Der Wert und die Werte von CIVIS - ein Gespräch zum Europatag 2025
Podcast zum Europatag 2025
Zum Europatag 2025 diskutierten Prof. Dr. Karin Amos und Dr. Georg Hauzenberger, wie europäische Werte wie akademische Freiheit, Demokratie, Pluralität und gesellschaftliche Verantwortung die Arbeit der Universität Tübingen prägen – und wie die CIVIS‑Allianz diese weiter stärkt.
Als Verbund von elf europäischen Volluniversitäten und afrikanischen Partnerinstitutionen schafft CIVIS Raum für gemeinsamen Austausch, innovative Lehrformate, internationale Forschung und ein stärkeres Public Engagement.
Gäste:
- Prof. Dr. Karin Amos, Prorektorin für Lehre und Studium sowie Mitglied des CIVIS Education Councils
- Dr. Georg Hauzenberger, Leiter der Stabstelle Europäische Hochschulallianz (CIVIS)
Moderation:
- Christian Möllmann, CIVIS Global Partnership Officer
Abschnitte
00:00 Auftakt
00:13 Was sind die Werte von CIVIS?
05:57 Was macht das Europäische und die europäischen Werte konkret aus?
11:59 Wie kann CIVIS diese Werte an Universität und Zivilgesellschaft vermitteln?
17:55 Was kann CIVIS konkret für die Uni Tübingen leisten? Was können wir für die Allianz leisten?
25:20 Was sind die Prioritäten von CIVIS?
32:55 Geht es wirklich um europäische Werte oder doch um globale Werte?
38:00 Abschluss
Listen
Und interessante Anknüpfungspunkte für die Diskussion nachher im anderen Saal.
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Sicherlich, aber jetzt der Fokus auf unsere,
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wie gesagt unsere kleine Mini EU auf CIVIS und die Werte von CIVIS und
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vielleicht Frau Amos erste Frage an sie, was sind für Sie diese Werte von CIVIS
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und in welchem Verhältnis stehen diese oder sehen Sie diese zu den Werten
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unserer Universität?
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Ja, ich sehe da erst mal gar keinen Konflikt,
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also überhaupt gar keinen Wertekonflikt. Ich glaube, wir sind uns alle einig,
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dass akademische Freiheit, das das Miteinander,
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das Gestalten der Zivilgesellschaft, das Finden von Antworten auf die großen
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Herausforderungen, dass wir das alle teilen,
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dass also CIVIS geeint ist durch diese Perspektive,
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dass die Universitäten einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten
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haben und dass wir den gemeinsam besser gestalten können als alleine,
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weil wir einfach schlagkräftiger sind, weil wir mehr sind,
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und weil eben auch die
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diversen Perspektiven eine echte Bereicherung sind.
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Also da würde ich gar keinen Widerspruch sehen. Ich glaube,
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der Widerspruch oder das Spannungsverhältnis ist gar nicht auf der
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Werteebene, sondern kommt durch eine Entwicklung,
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die sich erst im Laufe der Zeit in der Geschichte der Universitäten ergeben hat.
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Denn wenn man noch mal ganz zurückgeht an den Anfang, an Bologna im 11. Jahrhundert,
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da muss man sagen, da war die europäische Idee in einer
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Weise verwirklicht, die wir heute gar nicht mehr erreichen
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können, weil Latein war die Lingua Franca, es war sehr wenig reguliert, das heißt,
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die Studierenden konnten sich wirklich sehr frei bewegen,
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und es ging ja jahrhundertelang so, es waren auch die nationalen Grenzen,
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waren verhandelbar, verschiebbar und
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diese comunitas der Universität konnte auf eine ganz andere Weise realisiert
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werden und Bologna jetzt im 20. Und im 21. Jahrhundert versucht da wieder
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anzuknüpfen. Aber in der Zwischenzeit haben wir die
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Universitäten sozusagen in die nationalen Gesellschaften eingebettet und da unsere
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eigenen Traditionen entwickelt und auch zementiert,
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und da haben wir dann halt immer wieder die Verhandlungspunkte,
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wer gibt wo ab und zu, damit wir unsere.
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Und das ist vor allen Dingen für die Studienangebote ist,
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dass es ja auch kein Zufall ist, das eine große Herausforderung,
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weil wir eben so was haben wie eine nationale Bildungssouveränität,
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und das ist ja auch der Grund, warum die EU sich, was Bildung betrifft,
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grundständige Bildung, da lange Zeit sehr zurückgehalten hat und
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den Staaten da nicht rein regieren will, und wir merken es ja bei der
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unterschiedlichen Ausgestaltung
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der Studienprogramme, dass uns das wirklich,
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wenn wir gemeinsam etwas entwickeln wollen,
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dann wirklich vor Herausforderungen stellt.
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Also es ist nicht so sehr ein Werteproblem,
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es ist vielmehr ein praktisches Problem, und es ist die Frage,
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wie kommen wir da wieder hin, dass wir auf der einen Seite unsere
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Eigenständigkeiten bewahren, die uns auch
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identifizierbar machen, die uns auch erlauben,
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unsere Schwerpunkte zu setzen und trotzdem doch noch mal verbindlicher auf
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diese, auf diese europäische Idee uns
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einzulassen. Und ihr habt es ja gerade schon
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angesprochen, die geopolitische Situation im Augenblick
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ist wirklich sowas wie ein wake-up call, wo man sagen muss, also Europa,
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wenn du es jetzt nicht begriffen hast.
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Dass es wirklich darum geht, dass wir hier an einem Strang ziehen und
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gemeinsam die Dinge entwickeln. Dann ist es wahrscheinlich zu spät,
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also ob wir noch mal wie gestern bei der Kanzlerwahl,
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irgendwie eine zweite Chance kriegen, ist dann halt auch die Frage.
