Werkstatt Lyrik
Die eigene Fremdsprache
Dozent: Ulf Stolterfoht
Kompaktseminar: 06.- 08.05.2022
Fr 15-10 Uhr
Sa 10-13 und 15-18 Uhr
So 10-13 Uhr
Ort: wird noch bekanntgegeben
Beginn: c.t.
Maximale Teilnehmerzahl: 20
Schlüsselqualifikationsseminar: 3 ECTS-Punkte
Das seltsamste und gleichzeitig das beglückendste Gefühl beim Schreiben von Gedichten erwartet einen erst am Ende. Wie aus einem dunklen Tunnel kommt man zurück ans Tageslicht, schaut auf das Geschriebene und weiß: Jetzt ist es fertig! Da muss nichts mehr getan werden!
Großartig. Aber das eigentliche Wunder geschieht erst danach: je länger man das Ergebnis nämlich betrachtet, umso weniger kann man begreifen, wie einem etwas so Tolles gelingen konnte. Und das Allerschönste: oft hat man keinen blassen Schimmer, was das alles bedeuten soll! Die eigene Sprache ist einem glücklich fremd geworden.
Nur um Missverständnissen vorzubeugen: es geht hier nicht darum, einem raunenden Mystizismus das Wort zu reden – ganz im Gegenteil scheint einem diese Fremdheit nicht zuzufliegen, man muss sie sich hart erarbeiten, auch wenn einem die entsprechenden Prozesse am Ende vielleicht gar nicht mehr erinnerlich sind.
Im Seminar soll es in Schreib- und Übersetzungsübungen genau darum gehen: uns das Vertraute auszutreiben und das Fremde anzulocken. Und am Ende wahrscheinlich auch darum, das Fremde auszuhalten.
Sollte auch das Sommersemester wieder digital oder hybrid verlaufen, werden alle Texte – fremde wie diejenigen, die im Seminar entstehen – bei ILIAS und in einer gemeinsamen Ablage hochgeladen und können bei der Besprechung individuell aufgerufen werden. Die Anfangszeiten können im Falle von Präsenzseminaren variieren, um eine asynchrone Teilnahme an den digitalen Formaten zu ermöglichen und wegen eventueller Lüftungspausen.