Dieses Projekt befasst sich mit der BCROSS-Forschungsfrage dieses SFBs, indem es eine sprachübergreifende Untersuchung der formalen und diskursiven Eigenschaften von Wiederholungsäußerungen (WÄs) wie etwa Wiederholungsfragen (auch Echo-Fragen genannt) durchführt. Da sie ein nicht standardmäßiges Klärungsupdate des CG vornehmen und oft außergewöhnliche formale morphologische, syntaktische und prosodische Eigenschaften haben, stellen WÄs einen idealen Testfall für die Beantwortung von BCROSS dar. Durch einen sprachübergreifend vergleichenden methodischen Ansatz ermittelt dieses Projekt, welche der außergewöhnlichen formalen Eigenschaften in direktem Zusammenhang mit der speziellen CG-Updatefunktion von WÄs stehen und welche hingegen aus grammatikinternen und oft sprachspezifischen Faktoren resultieren. Sobald wir ein trennscharfes Profil der Form-Funktions-Beziehung erstellt haben, die dem Klärungsupdate zugrunde liegt, werden wir es als Grundlage nehmen, um zu bestimmen, ob die Modellierung dieses Updates ein komplexes oder einfaches Modell des CG erforderlich macht.
Der spezifische Schwerpunkt des Projekts liegt auf Wiederholungsfragen und Wiederholungsfragmenten. Durch diese empirische Arbeit werden wir auf Projektebene ermitteln, welche formalen Eigenschaften von WÄs mit ihrer CG-Updatefunktion zusammenhängen, und anhand unserer Ergebnisse feststellen, welche bestehenden Analysen von WÄs sprachübergreifende Gültigkeit haben. Darüber hinaus evaluieren wir die Validität einer „sprechaktorientierten” Sichtweise auf WÄs, nach der WÄs als performative CG-Updates modelliert werden. Um diese theoretischen Aufgaben zu erfüllen, müssen wir uns auch mit komplexen Fragen zur Bildung von Fragen, Ellipsen und den Schnittstellen zwischen Syntax und Pragmatik sowie Syntax und Prosodie auseinandersetzen. Wir bewerten auch, inwieweit sich WÄs von ähnlichen nicht-kanonischen Fragen unterscheiden, wie zum Beispiel Quiz- und Verhörfragen.
Die Projektmitarbeiter*innen sind Prof. Dr. James Griffiths (PI), Dr. Timo Buchholz (Postdoc) und Ebrar Beşinci (Doktorandin). Die Sprachen, die wir derzeit untersuchen möchten, sind Englisch, Deutsch, Türkisch, Italienisch, Japanisch und Tschechisch/Russisch. Diese Stichprobe stellt ein Gleichgewicht zwischen typologischer Varianz und logistischer Durchführbarkeit her. Unsere Datenquellen sind Wahrnehmungsurteile über Akzeptanz/pragmatische Angemessenheit und Sprachaufzeichnungen. Wann immer möglich, ermitteln wir formale Beurteilungen durch Crowdsourcing-Experimente. Informelle Beurteilungen werden eingesetzt, wenn Crowdsourcing nicht praktikabel ist. Unser Projekt arbeitet eng mit Projekt B2 zusammen, das sich mit der Rolle der Prosodie bei der Vermittlung von Bias in Polarfragen in romanischen Sprachen befasst.