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Also ich glaube, dass wir wirklich gut beraten sind,
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unsere Idiosynkrasien, so lieb sie uns sind,
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mal ein Stück zurückzusetzen und zu sagen gibt jetzt im Moment vielleicht
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wichtigere Aufgaben.
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Danke. Georg, wie würdest du das sehen? Was sind die Werte von CIVIS?
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Ich will in ein sehr ähnliches Horn stoßen. Also ich habe gerade auf meiner,
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ich habe da so Kärtchen wie man sieht in der Hand und habe gerade so einen Punkt
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nach dem anderen durchgestrichen oder abgehackt,
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hat mir gesagt weil du schon sehr viel angesprochen hast. Ich sehe es ähnlich,
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also CIVIS ist der Wert hinter CIVIS ist definitiv ein fundamental europäischer
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Wert und das ist vielleicht auch eine der der großen Herausforderungen für CIVIS,
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weil es eben ein europäischer Wert ist und nicht notwendigerweise ein Wert der
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Europäischen Union. Das ist ja auch in Westeuropa seit
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spätestens seit 2016, aber ich glaube auch vorher schon immer
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noch ein Thema gewesen und jetzt wieder ein Thema, ich meine,
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wir haben auch Partner in der Schweiz und im Vereinigten Königreich,
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Europa ist nicht die Europäische Union und die Europäische Union ist nicht
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Europa, das ist, glaube ich, ein ganz zentraler Aspekt,
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der die nicht als Herausforderung sehen würde.
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Aber jenseits dessen sind wir uns ja einig. Die Werte sind die gleichen,
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das ist eigentlich schon das Detail, das du angesprochen hast.
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Die Ideosynkrasie, hinter die man eigentlich schon
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zurückgehen müsste.
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Und ich glaube, CIVIS ist ganz stark populated.
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Ich wollte das auf Englisch sagen, da sprechen wir noch drüber, Anna,
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Punkt fürs nächste Mitarbeitergespräch ist schon schon fest eingeloggt,
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also CIVIS ist bevölkert von, definitiv von Europäern, von
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dedicated Europeans von von überzeugten Europäern,
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zu denen ich mich übrigens auch zählen würde.
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Also das ist jetzt im Vorgriff auf die nächste Frage,
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die da vielleicht noch kommen mag und die Europäische und Idee ist das was,
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was CIVIS zum Ticken bringt und wie du sagst, wir sind gut beraten,
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uns nicht in Nickligkeiten zu verlieren und
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ja, mehr glaube ich, brauche ich dazu gar nicht mehr sagen.
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Das wurde schon vieles gesagt. Wenn wir jetzt vielleicht auf eine
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Konkretionsebene darunter gehen, was was wären denn europäische Werte,
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also meint Ihr meinen sie akademische Freiheit oder Freiheit, Demokratie,
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Solidarität, was was macht denn das Europäische aus,
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worüber, woher sollen wir uns denn verständigen
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eigentlich in Europa und aber ich würde es gerne eben auch auf eine andere,
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noch konkretere Ebene bringen.
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Wie haben Sie, wie hast du diese Werte auch selbst
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erfahren und gelebt, auch in ihrer eigenen akademischen
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Laufbahn? Das würde mich sehr interessieren,
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wie sie auch persönlich zu diesen Werten gekommen sind, die erfahren haben,
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also vielleicht erstmal noch mal was, was macht es konkret aus für Sie?
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Ja, also eigentlich haben Sie, hast du gerade schon alles alles genannt,
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klar, also Demokratie auf jeden Fall, also auch das auch das Ringen auch auch
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das Verständnis, weil wir ja in Europa die Erfahrung
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gemacht haben, dass Demokratie nichts ist, was einem einmal gegeben ist.
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Und dann hat man es, sondern man kann es auch wieder verlieren,
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das ist eine schmerzliche Erfahrung, die wir gemacht haben,
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aber wir sind nicht das einzige Land in Europa,
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das solche Entwicklungen durchgemacht hat.
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Das heißt, es ist ein Wert, um den man immer wieder ringen muss,
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mit dem man sich auseinandersetzen muss. Dann der Respekt vor pluralen Stimmungen
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und Stimmen, also das wäre eben in
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Europa uns auch dadurch auszeichnen, dass wir auf der einen Seite gemeinsame
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Orientierungen haben, aber durchaus auch unterschiedliche
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Perspektiven, und das auch so etwas wie eine
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Streitkultur. Ein europäischer Wert ist, der für Universitäten, finde ich,
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gerade unabdingbar ist. Also man bringt Wissenschaft nicht
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dadurch voran, dass man sich immer einig ist,
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sondern man bringt Wissenschaft gerade dadurch voran,
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dass man eben unterschiedliche Positionen
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miteinander in Dialog bringt und dass man um die besten Argumente ringt.
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Also das sind, glaube ich, unhinterfragbar europäische Werte.
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Ich denke, dadurch, dass wir alle Europäer sind und in diesem
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Kontinent aufgewachsen sind, lässt sich das schwer trennen,
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sozusagen von jetzt eher nationalen Werten,
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sondern die Nationen Europas sind tatsächlich durchdrungen von diesen
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Vorstellungen und auch vielleicht von einem kritischen Umgang,
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weil wir ja eben sehen, natürlich, es läuft nicht immer,
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also wir haben sozusagen nicht dieses, was wir jetzt gerade bei Trump wieder
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sehr deutlich sehen, dieses sich ständig auf die Schulter
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klopfen, ne, wir sind irgendwie The Greatest Nation,
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und es war immer so, und wir sind überhaupt die allergrößten.
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Europa hat auch eher so was Selbstkritisches, und das, finde ich,
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ist auch ein Wichtiges
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Korrektiv ja, dass man auch bereit ist, sich immer wieder zu hinterfragen.
