Unterregenbach stand schon früh im Fokus der landesgeschichtlichen Forschung: Bereits 1752 konstatierte der hohenlohische Hofprediger Johann Christian Wibel aufgrund der Baugestalt des Kellers unter dem damaligen Pfarrhaus „[...] daß vor langen Zeiten ein kleines Kloster allda geweßen [...]. Wibels Verdacht sollte sich 128 Jahre später zweifelsfrei bestätigen, als im Zuge des Neubaus des heutigen Pfarrhauses östlich des ‚Kellers‘ eine Apsis zutage trat. Aus dem Bauschutt barg man Fragmente hochwertig gearbeiteter Säulen und Pfeiler, die seither Anlass zu kontroversen Diskussionen über die Datierung der Krypta und den zugehörigen Kirchenbau geben – bis zuletzt gab man einer Einordnung in die Ottonenzeit gegenüber einer karolingerzeitlichen Datierung den Vorzug.
Erste planmäßige Ausgrabungen führte der örtliche Pfarrer Heinrich Mürdel im Jahre 1908 durch. Beim Brunnenbau im Pfarrgarten war er auf Mauerreste und Estrichböden gestoßen, die sich letztlich als Teile eines mit rund 48 m Länge und 17 m Breite äußerst stattlichen Kirchenbaus, der sogenannten Großen Basilika, entpuppten. Angeregt von diesen Entdeckungen, formulierte der damalige Landeskonservator Eugen Gradmann das heute vielfach rezipierte ‚Rätsel von Regenbach‘, das die erstaunliche Diskrepanz zwischen diesen umfangreichen archäologischen Quellen und der mit lediglich drei Urkunden für Unterregenbach sehr spärlichen schriftlichen Überlieferung beschreibt.
Mitte des 20. Jahrhunderts verlagerte sich das Forschungsinteresse zunehmend auf die heutige Pfarrkirche St. Veit und die östlich davon gelegenen Bereiche. Verursacht durch eine rege Bautätigkeit und Renovierungsmaßnahmen im Ort, konnten dort von 1960 bis 1968 unter der Leitung von Günter P. Fehring zwei Vorgängerbauten der Veitskirche sowie weiträumige Siedlungs- und Gewerbeareale mit mehrphasiger Holz- und Steinbebauung freigelegt werden.
In dieser Zeit avancierte Unterregenbach zu einem regelrechten Hotspot der Mittelalterarchäologe Südwestdeutschlands: Das Fach war damals noch jung und befand sich in der Etablierungsphase hin zu einer eigenständigen Disziplin. Die Grabungen der Staatlichen Denkmalpflege in Unterregenbach führten dabei demonstrativ vor Augen wie hoch der Erkenntnisgewinn aus mittelalterlichen Bodenquellen angesichts spärlicher schriftlicher Überlieferung sein kann. Bis heute sind die Untersuchungen der Jahre 1960 bis 1963 jedoch die einzigen, die wissenschaftlich vollständig ausgewertet und publiziert worden sind.
Ausgelöst durch eine kritische Bilanzierung der bisherigen Forschungserkenntnisse und den daraus resultierenden Fragestellungen setzte ab 1979 im Rahmen eines Schwerpunktprogramms der Denkmalpflege abermals eine zehnjährige Grabungsphase unter der Leitung von Hartmut Schäfer und Günter Stachel ein, die sich mit der Großen Basilika und den Flächen zwischen den beiden Kirchen auf zentrale Bereiche des Komplexes konzentrierte. Die Ergebnisse dieser Ausgrabungen harren seither ihrer wissenschaftlichen Auswertung.