Institut für Klassische Archäologie

PreisträgerInnen


2018

Dr. Veronika Sossau

Kurzbiographie

Veronika Sossau studierte von 2000 bis 2008 Klassische Archäologie, Deutsche Philologie, Alte Geschichte sowie Ur- und Frühgeschichte in Innsbruck und arbeitete während ihres Studiums an zahlreichen Ausgrabungs-, Fundbearbeitungs- und Museumsprojekten in Österreich, Italien, Griechenland und der Türkei mit. Von 2010 bis 2014 war sie als Assistentin für Klassische Archäologie an der Universität Innsbruck tätig und leitete zudem zwei kleinere Projekte zum spätantiken Aguntum. Nach ihrer 2015 erfolgten Promotion „Opfer, Kommunikation und Macht: Eine archäologische Untersuchung des Konsums und der Distribution von Fleisch im vor-archaischen und archaischen Griechenland“ (Betreuung: E. Kistler, Zweitgutachter: C. Ulf)  wechselte sie an die Universität Tübingen, wo sie im Projekt „Ressourcensuche als Auslöser von ‚Kolonisationsprozessen‘? Ursachenforschung zur Gründung griechischer Pflanzstädte zwischen Schwarzmeer und westlichem Mittelmeer“ (SFB 1070, B04; Leiter: Richard Posamentir) mitarbeitete und sich auch in diesem Zusammenhang mit soziopolitischen Fragen befasste. Direkt nach Abschluss des Projekte trat sie im August 2017 eine Stelle als Assistentin für Klassische Archäologie in Basel an und beschäftigt sich im Rahmen ihres Habilitationsprojektes weiterhin mit Kulturkontakten und dabei vorrangig mit griechischer Plastik aus Randgebieten der antiken Welt.

 

Angemessene Anteile. Konsum und Distribution von Fleisch im geometrischen und archaischen Griechenland

Aus physiologischer Sicht ist Fleisch zwar kein vollkommen unverzichtbarer Bestandteil der menschlichen Ernährung, sein gemeinsamer Konsum und seine Verteilung nehmen aber einen besonderen Stellenwert im soziopolitischen Zusammenleben ein. Die vorliegende Untersuchung stellt Möglichkeiten und Methoden zur Diskussion, sich dem Stellenwert des Fleischkonsums innerhalb der Ernährung im geometrischen und archaischen Griechenland anzunähern. Im Zentrum stehen jedoch die sozialen Funktionen dieses Verhaltens (z. B. innerhalb von Macht- und/oder Geschlechterverhältnissen) und eine Auseinandersetzung mit damit zu verbindenden Instrumenten, wie etwa Messern. In Fallstudien werden die konkreten Fundvergesellschaftungen von Messern und Tierknochen in griechischen Heiligtümern und Nekropolen analysiert, differenziert und mögliche Interpretationsebenen aufgezeigt. Zudem werden Reflexionen über Konsum und Verteilung von Fleisch in der zeitgenössischen Vasenmalerei und Literatur untersucht, besonders die Motive des Fleischverteilers / Opferherrn und der ab dem 6. Js. v. Chr. zu fassenden größeren Opfergemeinschaft.