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Und es ist auch eine wichtige wissenschaftliche Eigenschaft zu
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überprüfen, ob man nicht auch mal auf dem Holzweg ist
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mit einer Theorie oder sich methodisch verrennt Georg,
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willst du noch was einwerfen dazu? Ich würde vielleicht im Großen und Ganzen
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natürlich zustimmen und wollte noch dazu sagen, also wenn man sich dann
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im positiven Sinne gestritten hat, wenn man an einer gemeinsamen Position
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angekommen ist, wenn man vielleicht mit unterschiedlichen
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Vorzeichen, aber sich letztlich auf ein paar
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fundamentale Grundlinien geeinigt hat, und das finde ich, gehört auch dazu,
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zu dieser Wissenskultur auf eine evidenzbasierte,
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also eine evidenzbasierte, Faktenbasierte Wissenskultur hat,
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und ich glaube, allein diese Wissenskultur an sich ist
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schon ein europäischer Wert,
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und wir sehen gerade den in den USA in Gefahr auch,
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dann ist Zusammenarbeit ganz wichtig, also dann eben die Partikularinteressen
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in den Hintergrund zu stellen und gemeinsam etwas zu schaffen,
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das sich dann auch durchaus sehen lassen kann. Da will ich dir wieder recht geben,
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wir tun wahnsinnig viel in Europa, wir reden nicht so oft drüber,
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das finde ich, ist an den Universitäten auch so ein Ding.
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Wir leisten, glaube ich, Großes gerade an allen wissenschaftlichen
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Einrichtungen, aber insbesondere an großen
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Volluniversitäten wie unserer eben. Ich sehe da hinten immer die,
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die Frau Amich Quinn sitzen und denke an Ethik und und Wissenschaftsethik und die
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Werte, die wir damit verbinden, das ist ein ganz großes gut,
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dass wir hier an unseren großen Volluniversitäten pflegen und ich
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sozusagen als Hausaufgabe würde ich uns als Universitäten,
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aber auch als CIVIS mitgeben, was wir uns ja auch selber als
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Hausaufgabe gesteckt haben, relevant zu sein und Verantwortung zu
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übernehmen für die Gesamtgesellschaft, für die Generationen,
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die da kommen und auch in die Welt hinauszugehen.
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Wir haben uns vielleicht in den letzten Jahren auch als Europa und als Europäer
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ein bisschen sehr wie du sagst, wir haben uns ein bisschen,
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vielleicht ein bisschen ausgeruht auf unseren Werten, und ich finde,
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wir müssen wieder ein bisschen mehr in die Welt hinaus mit.
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Wir müssten eigentlich jetzt nicht hier drin sitzen in unserem wunderschönen
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großen Senat mit den Rektorenbildern in diesem sehr bildungsbürgerlichen Raum,
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in dem wir uns gerade befinden, sondern wir müssten uns eigentlich hätten
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uns doch im im Eckstein treffen sollen.
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Und uns am besten im im Koll an eine dieser an diese langen Tische,
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da vom Kollegium vor der Frau Wilhelm Stift setzen und dort sprechen und mit
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den Bürgern die dort vorbeikommen auch in Kontakt treten und versuchen mal denen zu
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erklären, was wir hier eigentlich machen und das
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ist dann, das ist der Punkt, den ich für mich gerne in Anspruch nehmen
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würde, da meinen, was ich dazu leisten kann zu leisten.
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Ein gutes Stichwort. Und vielleicht können wir gleich bei dir
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bleiben. Georg, Wir haben jetzt ja einen Pop Up Store, ja,
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wir bringen ja CIVIS jetzt auch in die Stadtbevölkerung,
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zum Beispiel über dieses Instrument, aber was sind denn konkrete Instrumente
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und Aktivitäten, mit denen CIVIS das unterstützen kann,
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was du und was Sie gerade beschrieben haben,
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was hast du da konkret vor Augen oder konkreter vor Augen? Ja als Allianz, was,
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also
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ich meine there is strength in numbers. Wir haben eine halbe Million Studierende,
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wir haben 70.000, ungefähr, Mitarbeitende, sowohl wissenschaftliche als auch
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wissenschaftstützende, so muss ich sagen, wir haben eine Stimme in Europa,
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wir werden gehört, ich habe gerade heute wieder,
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war ich jetzt oder jetzt gerade, unmittelbar vorher war ich in 2
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Besprechungen, die eine auf nationaler Ebene,
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wo plötzlich Vertreter von großen Universitäten und Hochschulen in ganz
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Deutschland miteinander im Gespräch sind und wir drüber reden,
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wie kann man dem - bitte verlangt nicht die neue Abkürzung - das gewesene BM bis
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gestern noch gewesene BMBF, das hört auf die Allianzen,
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das hört diese Stimme.
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Die EU Kommission hört auf diese Stimme und es ist nur noch eine Frage der Zeit.
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Das Interessante ist, die etablierten Politikvertretungen der
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Universitäten in Deutschland, in Europa, die Hochschulrektorenkonferenz,
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die European Universities Association, die empfinden die Allianzen als Bedrohung,
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und das sagt mir was, das sagt mir nämlich, dass die Allianzen,
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dass CIVIS, eine ganz starke Stimme haben, die gehört wird.
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Und diese Stimme, glaube ich, können wir zum Tragen bringen.
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Und gleichzeitig, das ist sozusagen die große Welt,
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und ich glaube, gleichzeitig müssen wir das tun,
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was wir eigentlich jeden Tag tun, nämlich oder was wir eigentlich hier
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gerade auch tun, in die Universität Hineinstrahlen,
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auf unsere Studierenden hinausstrahlen, Bildung betreiben, wie sie gehört.
