Die Ausstellung entstand aus einer engen Zusammenarbeit zwischen der Māori-Community Te Aitanga-a-Hauiti aus Ūawa/Tolaga Bay (AotearoaNeuseeland) und dem Museum der Universität Tübingen MUT. Im Mittelpunkt steht das geschnitzte pou der Hinematioro, das 1769 während der ersten Reise von James Cook nach Europa gelangte. Für Te Aitanga-a-Hauiti ist es weit mehr als ein Ausstellungsstück – es ist die lebendige Präsenz einer verehrten Ahnin, Ausdruck von whakapapa (Genealogie), mana (spiritueller Autorität) und taonga (Schatz). Seit seiner Wiederentdeckung in den 1990er-Jahren verbindet das pou zwei Orte über Kontinente hinweg. 2019 kehrte es erstmals nach Ūawa zurück und wurde in einer bewegenden Zeremonie wie eine Heimkehrerin empfangen. Solche Momente haben Vertrauen geschaffen und den Weg für einen Dialog geöffnet, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammenführt. Die Ausstellung macht diese Geschichte sichtbar. Neben dem pou selbst erzählen weitere taonga wie kete (Flachskorb), mere (Keule) und heru (Haarkamm) von kultureller Identität und spiritueller Kraft. Filme, Interviews und die Stimmen der Community geben Einblicke in das, was Hinematioro für Te Aitanga-a-Hauiti bedeutet. So entsteht ein Erzählraum, der die transkulturellen und spirituellen Dialoge ermöglicht – zwischen Vorfahren, lebenden und kommenden Generationen. Im Zentrum der Ausstellung, die im Rittersaal von Schloss Hohentübingen stattfindet, steht das Hinematioro Pou in einem abstrakten wharenui (Versammlungshaus) des Szenografen Stephan Potengowski. Begleitet wird das pou von Leihgaben aus dem Tairāwhiti Museum und aus der Māori-Community der Te Aitanga-a-Hauiti.
Der Universitätsbund Tübingen e. V. hat das Projekt mit einem Förderbetrag für Druckkosten unterstützt.
https://www.unimuseum.uni-tuebingen.de/de/ausstellungen/sonderausstellungen/poupou