Ausschreibung im Bereich Geowissenschaften
24.06.2026
BMFTR: Deutsch-brasilianischer Innovation-Hub für klimaneutrale Energieerzeugung
Frist: 10. September 2026 (Zweistufiges Verfahren, Projektskizzen)
Ziel des Förderaufrufs ist der Aufbau einer bilateralen Partnerstruktur zur Innovationszusammenarbeit im Bereich der klimaneutralen Energieerzeugung. Dieser Innovation-Hub soll sein physisches Zentrum in Brasilien haben. Perspektivisch soll der Hub mit weiteren Ländern in der Region Lateinamerika vernetzt sein. Die Einbindung dieser Partner soll einen deutlichen Mehrwert im Sinne der Ziele dieses Förderaufrufs haben.
Brasilien ist ein weltweit einzigartiger Standort mit sehr hohem Potenzial für die klimaneutrale Energieerzeugung. Bei der Nutzung nachwachsender Rohstoffe ist das Land ein internationaler Schlüsselakteur und verfügt über enorme Mengen biogener Ressourcen. Aufgrund der hohen Verfügbarkeit von Energie und insbesondere Strom aus erneuerbaren Quellen ergibt sich ein erhebliches Potenzial zur wettbewerbsfähigen Produktion von grünem Wasserstoff, seinen Derivaten und weiteren Energieträgern wie Bioethanol. Brasilien ist daher für die zukünftige Versorgung von Deutschland mit grünen Molekülen von hoher strategischer Relevanz.
Diese Voraussetzungen sind eine hervorragende Basis für die gemeinsame Entwicklung von Wertschöpfungsketten, die die Produktion von grünem Wasserstoff und Wasserstoffderivaten sowie nachhaltigen Flugkraftstoffen zum Ziel haben. In Brasilien besteht insbesondere für diese Technologieoptionen der klimaneutralen Energieerzeugung noch Innovationsbedarf. Ein weiteres zentrales Entwicklungsfeld für die nachhaltige Energie- und Kraftstoffforschung der kommenden Jahre liegt in der Entwicklung von Nutzungsoptionen für landwirtschaftliche und agrarindustrielle Reststoffe.
Ziel ist es, die Kooperation mit Brasilien in diesen Innovationsbereichen langfristig zu intensivieren. Mit der Förderung im Rahmen dieses Aufrufs soll ein breites Netzwerk an deutschen und brasilianischen, sowie perspektivisch weiteren lateinamerikanischen Partnern aufgebaut werden, das Ausgangspunkt für Forschungs- und Innovationsaktivitäten in gemeinsam definierten Fragestellungen ist.
Wie kann der Deutsch-Brasilianische Innovation-Hub aussehen?
Der Hub soll als Institut o.ä. an der Partnerinstitution in Brasilien etabliert sein und im Organigramm der Institution sichtbar werden oder über ein Gründungsdokument verfügen. Feste gemeinsame Büro- oder Laborräume in Brasilien, eine dauerhafte personelle Präsenz an der Partnerinstitution, ein paritätisch besetztes Steuerungsgremium, wie Aufsichtsrat, Beirat oder ein bilateral besetztes Direktorium sollen Elemente der dauerhaften Partnerstruktur sein.
Gefördert wird der Aufbau einer gemeinsamen dauerhaften Partnerstruktur für Forschung und Innovation von deutschen, brasilianischen und perspektivisch weiteren lateinamerikanischen Partnern (Innovation-Hub) entsprechend Modul 5 der oben genannten Rahmenbekanntmachung. Zentrale Elemente des Hubs sollen z. B. gemeinsame Forschungsgruppen, Laboratorien, Versuchsanlagen o.ä. aber auch institutionalisierte Netzwerke in Brasilien sein. Die Maßnahme zielt auf den Aufbau eines realen, sichtbaren und dauerhaften Hubs in Brasilien nach den unten genannten Kriterien.
Mit dem aufzubauenden Innovation-Hub soll die Zusammenarbeit in folgenden Forschungsthemen der klimaneutralen Energieerzeugung ausgebaut werden:
- Grüner Wasserstoff und Wasserstoff aus Biomasse;
- Wasserstoffderivate;
- Biokraftstoffe;
- nachhaltige Flugkraftstoffe;
- Materialforschung mit Bezug zu den hier genannten Energiethemen.
Das BMFTR begrüßt die Einbindung von Kleinen und Mittleren Unternehmen (KMU) in Deutschland und dem Zielland in die entstehenden Partnerstrukturen, wo dies sinnvoll ist. Unternehmen können zur anwendungsorientierten Verknüpfung von Wissenschaft und Wirtschaft und zur Verwertung der wissenschaftlichen Ergebnisse der Partnerstrukturen beitragen.
Die Projekte sollen in drei Phasen gegliedert sein:
- eine bis dreijährige Aufbauphase,
- eine anschließende Hauptphase von bis zu vier Jahren sowie
- eine Schlussphase von bis zu zwei Jahren.
Das Antragsverfahren ist zweistufig angelegt.
In der ersten Verfahrensstufe sind bis spätestens 10. September 2026 zunächst Projektskizzen vorzulegen.
Weitere Informationen:
https://www.bmftr.bund.de/SharedDocs/Bekanntmachungen/DE/2026/06/2026-06-15-foerderaufruf-energieerzeugung.html