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Und auch du hast die Gedanken, die du schon geäußert hast,
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diesen diesen Spirit dieser europäischen, wenn nicht internationalen Community der
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Wissenschaffenden. Und es geht im Bachelor im ersten
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Semester los, im Idealfall also in meinem Fach war das
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zumindest so, ich glaube, das ist in vielen den meisten Fächern so,
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diese Community zusammenzubringen und auf eine neue, oder
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wieder stärker zu einer Community zu machen und uns da als Einzelne,
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als Universität, als Allianz dafür einzusetzen,
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dass diese Werte vermittelt werden und weitergegeben werden. Tradition auch.
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Danke Frau Amos, wie sehen Sie das? Ja, dem kann ich nicht nur anschließen,
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also mit wirklich aus aus vollem Herzen.
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Ich denke, dass wir, ich sehe gerade die die Kollegen vom
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Zentrum für Rechtsextremismusforschung, eben weil CIVIS eine große Allianz ist.
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Und weil wir eben in einer gesellschaftlichen Situation sind,
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in vielen europäischen Ländern, in denen Rechte,
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extrem rechte Parteien auf dem Aufschwung sind,
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gibt uns das noch mal die Möglichkeit, die amerikanische Universitäten im Moment,
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weil sie, glaube ich, die Stärke auch in Konkurrenz zueinander
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sehen
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irgendwie nicht nutzen, nämlich dass sie vereint auftreten und
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vereint für die Werte der akademischen Freiheit und der Freiheit in Forschung
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und Lehre eintreten. Also ich denke, das ist ein sozusagen
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zivilgesellschaftlicher wichtiger Aspekt, der die europäische Ebene noch mal betont
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und eben auch die Stärke,
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die Stärke dieser Allianz. Und dann haben wir natürlich tolle
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Projekte, also gerade eben auch im Bereich Service
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Learning im Bereich Citizen Science, Civic Engagement,
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das ist ja sozusagen auch die Programmatik von CIVIS,
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diese enge Verknüpfung mit der Zivilgesellschaft,
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sei es die Stadtgesellschaft, oder sei es dann eben auch überregionale
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Kooperationen
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zu knüpfen, und da sind viele Impulse ausgegangen,
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auch für unsere Universität. Und dann können wir auch voneinander
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lernen. Also du hast ja gerade schon hier die
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Räumlichkeit angesprochen, Georg, Ich denke,
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wenn es zum Beispiel um das Thema Inklusion geht,
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dann denke ich mir manchmal, also alleine jetzt,
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physische Barrierefreiheit ist für unsere Universität immer noch ein großes Thema.
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Müsste es aber eigentlich nicht sein, weil viele Sachen sind eher eine Frage
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des Willens als eine Frage des Könnens. Also ich und ich glaube,
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da sind auch einige CIVIS Partner schon wesentlich weiter als wir,
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auch was sozusagen die physische Gestaltung der Gebäude betrifft.
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Ich finde es zum Beispiel eigentlich ein Unding, ja, dass Studierende,
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die im Rollstuhl sitzen, hier in die neue Aula nur über den
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Hinterhof Zugang haben, das heißt, die können das Gebäude nicht
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so wie ihre Kommilitoninnen erreichen die einfach die Treppe hochgehen und wir
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haben die ganze Längsfront. Ja, wir könnten hier eine wunderbare Rampe
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bauen, also es sind Kleinigkeiten, ja, aber die durchaus
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auch zeigen, dass wir in diesen Werten, und das Glaube ich,
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ist ein ganz wichtiger Wert, dass Universitäten im Laufe der
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Jahrhunderte demokratischer geworden sind. Das ist ja auch für europäische
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Universitäten keine Selbstverständlichkeit, das heißt,
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dass wir an den Werten Diversität, Inklusion,
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die im Moment ja auch wieder in Bedrängnis geraten,
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unbedingt festhalten sollten und uns da auch wechselseitig stärken sollten.
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Vielen Dank. Wir biegen auch schon auf die Zielgerade
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ein und dann öffnen wir natürlich sofort für Sie und euch die Diskussion.
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Aber mit Robert Schumann wissen wir ja, dass auch der Nutzen nicht zu kurz kommen
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darf und das wäre meine letzte Frage, wenn man diese,
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diesen diese Begriffsbedeutung von Wert in Anschlag bringen möchte.
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Was konkret kann CIVIS für die Uni Tübingen in dieser Hinsicht leisten,
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aber was können wir auch für die Allianz leisten, was bringen die ein
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für die Allianz, wo sehen Sie die Schwerpunkte?
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Vielleicht fangen mit ihnen an, Frau Amos? Ja,
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also wir bringen im Grunde genommen das ganze Spektrum unseres Wissens ein,
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es ist ja eine universitätsweite Allianz, und das heißt,
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es gibt eigentlich auch kein Fach, das ausgenommen ist davon und
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das bedeutet, klar, ich meine, das glaube ich,
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da führt gar kein Weg dran vorbei, dass Employability die Frage
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qualifizieren wir die jungen Menschen so, dass sie dann auch in der Lage sind,
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die Gesellschaft voranzubringen, auch ökonomisch einen Beitrag zu leisten.
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Das ist schon ein Aspekt, den darf man nicht vernachlässigen, denn
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viele Universitäten in CIVIS glaube ich, mit Ausnahme vielleicht von Glasgow als
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assoziiertes Mitglied, aber viele Universitäten in CIVIS haben
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ja in dem Sinne keine Studiengebühren, sondern Verwaltungsgebühren.
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Das heißt bei allem und ich respektiere das völlig, ich weiß,
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dass ein Studium ist, eine ein großes, eine große finanzielle Belastung für die
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Studierenden, viele müssen arbeiten, um ihr Studium finanzieren zu können.
19:29
Das ist sicherlich nicht zu bestreiten, aber andererseits ist es auch so,
19:33
dass unsere Gesellschaften einen Beitrag leisten,
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indem sie Universitäten etablieren und damit der jungen Generation die
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Möglichkeit bieten, sich zu bilden. Und das heißt aber,
19:44
dass es schon irgendwie ein Eingeben und nehmen sein muss, das heißt,
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dass die Universitäten auch durchaus die Aufgabe haben, etwas zurückzugeben.
