
Weitere Informationen:
https://www.bmftr.bund.de/SharedDocs/Bekanntmachungen/DE/2026/05/2026-05-11-bekanntmachung-zukunftsenergie.html