Institut für Klassische Archäologie

Forschungskolloquium

Mittwochs, 18 c.t. Seminarraum 165, Schloss Hohentübingen

24.10.2018 Prof. Dr. Andrew Stewart (Berkeley)

Divine Epiphany and Human Cultural and Technological Evolution on the Hephaisteion

31.10.2018 Dr. Antonio Crisà (Warwick)

Small monetifom objects in Roman Sicily: tokens and local cults

Token Communities in the Ancient Mediterraneanis an ongoing research project, funded by the European Research Council and carried out by the University of Warwick. The project seeks to assess the production of monetiform objects (the so-called tesserae or tokens) and their role in ancient societies. This is a subject which has been previously neglected by scholars and needs further investigations.

As a Research Fellow within the project, my role is to analyse the production of tokens in Hellenistic and Roman Sicily, studying sets of finds ‘rediscovered’ in Sicilian museums. The scope of my talk is to outline the results of my research, presenting a selection of case studies relevant to the Palermo and Messina provinces, assessing archaeological, iconographic, numismatic and historical sources at the same time. In particular, such data help us to better understand local religion, cults, traditions and civic life in the provincia Sicilia.

07.11.2018 PD Dr. Charlotte Schreiter (Bonn)

Weiße Götter — bleiche Gesichter. Perspektiven auf Abgüssen

14.11.2018 Prof. Dr. Achim Lichtenberger (Münster)

Neue Forschungen in Gerasa/Jerash. Das Danish-German Jerash Northwest Quarter Project

Seit 2011 unternimmt ein dänisch-deutsches Team geleitet von Achim Lichtenberger (Universität Münster) und Rubina Raja (Universität Aarhus) Feldforschungen im Nordwestquartier von Gerasa/Jerash in Jordanien. Die Ausgrabungen haben wichtige neue Erkenntnisse zur Siedlungsgeschichte dieser bedeutenden Stadt der Dekapolis erbracht. Erkenntnisse, die nicht nur die römische Urbanistik, sondern auch den Übergang von der byzantinischen zur umayyadischen Zeit sowie die Erdbebenzerstörung 749 n. Chr. betreffen. Das Projekt zeichnet sich durch den Einsatz diverser naturwissenschaftlicher Methoden aus, deren Ergebnisse im Vortrag thematisiert werden.

21.11.2018 Dr. Elizabeth Fentress

Terra septem diebus mugitum dedit.  The rise and fall of the monumental centre of Utica:  the INP-Oxford excavations

Seit 2010 wird die antike Stadt Utica in Tunesien durch ein Kooperationsprojekt des INP und der Universität Oxford erforscht. Mithilfe von geophysikalischen Untersuchungen und Grabungen wurde u.a. das Stadtzentrum im Bereich des Forums und seiner umliegenden Bauten untersucht. Der Vortrag gibt einen Überblick über diese Arbeiten und beschreibt dabei den Aufstieg und Fall des monumentalen Stadtzentrums.

09.01.2019 Prof. Dr. Heide Frielinghaus (Mainz)

Zornige alte Herren, liederliche junge Männer — Komödie in kaiserzeitlichen Wohnkontexten

Die im griechischen Kulturbereich entwickelte Komödie war für die Römer der Späten Republik und der Kaiserzeit Bestandteil der Unterhaltung, Zeichen höherer Bildung und Element repräsentierender Selbstinszenierung. In Wohnkontexten finden sich bildliche Darstellungen in Gestalt von Theaterrequisiten, einzelnen Schauspielern oder gar ganzen Szenen aus bestimmten Theaterstücken. Während letztere wenig überraschend vor allem in der Flächenkunst - wie z.B. Reliefs, Wandmalerei oder Mosaik - auftreten, waren einzelne Schauspieler vor allem Gegenstand der Rundplastik, wobei es sich in der Regel um kleine, nur wenige cm hohe Figürchen aus Ton oder Bronze handelt, größere Statuetten oder gar Statuen bilden eine Ausnahme. Solche Werke repräsentierten als Ideenträger zugleich die Geisteshaltung und das kulturelle Ambiente des Hausbesitzers, wobei einzelne Darstellungen oft mehrere Assoziationsanreize boten.