19:53
Und ich denke, wir haben tolle Dinge auf den Weg
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gebracht in der Forschung. Wir haben ja wichtige zentrale
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gesellschaftliche Themen, die die 5 Hubs in der Forschung aufnehmen,
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da passieren tolle Sachen, wir haben jetzt auch einen wunderbaren
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Master, der an dem einen Hub, der sich mit Klima und Klimawandel
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betrifft, angelagert ist. Der Tracee heißt der jetzt.
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Und das ist eine unglaubliche allianzweite Anstrengung,
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diesen interdisziplinären allianzweiten Masterstudiengang aufzugleisen.
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Wir haben tolle Projekte Iris Nikolopolis ist da tolle Projekte im Bereich Service
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Learning und das sind ja auch wichtige Skills und Qualifikationen,
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die Studierende mitnehmen, also sie lernen was über Projektfähigkeit,
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Projektmanagement, sie lernen was über Teamfähigkeit.
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Und das sind neben dem Wissen, dass wir vermitteln und in die in die
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Allianz einbringen, eben auch sogenannte Soft Skills,
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die notwendig sind. Vielen Dank. Georg, Du als 100% Beschäftigter für CIVIS an
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der Schnittstelle zwischen Allianz und kann jetzt hier wunderbar meine
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Universität anbringen, den ich eigentlich im Opening Statement
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unterbringen wollte, nämlich dass ich natürlich an dieser
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Stelle nicht für Frau Scheer sprechen kann,
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sondern nur für mich selber sprechen kann.
21:17
Und da ich eben Teil von CIVIS bin und von CIVIS bezahlt werde,
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bin ich vielleicht ein bisschen voreingenommen,
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sowohl positiv als auch negativ. Voreinnahme heißt ja nicht nur
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notwendigerweise, dass es, wenn man unbedingt positiv voreingenommen
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ist. Nein, ich würde sagen, jenseits dessen, was du schon gesagt hast,
21:40
Karin, Ich glaube CIVIS kann der Universität ein
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Spielfeld bringen
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das nicht von Konkurrenz geprägt ist. Also das andere Meeting,
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das ich heute hatte, war mit Baden, württembergischen Universitäten und da
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wurde ganz klar gesagt, ja, also über gemeinsame Lobbyaktionen in
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Stuttgart reden wir gerade nicht, weil gewisse Rektorate von den anderen
22:06
beiden großen Landesuniversitäten auf die Namen Tübingen und Karlsruhe gerade
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extrem allergisch reagieren.
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Aus offensichtlichen Gründen vielleicht. Nach dem 22. Mai wird es, glaube ich,
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wieder ein bisschen entspannter, aber bis dahin, glaube ich,
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brauchen wir über Gemeinsames in Baden Württemberg nicht reden.
22:28
Wir sind im Wettbewerb gegeneinander, wir sind vielleicht auch deutschlandweit
22:33
in einem Wettbewerb, und man, ich glaube, wir hier in unserem kleinen Dörfle,
22:38
müssen uns darüber gewahr sein, dass gerade alle sehr
22:44
sehr nach Tübingen gucken und eigentlich vielleicht mit Tübingen gemeinsam gerade
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nicht so viel machen wollen. Zumindest alle die,
22:52
die auch im Exzellenzwettbewerb stehen und unsere europäischen Partner verstehen
22:57
gar nicht, womit sich die Deutschen da beschäftigen,
23:00
die sind da total tiefenentspannt und wollen mit uns kollaborieren,
23:04
und das ist vielleicht dieses, da lässt sich für Tübingen, glaube ich,
23:08
dieses Gemeinsame eine eine Community viel leichter bilden als das
23:13
inländisch gerade möglich ist mit sogar noch dem Benefit,
23:17
dass wir dann die europäische Vereinigung, die wir auch als Wert sehen,
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im anderen in der anderen Definition auch noch wieder mitkriegen würden. Also da,
23:26
glaube ich, verbinden sich dann auch die beiden
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Definitionen von Wert wieder, weil wir damit eben diesen Grundwert der
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Gemeinsamkeit und des europäischen Gedankens wieder ihnen tatsächlichen Wert
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umsetzen können.
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Insofern das ist was, was die Allianz für Tübingen bringen kann
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und wo Tübingen sich meines Erachtens auch in die Allianz einbringen kann und
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das auch tut, nämlich mit seiner hervorragenden
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Forschung und Lehre und seinen hervorragenden Studierenden,
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die wir eben auch in diese Waagschale werfen können,
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mit ganz vielen Initiativen, und wir müssen es halt auch tun,
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das ist die Herausforderung an uns.
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Jeder Einzelne von uns muss sich dem Öffnen,
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insbesondere auch müssen wir uns administrativ, regulatorisch dem öffnen.
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Und ich glaube sowohl als CIVIS Allianz als auch als auch in Tübingen müssen wir
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höllisch aufpassen, dass wir uns nicht in KPIs und Zahlen und
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Indikatoren
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und Projektberichten und Financial Statements und in dem Verzetteln,
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was im im LHG oder in unserer Auslegung von irgendwelchen Verwaltungsvorgaben zum
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Teil selbst gemacht stehen mag, sondern den die Werte und den Gedanken in
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den Vordergrund stellen. Das ist das, was die CIVIS Allianz, glaube ich von uns,
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von all ihren Mitgliedern erwartet.
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Und das ist das, was alle Mitglieder der CIVIS Allianz
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hier bringen können sollten. Das war jetzt eher eine Forderung und
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weniger eine Möglichkeit, aber das ist vielleicht meine Rolle hier
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und eine wunderbare Überleitung zur allgemeinen Diskussion.
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Vielen Dank bis hierhin, jetzt ist es an Ihnen euch einzusteigen,
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wir haben genug Punkte die man diskutieren kann. Christoph bitte.
