Digital Humanities Center

Laufende Projektbeteiligungen

HUMAN ORIGINS – Exzellenzcluster für die Integrative Erforschung Menschlicher Ursprünge (2026–2032) — Dieser Exzellenzcluster (Sprecherin: Prof. Dr. Katerina Harvati, Paläoanthropologie; Co-Sprecher: Prof. Dr. Christopher Miller, Geoarchäologie; Prof. Dr. Nicholas J. Conard, Ältere Urgeschichte und Quartärökologie) widmet sich der interdisziplinären Erforschung der menschlichen Evolution über die letzten fünf Millionen Jahre durch Integration biologischer, kultureller und ökologischer Perspektiven. Gemeinsam mit dem QBiC verantwortet das Digital Humanities Center das Forschungsdaten- und Forschungssoftware-Management und die Bereitstellung von Forschungsinfrastruktur für den Cluster.


MANTRAMS - Mantras in Religion, Media, and Society in Global Southern Asia (2024–2030) — In diesem ERC Synergy Grant (Principal Investigator: Prof. Dr. Carola Lorea, Institut für Religionswissenschaft) werden durch einen interdisziplinären Ansatz umfassende klangliche, visuelle und digitale Textarchive religiöser Mantras erstellt. Das Digital Humanities Center stellt das professionelle Datenmanagement sicher und betreut die Website- und Datenbankentwicklung. 


Monastic economies in the Carolingian Age – Farfa and Fulda (2026–2029) — Um 750 n. Chr. war etwa ein Drittel des christlichen Westeuropas im Besitz kirchlicher Institutionen, wobei die bedeutendsten und kohärentesten Institutionen Klöster waren. Das DFG/AHRC-Projekt (Leitung: Dr. Johanna Jebe, Prof. Dr. Steffen Patzold; Seminar für mittelalterliche Geschichte; Prof. Dr. Marios Costambeys; University of Liverpool) untersucht die Bedeutung dieser Besitzverhältnisse auf lokaler Ebene im 8. und 9. Jahrhundert. Drei methodologische Probleme müssen gelöst werden: 1. Die Schätzung der Größe kirchlichen Landes. 2. Die begrenzte Auswahl an überlieferten Dokumenten. 3. Das Land wurde nicht von Adeligen, sondern von mönchischen Gemeinschaften verwaltet. Im Projekt werden die archivarischen Praktiken der Karolingerzeit anhand von Fallstudien zu den Klöstern Farfa (Italien) und Fulda (Deutschland) digital analysiert. Das Digital Humanities Center unterstützt das Projekt im Bereich XML/TEI und bei der Erstellung einer Webseite für die Veröffentlichung der digitalisierten und annotierten Chartulare. Zum Projektende unterstützt das Digital Humanities Center bei der Aufbereitung der Daten zur Langzeitarchivierung.


Von Schmuckstücken zu Ökosystemen: Untersuchungen von Hominin-Mammut Interaktionen im späten Pleistozän der Schwäbischen Alb (Süddeutschland) (2025–2028) — Ziel dieses DFG-Projekts (Leitung: PD Dr. Dorothée Drucker, PD Dr. Britt M. Starkovich, Dr. Sibylle Wolf; Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment) ist es, Veränderungen in den Interaktionen zwischen Homininen und Mammuts im späten Mittelpaläolithikum und Magdalénien (ca. 60.000 bis 14.000 cal BP) in Süddeutschland zu analysieren, mit besonderem Fokus auf die Schwäbische Alb. Zu diesem Zweck wird ein multidisziplinärer Ansatz angewendet, um mögliche ökologische und soziale/kulturelle Rückkopplungsschleifen in der Beziehung zwischen den beiden Arten zu untersuchen. Das Digital Humanities Center stellt die virtuelle Forschungsumgebung Spacialist zur Verfügung, um eine Datenbank mit umfassenden Informationen zu archäologischen Fundplätzen, Mammutknochen und Artefakten aus Mammutknochen oder Mammutelfenbein zu erstellen. Zum Projektende unterstützt das Digital Humanities Center die Forschenden bei der Aufbereitung der Daten zur Langzeitarchivierung.