16.01.2019 Prof. Dr. Martin Langner (Göttingen)

Maßvergleiche an antiker Skulptur

23.01.2019 Prof. Dr. Katharina Lorenz (Gießen)

30.01.2019 Prof. Dr. Rolf Stucky (Basel)

Das sidonische Heiligtum des Eschmun und der Astarte — Altes und Neues

Nördlich der phönizischen Metropole Sidon, der libanesischen Hafenstadt Saida, liegt das extraurbane Heiligtum des Heilgottes Eschmun und der Liebesgöttin Astarte. Im späten 7. Jahrhundert v. Chr. an der Quelle Yldal gegründet, erlebte es im frühen 4. Jahrhundert v. Chr. seinen Höhepunkt: Auf einem 30 m hohen Podium erhob sich ein vollständig aus pentelischem Marmor errichteter Tempel ionischer Ordnung mit orientalischer Innenarchitektur. Die Votive in Gestalt kauernder und sitzender Kinder folgten in Ikonographie, Stil und Material ebenfalls griechischem „Trend“; die zugehörigen Votivinschriften sind allerdings alle in phönizischer Sprache abgefasst. Nachdem während des libanesischen Bürgerkriegs nahezu alle Skulpturen „verschwunden“ waren, stellen uns fünf im Frühling 2018 nach Beirut zurückgekehrte Statuen vor unerwartete Fragen der Interpretation.

06.02.2019 Dr. Eva-Maria Mohr (Cottbus)

Die Entwicklung der Stadt Assos in vorrömischer Zeit

Beinahe 130 Jahre nach den Forschungen des American Institute of Archaeology in Assos unter Joseph T. Clarke, Francis H. Bacon und Robert Koldewey, begann im Jahr 2010 das von der DFG geförderte Projekt ›Die Entwicklung der Stadt Assos von den Anfängen bis in römische Zeit‹ Das südtroische Assos – eine Kolonie der aiolischen Polis Methymna auf Lesbos – wurde in der Vergangenheit vor allem für seine hellenistischen Agorabauten, die Stadtmauern, den eklektizistischen spätarchaischen Athenatempel und die Gräber der Westnekropole zitiert. Nachdem die Morphologie der Siedlung(en) am Berg von Behram jedoch unbekannt war, stehen seit 2010 archäologische und bauhistorische Studien zur Stadtbefestigung, Akropolisbebauung, Agora-Südhalle sowie die Analyse der Siedlungsentwicklung im Fokus. Dabei widmet sich das Projekt der BTU Cottbus-Senftenberg in Kooperation mit der Onsekiz Mart Üniversitesi Çanakkale dezidiert Fragen der städtischen Physiognomie im Kontext von Region und Geschichte und führt in diesem Zusammenhang seit acht Jahren Vermessungsarbeiten, Reinigungen und Grabungen im gesamten Stadtgebiet durch. Der Vortrag soll einen Überblick zum aktuellen Forschungsstand bieten. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den vorrömischen Siedlungsphasen.

13.02.2019 Dr. Kornelia Kressirer (Bonn)

Das Greisenalter in der griechischen Vasenmalerei — Bilddeutungen auf dem Prüfstand

Das Greisenalter in der Antike – dieses Thema erlebte in den letzten Jahren recht großes Interesse in den Altertumswissenschaften. In einem umfangreichen Forschungsprojekt wurde die wichtige Gattung der griechisch-mutterländischen Vasenmalerei in den Fokus gestellt. Zusätzlich wurden antike Schriftquellen untersucht, in denen mit den Bildern vergleichbare Themen zur Sprache kommen. Ausgewertet wurden über 1.300 Greisenfiguren aus dem Zeitraum 620/610 bis 370 v. Chr., also vom ersten Auftauchen bis zu den letzten Vertretern in der genannten Kunstgattung. Es zeigte sich, dass Greise und in geringem Umfang Greisinnen bei zahlreichen Bildthemen und in vielfältigen Szenen in Erscheinung treten und damit keinesfalls als Randerscheinung in der antiken Welt gelten können. Vielmehr standen den unterschiedlichen Altersgruppen eigene Rollen in Familie und Gesellschaft zu, so auch den Ältesten. In dem Vortrag werden einige ausgewählte Werke vorgestellt, bei denen dank der intensiven Auseinandersetzung mit den Darstellungstraditionen von Greisenfiguren in der Vasenmalerei bisherige Bilddeutungen revidiert werden konnten und ein neues Verständnis der Darstellungen möglich wurde.