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Dadurch die Frage an mich richtest würde ich jetzt mal als erstes Antworten.
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Ich bin jetzt fast geneigt mit dem Amos Zitat zu antworten,
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das da lautet man kann ja das eine tun ohne das andere zu lassen.
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Nein du hast schon recht, wir müssen CIVIS muss Prioritäten setzen,
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das ist auch einer der Gründe warum wir heute hier sitzen und dieses Event
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stattfinden lassen, weil CIVIS die Allianz und das Projekt,
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das jetzt gerade ja so ein bisschen
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den Mid-Point gerade hinter sich gelassen hat und gerade sozusagen drüber nachdenkt,
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was kommt denn danach und gerade begonnen hat, drüber nachzudenken,
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was kommt denn danach. Es ist allen klar, dass priorisiert werden muss.
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Und gleichzeitig sind wir eben eine Allianz von 11 Volluniversitäten,
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Volluniversität bedeutet, wir machen alles,
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außer Hochdeutsch vielleicht.
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Es ist, es ist tatsächlich sehr schwierig, da eine gemeinsame Priorisierung
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hinzukriegen. Wir arbeiten gerade dran, die Prioritäten der einzelnen Mitglieder
26:51
rauszukitzeln, ich denke aber, dass sich die Punkte, die du genannt hast,
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gar nicht mal notwendigerweise gegenseitig ausschließen,
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denn man kann Zivilgesellschaftlich sich engagieren, im Sport, in Gesundheit,
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das ist noch also, das sind noch sehr, sehr breite, sehr breite Definitionen.
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Also ganz konkret haben wir eben alle unsere Flagships und nicht nur einen.
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Wir machen nicht nur diesen Tracee Master, wir machen auch noch ein Paar mehr,
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und ich glaube, wir sind groß genug, um mehr machen zu können.
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Die Herausforderung ist tatsächlich, ja, wie soll ich es formulieren,
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also ich finde
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wir machen zu viel, gar kein, gar keine, gar keine, gar keinen Widerspruch da.
27:43
Und es muss auch gekürzt werden. Ich persönlich hätte, glaube ich,
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eine Präferenzenliste, aber die unterscheidet sich ganz massiv
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von deiner, die unterscheidet sich von deiner,
27:56
die unterscheidet sich von deiner, die unterscheidet sich von deiner,
28:01
die unterscheidet sich von deiner.
28:04
Und die Schwierigkeit von so einem Strategieprozess Prioritäten festzulegen
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oder die Herausforderung dabei ist, alle Stimmen zu hören und dann mal zu
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gucken, dass man alle irgendwie mitnimmt, weil sonst verliert man Leute.
28:21
Bis jetzt hat die CIVIS Allianz da den den Ansatz gehabt,
28:25
es allen Recht machen zu wollen, das geht nicht.
28:32
Wir haben es jetzt mal versucht, hier in Tübingen mit diesem Pop Up Store,
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der es vielen Recht macht, weil er viele, weil er ein Markt der Möglichkeiten ist,
28:43
ist im Prinzip ein Supermarkt oder ein Eck,
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ein Tante Emma laden der Möglichkeiten und bis jetzt war es auch immer sehr
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Grassroots, was die CIVIS Allianz gemacht hat.
28:58
Ja, ich ich, ihr merkt ich, ich versuche mich da rum zu lavieren,
29:04
es ist eine extrem, es ist genau die Herausforderung,
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vor der wir stehen. Und wir arbeiten da dran,
29:12
auch in der nächsten Stunde, ja genau, letztlich vielleicht,
29:17
wo ich eigentlich vielleicht auch hin will ist,
29:21
wir machen aber gleichzeitig noch nicht genug.
29:26
Das will ich nämlich zurückspielen, weil gleichzeitig,
29:30
CIVIS macht unglaublich viel. Wir sind alle unglaublich gestresst.
29:33
Wir sind alle unglaublich herausgefordert, aber wenn ich hier so zähle,
29:38
wir sind 30 Leute. Die Uni Tübingen hat, glaube ich, wenn ich letztes Mal,
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als ich das letzte Mal alle einzeln durchgezählt habe, waren wir so bei so 28.
29:47
000 Studierenden oder 29. 000 und ein bisschen was über 6000,
29:50
7000 Mitarbeiter, von denen 30 jetzt hier sitzen.
29:57
Jeder sagt nächstes Mal jemandem dann Bescheid und dann sind wir 60 und weiter.
30:02
Wir sind 75 eigentlich jetzt gesagt. Aber Frau Amos,
30:06
sie wollten auch noch gleich zu, vielleicht nur kurz dazu.
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Also ich sehe ich verstehe auch das Argument, aber ehrlich gesagt,
30:15
ich finde es gar nicht schlimm, ich finde es nicht schlimm,
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wir sind ja erst seit 2019 unterwegs in der Allianz.
30:23
Das ist jetzt gar nicht so lange her und es ist ja ein riesen Tanker. Das heißt,
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bis da mal alle Bereiche irgendwie miteinander Kontakt aufgenommen haben,
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das dauert ja, und man braucht ja eine Durchdringung,
30:36
also das heißt, man merkt ja, das kommuniziert sich nicht von selbst in
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die Uni rein, sondern es braucht da auch eine
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entsprechende kritische Masse, also jemanden, der jemanden kennt,
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der jemanden kennt, der bei CIVIS aktiv ist.
30:49
Und bis man allein schon so bei diesem
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um 3 Ecken Prinzip angelangt ist, hat man einiges zu tun und ich finde es
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auch in Ordnung. Es ist ja auch in dieser in dieser Zeit,
31:00
in der so wahnsinnig viel sozusagen mit Gewalt gesteuert wird, ja,
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ist es ja irgendwie auch toll, dass wir jetzt in den Allianzen die
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Möglichkeiten haben, uns auch sozusagen selbst zu organisieren,
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ein Stück weit, und gleichzeitig würde ich aber auch
31:15
sagen, wir haben ja durchaus Profile, also wir haben ja durchaus auch
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eine Vision, wo wir hinwollen und was uns antreibt.