Mission als Beziehungsgeschichte: Akteure und Übersetzungsräume in der Kapuzinermission im Königreich Kongo des 17. und 18. Jahrhunderts (2025–2027) — Das historische Königreich Kongo in Westzentralafrika ist für seine frühe und weitgehend autonome Annahme des Christentums seit dem späten 15. Jahrhundert bekannt. Neuere Forschung betont die Bedeutung von Verflechtungs-, Aneignungs- und Übersetzungsprozessen für die Analyse dieses Phänomens. Das DFG-Projekt (Leitung: Prof. Dr. Christina Brauner; Seminar für Neuere Geschichte) untersucht den zwischen ca. 1645 und 1715 entstandenen Quellenbestand der Kapuzinermission. Im Zentrum stehen vier Missionsberichte, die mittels close reading und systematisch-vergleichender Analyse ausgewertet werden. Die Missionsquellen werden als doppelte Übersetzung betrachtet: Sie dokumentieren Aushandlungen zwischen Missionaren und Indigenen sowie die mediale Aufbereitung für Europa. Dies verbindet lokale Interaktionen mit globalen christlichen Verflechtungen und macht machtvolle Dynamiken jenseits der Eliten sichtbar. Das Digital Humanities Center stellt die virtuelle Forschungsumgebung Spacialist zur strukturierten Erfassung und Analyse der Missionsberichte zur Verfügung. Die Langzeitarchivierung von Forschungsdaten in FDAT wird ebenso durch das Digital Humanities Center begleitet und gewährleistet werden.


Technologietransfer im zentralen Mittelmeerraum: Antike Kalkmörtel aus Karthago, Pantelleria und Solunt (2025–2027) — In diesem DFG-Projekt (Leitung: Prof. Dr. Susanne Greiff, Dr. Christoph Berthold, Dr. Silvia Amicone) entwickelt das Digital Humanities Center gemeinsam mit dem Projektteam eine virtuelle Forschungsumgebung zur Erfassung geologischer Proben von Mörteln und dazugehöriger archäometrischer Analysedaten. Kalkmörtel waren in der Klassischen Antike weit verbreitet und wurden als „Klebstoff“ im Mauerwerk, Schutzschicht oder Fußbodenbelag verwendet. Kalkmörtel bestehen aus einem Bindemittel und Zuschlagstoffen, deren Untersuchung Hinweise auf Herstellungsprozesse und Rohstoffe liefert. Seit dem 5. Jh. v. Chr. fand die Mörteltechnologie aus dem östlichen Mittelmeerraum im zentralen Mittelmeerraum Verwendung; durch die Analyse von Mörteln aus Karthago, Pantelleria und Solunt (5. Jh. v. Chr. bis 1. Jh. n. Chr.) können Entwicklung und Verbreitungswege der Mörteltechnologien sowie Technologietransfers untersucht werden.


Ottoman military and economic expansion in Central and Eastern Europe in 1526–1699 in the light of coin findings (2024–2027) — In den Jahren 1526 bis 1683 dehnten die Osmanen ihre Besitzungen in Mittel- und Osteuropa erheblich aus, von denen ein großer Teil in den Kriegen der Heiligen Liga 1683 bis 1699 verloren ging. Die von den Osmanen kontrollierten Gebiete wurden in zwei Arten unterteilt, die sich in ihrem rechtlichen Status unterscheiden: 1. Gebiete, die direkt von der osmanischen Verwaltung kontrolliert wurden; 2. Vasallenstaaten der osmanischen Sultane. Während des Untersuchungszeitraums änderte sich der rechtliche Status der eroberten Gebiete in Abhängigkeit von einer Reihe von Faktoren. Ziel des MSCA4Ukraine-Projekts (Leitung: Dr. Sebastian Hanstein, Dr. Dmytro Yanov; Forschungsstelle für Islamische Numismatik Tübingen (FINT)) ist es, den Status der osmanischen Münze in den zwischen 1526 und 1683 eroberten Gebieten und die politischen und wirtschaftlichen Faktoren, die ihn beeinflussten, zu untersuchen. Das Digital Humanities Center entwickelt eine spezifisch auf das Projekt zugeschnittene, öffentlich zugängliche Münzdatenbank.


Land and Loyalty: Politsche Dimensionen herrscherlicher Landvergabe in der spätrömischen Welt (4.-6. Jh.) (2024–2027) — In diesem DFG/AHRC-Projekt (Leitung: Prof. Dr. Sebastian Schmidt-Hofner, Seminar für Alte Geschichte; Prof. Dr. Carlos Machado, University of St Andrews) stellt das Digital Humanities Center dem Projektteam die virtuelle Forschungsumgebung Spacialist zur Verfügung um eine Datenbank zu erstellen für die Katalogisierung aller erhaltenen Belege über die Gewährung und Beschlagnahme von Land und/oder Rechten darauf an Einzelpersonen, Kirche und andere Entitäten aus dem untersuchten Zeitraum. Die Langzeitarchivierung von Forschungsdaten in FDAT wird ebenso durch das Digital Humanities Center gewährleistet werden.


Dörflicher Einzelhandel und globale Güter in Deutschland und England 1650-1810 (2024–2027) — In diesem DFG-Projekt (Leitung: PD Dr. Daniel Menning, Seminar für neuere Geschichte) stellt das Digital Humanities Center dem Projektteam die virtuelle Forschungsumgebung Spacialist zur strukturierten kollaborativen Erfassung und Analyse umfassender Daten über Besitzer und Inventare von Dorfläden in Deutschland und England im Zeitraum 1650-1810 zur Verfügung. Die Langzeitarchivierung von Forschungsdaten in FDAT wird ebenso durch das Digital Humanities Center begleitet und gewährleistet werden.


