Die Grabungsarbeiten im Sommer des Jahres 2024 dienten dem Abschluss des großen Schnittes ABC, mit dessen Freilegung bereits im Jahr 2018 begonnen wurde. Die Benennung entspricht der sukzessiven Erweiterung unseres ursprünglichen Schnittes A, zunächst in nordwestlicher (B) und schließlich südöstlicher (C) Richtung. Im Ergebnis wurde ein quadratischer Sondageschnitt von etwa 10m Kantenbreite bis auf den gewachsenen Untergrund freigelegt (Abb. 1).
Das wichtigste Ergebnis der Grabung ist die Freilegung und Dokumentation von frühneolithischen Hausböden, die den frühesten Besiedlungsphasen an diesem Platz angehören. Im östlichen Areal des Grabungsschnittes war die Funderhaltung aufgrund von Versturz entweder des Daches oder einer Hauswand besonders gut, so dass mehrere zerscherbte Gefäße in situ geborgen werden konnten (Abb. 2). Das Fundmaterial entspricht dem ältesten Neolithikum im Banat. Neben Keramikgefäßen konnten zahlreiche Feuerstein-, Knochen- und Geweihgeräte, sowie ein weiteres kleines Beilchen aus Nephrit geborgen werden.
Nach dem Abtrag der ehemaligen Hausfußböden konnten die Fundamentgräben der Häuser dokumentiert werden. Es handelt sich um Fundamentgräben mit darin eingetieften Pfosten. Bereits in den Vorjahren konnten einige dieser linearen Strukturen angetroffen werden, die sich nun zu ganzen Raumstrukturen zusammenfügen lassen. Im Ergebnis offenbart sich eine agglutinierende Anordnung der Hauseinheiten, die radial um den Platz angeordnet sind. Offenbar wurde der Siedlungsplan mindestens einmal verändert, wie die sich überschneidenden Fundamentstrukturen zeigen.
Ausweislich einer Serie von mittlerweile 47 Radiokarbondaten lässt sich die Besiedlungsabfolge auf der Movila lui Deciov auch absolutchronologisch recht gut beschreiben. In der Zentralfläche lässt sich die Gründung der Siedlung um oder kurz nach 6000 calBC erfassen und über mindestens drei frühneolithische Siedlungsphasen kontinuierlich bis etwa 5600 calBC verfolgen. In der südlichen Peripherie der von einem Siedlungsgraben umschlossenen frühneolithischen Siedlung zeigt sich in unserem Grabungsschnitt D auch eine spätere Besiedlung während des Frühneolithikums um 5400 calBC. In diesem Bereich konnte auch ein spätneolithisches Haus erfasst werden, dessen Datierung um 4700 calBC liegt. In diesem Zeitraum und kurz danach wurde die Zentralfläche auch als Bestattungsplatz genutzt.
Ebenfalls im Sommer des Jahres 2024 konnte ein Team der Römisch-Germanischen Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts die geomagnetischen Messungen rund um den Fundplatz ausweiten (Abb. 3). Im Messbild zeichnet sich unmittelbar nördlich der frühneolithischen Kernsiedlung sehr deutlich ein verlandeter Flusslauf ab, der von dem heutigen Bewässerungskanal geschnitten wird. Möglicherweise wurde die frühneolithische Siedlung am Ufer dieses Wasserlaufes errichtet. Im Bereich Südlich der Kernsiedlung zeichnen sich weitere Siedlungsstrukturen ab, die teilweise von Zäunen umfasst zu sein scheinen. Begleitend zu den geophysikalischen Messungen wurden einige der Siedlungsstrukturen gezielt angebohrt, um einen ersten Datierungsanhalt zu erlangen. Die Auswertung dieser Bohrkerne steht noch aus.