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Also von daher, ja, wahrscheinlich müssen wir uns in der
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nächsten Runde stärker fokussieren, aber dass das im Moment auch wirklich in
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die Breite geht, finde ich es strategisch auch richtig,
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weil man ja will, dass die Allianz sozusagen auch
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internalisiert wird als Teil der des des Tübinger Universitätsverständnisses.
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Und wenn ich vielleicht nur ergänzen darf, ich glaube, das ist gerade unsere Stärke,
31:54
dass wir als Volluniversitäten und Allianz von Volluniversitäten alles zu
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allem, was zu sagen haben und alles abdecken
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können. Wenn ich jetzt also, wenn wir jetzt public Engagement das
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Thema nehmen, ich meine, wir haben ein Projekt zu Aging,
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da sind viele Unis beteiligt, da sind mehrere medizinische Fakultäten,
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glaube ich, inzwischen beteiligt.
32:18
Das sind zivilgesellschaftliche Akteure beteiligt. Aber Herr Zipfel,
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Sie werden mir zustimmen, Aging ist ein ganz,
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ganz schmaler Streifen von einer ja der Medizin, der Soziologie,
32:31
der Politikwissenschaft, der Rechtswissenschaft,
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wer da so alle mitspielen, das ist ein so kleines Sozialgebiet,
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also das ist wichtig, aber es ist ein ganz kleiner Streifen von
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dem, was wir tun. Wir haben so viel mehr und
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ich würde nicht auswählen wollen, was wir lassen, wirklich nicht.
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Ich sehe gerade niemanden, aber ich hätte 2 fragen,
33:00
wenn man anders sprechen möchte. Für 2 Dinge steht CIVIS. Das eine,
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das muss ich jetzt sagen, sind die nicht europäischen
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Partnerschaften die
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Profilbestimmend sind würde ich ja fast sagen, ja für unsere Allianz,
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und das führt mich dazu, das etwas in Frage zu stellen,
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dass wir wirklich über europäische Werte sprechen. To be honest,
33:25
da habe ich eigentlich ein Problem mit, wir kommen ja eigentlich aus einer,
33:30
aus einer Phase in einer geschichtlichen Entwicklung,
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wo wir Global Citizens sein wollten, ja.
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Und das führt mich zu der Frage, ist eigentlich diese europäische
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Identität, diese europäischen Werte eigentlich nur
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Mittel zum Zweck? Meinen wir eigentlich globale Werte,
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und Europa ist die letzte Bastion, diese aufrechtzuerhalten und irgendwie
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auch durchzusetzen, mit welchen Mitteln könnte man da auch
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noch mal diskutieren, oder oder reden wir wirklich von einem,
33:54
von einer, von einer regionalen Identität, von regionalen Werten also?
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Ich sehe da ein Spannungsverhältnis und habe ein persönliches Problem damit.
34:03
Aber ich spreche natürlich nur für mich hier und gerade CIVIS steht dafür,
34:08
dass man diese europäischen Werte eben auch nicht europäisch denkt,
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sozusagen das angemerkt. Der zweite Punkt ist ein weiteres
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profilbildendes Merkmal für CIVIS ist ja diese Ausrichtung an Societal Challenges,
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sozialen Herausforderungen, ja.
34:24
Wie verhält sich das eigentlich mit dem Fokus auch der Uni Tübingen auf
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Grundlagenforschung, auf Forschung und eine
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Wissenschaftsfreiheit, die auch bedeutet, nicht unmittelbar anwendungsorientiert
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sein zu müssen? Sehen Sie da, siehst du da einen Widerspruch und das
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hat ja auch ganz konkrete Auswirkungen. Wenn wir bei CIVIS eigentlich immer nur
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Programme fördern wollen oder tun wir das wirklich? Weiß ich nicht,
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die sich sozusagen wirklich auf die sozialen Probleme stürzen und so weiter
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und jetzt unmittelbar Lösungen für diese entwickeln wollen, ist das für uns etwas,
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was wir zusätzlich machen, was wir on top machen oder hat das für
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uns auch strukturbildende Wirkung nach innen? Also können wir von dieser Mission,
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die CIVIS vertritt, was lernen oder nicht?
35:15
Ja, ich denke schon, dass wir was davon lernen können.
35:18
Vielleicht gerade noch mal zur zuerst mal merken,
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das ist eine wahnsinnig wichtige und ich denke, das gehört zur,
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wie auch immer jetzt modifizierten europäischen Identität dazu,
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dass sie selbstkritisch auch ihre Geschichte reflektiert und natürlich gar
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keine Frage, ist Europa tief verstrickt, ja in koloniale Strukturen und
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in das, was daraus folgt und was bis heute daraus
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folgt. Und wir bekleckern uns gerade auch, was den Umgang mit Flucht betrifft,
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an den europäischen Außengrenzen wirklich nicht mit Ruhm.
35:49
Also es gibt wirklich viele Baustellen, die wir auch offensiv anschauen müssen
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und auch noch mal kritisch reflektieren müssen,
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was heißt das für unsere Curricula, also ich glaub,
36:00
wir können auch nicht länger so tun, als würde die Welt mit der griechischen
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Antike beginnen und
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dann kommt irgendwie so ein Highlight. Europäische Aufklärung.
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Jetzt haben wir irgendwie das grandiose 21. Jahrhundert,
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sondern wir müssen uns auch irritieren lassen und da ist sind die Allianzen mit
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Afrika eine ganz, ganz wichtiger und da müssen wir auch
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noch stärker werden in dem Punkt, weil und wir müssen vor allen Dingen auch
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aufpassen, dass wir nicht irgendwie in in in guter
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Absicht wieder in eine Form des Extraktivismus irgendwie verfallen,
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weil auf Augen Höhe sich zu begegnen, das sagt sich leicht, aber das ist
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nicht in die europäische DNA geschrieben, und das heißt,
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da müssen wir auf jeden Fall müssen, müssen wir besser werden.