NFDI4Objects (2023–2027) — NFDI4Objects ist ein Konsortium mit mehreren Dutzend Partnerorganisationen im Rahmen der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI), das versucht, eine Forschungsateninfrastruktur für die materiellen Hinterlassenschaften der Menschheitsgeschichte zu etablieren. Das Digital Humanities Center bringt seine Expertise bei der Entwicklung und dem Betrieb von Forschungsdatenrepositorien, digitaler Infrastrukturen und Datenbanklösungen ein und wird sich auch bei der Überführung der Ergebnisse des Konsortiums in die Ausbildung engagieren.


Sonderforschungsbereich 1391 - Andere Ästhetik, 2. Förderphase (2023–2027) — Das Digital Humanities Center unterstützt den SFB beim Datenmanagement und bei der Forschungsdatenarchivierung und entwickelt gemeinsam mit verschiedenen Teilprojekten virtuelle Forschungsumgebungen und webbasierte Datenbanklösungen, etwa mit dem Teilprojekt B04 Handelnde Personifikationen als ästhetische Reflexionsfigur in der Literatur und Kunst des Mittelalters (Prof. Dr. Sara Linden und Dr. Daniela Wagner), dem Teilprojekt A04 Bade- und Kurmusik in der Frühen Neuzeit (Prof. Dr. Thomas Schipperges und Lorenz Adamer) und dem Teilprojekt A01 Ästhetik der Ämter: Repräsentation spätrömischer Reichsbeamter (4-6- Jh.) (PD Dr. Cristina Murer, Prof. Dr. Schmidt-Hofner, PD Dr. Martin Kovacs).


Im Koordinationsprojekt des Schwerpunktprogramms 2361 - Auf dem Weg zur Fluvialen Anthroposphäre (2023–2026; Koordination: Prof. Dr. Christoph Zielhofer, Universität Leipzig) kommt dem Digital Humanities Center die Rolle zu, eine virtuelle Forschungsumgebung für die projektübergreifende Datenerfassung und Datenanalyse aufzusetzen, zu betreiben und entsprechend projektspezifischer Erfordernisse weiterzuentwickeln.


Dictionnaire étymologique des créoles français d'Amérique (DECA) (seit 2023) — Die Umsetzung des gedruckten DECA als webbasiertes Wörterbuch zu den französischen Kreolsprachen der Karibik in Zusammenarbeit mit der Tübinger Romanistischen Sprachwissenschaft (Leitung: Prof. Dr. Evelyn Wiesinger). Die Daten wurden bereits in ein XML-Format übertragen, und ein erster funktionaler Prototyp der Website wurde entwickelt.


Sprechchor/chorisches Sprechen: Formen und Funktionen in der Musik (2022–2025) — In diesem DFG-Projekt (Leitung: Prof. Dr. Thomas Schipperges, Musikwissenschaftliches Institut) stellt das Digital Humanities Center die virtuelle Forschungsumgebung Spacialist zur Verfügung, um eine Datenbank mit umfassenden Informationen über Sprechchöre zu erstellen, unter anderem zu Werken, Uraufführungen, Orten, Quellen, Personen, Orchestern, Ensembles uvm. Zum Projektende unterstützt das Digital Humanities Center die Forschenden bei der Aufbereitung der Daten zur Langzeitarchivierung.


Sonderforschungsbereich 1070 - RessourcenKulturen (2021–2025) — Serviceprojekt Geo-S (PI) zusammen mit Prof. Dr. Martin Bartelheim (Jüngere Urgeschichte und Frühgeschichte) und Prof. Dr. Thomas Scholten (Bodenkunde und Geomorphologie), Schwerpunkt: Wissenschaftliches Datenmanagement und die Integration von angewandten Maschinellen Lernverfahren in die geisteswissenschaftliche Forschung (Möglichkeiten und Grenzen).


Inschriften des digitalen Ammertals (seit 2018) — Präsentation der überarbeiteten Ergebnisse einer Reihe von miteinander verbundenen Lehrveranstaltungen, die zwischen 2018 und 2021 in Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften sowie der Masterprofillinie Digital Humanities an der Universität Tübingen durchgeführt wurden. Die Kontrolle der Datenqualität und Korrekturen sind noch ausstehende Aufgaben, die Schritt für Schritt umgesetzt werden müssen.


3D-Museum der Universität Tübingen (seit 2018) — Entwicklung des 3D-Museums und Erstellung und Veröffentlichung dreidimensionaler Modelle von Objekten verschiedener Sammlungsbestände des Museums der Universität Tübingen