36:44
Ja also insbesondere auf die, um auf die erste Frage noch mal ganz kurz
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zu antworten, würde ich, würde ich dir zustimmen, auf jeden Fall,
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und da da kommt wieder der Kanadist bei mir raus,
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Kanada hat ja auch eine Kolonialgeschichte.
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Und die Gefahr, dass man in so einen neokolonialen
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Habitus sich begibt. Das Beste wollen, die ist schon groß.
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Und wie du schon sagtest, also das ist was,
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wo wir glaube ich noch viel mehr Input auch von unseren Partnern annehmen
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sollten und die Kollaboration in dem Sinne ausbauen und das auch letztlich
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und da sind wir wieder bei unserem politischen Gewicht,
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vielleicht auch der Europäischen Union, ein bisschen stärker ins Gewissen
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schreiben müssen, weil nach Amerika braucht man nicht mal
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schauen, das ist jetzt für die nächsten 4 Jahre
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erledigt, nach Russland brauchen wir auch nicht
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mehr schauen, dass es für die nächsten weiß nicht,
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wie alt er wird, auch erledigt, und ich glaube, es wäre gut,
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sich da auszutauschen.
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Ich sehe keine weiteren Wortmeldungen mehr, dann schließen wir diese Runde.
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Aber natürlich sie, du habt jetzt die Möglichkeit,
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euer finales Statement im Anschluss an Herrn Zipfels Intervention zu geben.
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Frau Amos, wollen Sie gerne beginnen? Ja, also ganz herzlichen Dank dafür,
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das ist glaube ich wirklich ein ganzwichtiger.
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es ist richtig ne diese gemeinsamen Studiengänge mit gemeinsamen Abschlüssen,
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das ist
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unglaublich aufwendig. Und wenn wir mal weiter sind,
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wenn wir mal vereinfachte Verfahren haben, dann können wir das vielleicht auch mehr
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in die Breite bringen. Im Moment ist es wirklich noch ein
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mühsames Geschäft.
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Und deswegen finde ich auch, dass diese kleineren Formate,
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diese spontaneren, dass man sich austauscht,
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dass man sich vielleicht auch über interessante didaktische Modelle
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austauscht, also ins Gespräch kommt über den Alltag
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sozusagen der Universität finde ich eine unglaublich wertvolle Dimension bei CIVIS
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und
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deswegen finde ich, weil eben die Frage auch wahrnimmt,
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wie ist das jetzt sozusagen mit der Schwerpunktbildung,
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diese Möglichkeiten eben auch mal kleinteilig sich wechselseitig einzuladen
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für eine Lehrveranstaltung oder für ein Segment, das ist eine tolle, wirklich,
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das ist eine, also wirklich eine Welteröffnung,
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und dann haben wir noch unsere afrikanischen Partner,
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die wir noch viel stärker, glaube ich, auch in die in den Schirm auf den Schirm
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holen müssen, gerade auch was die Lehre betrifft.
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Georg, möchtest du ergänzen? Nee, eigentlich nicht,
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weil es das Entscheidende ist. Schon gesagt,
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also ich würde Ihnen zu 100% zustimmen, das ist tatsächlich was,
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wo wir uns schon wo CIVIS, die Allianz und CIVIS2,
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das Projekt sich schon längst verzettelt haben und man eigentlich schon wieder mit
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der wie immer wenn sich so
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ich sag jetzt was, was eigentlich, ich säge jetzt an meinem eigenen Ast und
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sage, wie immer, wenn Universitätsverwaltungen im Spiel
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sind, dann ist es eigentlich schon zu spät,
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dann hat man sich schon in so einem Bürokratismus verhakt,
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wo man eigentlich schon zur Sense greifen muss und das ist tatsächlich ein,
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und drum sage ich, ich bin biased, weil ich eben auch negativ biased bin.
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Jetzt kommt die negative bias, ich erkenne da gerade eine Tendenz in
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CIVIS,
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die ich äußerst bedenklich finde, in genau dem Sinne den,
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den sie angesprochen haben. Und insofern nehme ich das auf.
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Ich habe auch, wie sie bemerkt haben, jetzt eine halbe Seite mitgeschrieben,
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werden sie gesprochen haben, ich nehme diesen Aspekt, der ist ganz,
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ganz wichtig, den nehme ich mit in die Strategierunden,
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die in CIVIS gerade zu laufen beginnen, würde sie auch herzlich einladen,
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die Hubs werden da auch noch mal angesprochen werden.
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Das ist tatsächlich was, dass wir, die Großen,
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dass wir uns vielleicht mal von den großen Themen,
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natürlich will die EU die ganz großen Lösungen von uns,
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die EU träumt vom europäischen Studienabschluss,
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der von Zusammenschlüssen, von Universitäten,
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von europäischen Universitäten zertifiziert werden.
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Viel wertvoller ist es grassroots so was wachsen zu lassen und diejenigen
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Programme, die da erfolgreich sind, sind die, die
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Grassroots gewachsen sind. Top Down kann man sowas nur sehr
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eingeschränkt. Wir müssen mal schauen wie wir wie wir
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mit unserem Climate Change Master weiterkommen,
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der ja auch so ein bisschen Grassroots ist.
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Der hat so eine Doppelung zwischen Grassroots und Top Down.
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Ich bin mal gespannt, aber wir sind eigentlich die kleineren
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Formate auch lieber. Vielen Dank Frau Amos, vielen Dank Georg.
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Wir kommen zum nächsten Punkt und danke auch an Sie, an euch für die Diskussion.