Die Suche nach Alternativen zur traditionellen ‚Paukschule’ führt auch heute noch zu Unterrichts-, Schul- und Erziehungsbeispielen aus der Epoche der sog. ‚Reformpädagogik’.
Allerdings blieb bisher der Rückgriff auf reformpädagogische Varianten der Leistungsbeurteilung aus. Der vorliegende Band schließt damit eine Forschungslücke und bietet einen differenzierten Einblick in die Theorie und Praxis, sowie die Beurteilungskonzeptionen zahlreicher Reformpädagogiken.
Die Studie belegt ein facettenreiches Spektrum unterschiedlicher Beurteilungsformen, mit einem hohen Anregungsgehalt für die heutige Unterrichtsentwicklung: Innerhalb der sog. Reformpädagogik ist jenseits der gemeinsam vorgetragenen Kritik an der Zensurengebung eher Unterschiedlichkeit als Einheitlichkeit kennzeichnend: Pensen-kontrolle bei Parkhurst; biologisch-psychologisch-medizinische Diagnostik bei Decroly; zensurenartige Arbeitskurven sowie Fertigkeitsbescheinigungen bei Freinet, Beobachtungen und materialgeleitete Selbstkontrolle bei Montessori, verbale Beurteilungen bei Petersen, Zeugnissprüche und Berichte bei Steiner bzw. in der Waldorfpädagogik, skalierte Rasterbeurteilungen bei Washburne. Besonders ergiebig erweisen sich Detailanalysen der realisierten Beurteilungs-formen, die, gemessen am heutigen Stand der Diagnostik, eine höchst unterschiedliche Güte der jeweiligen Beurteilungsverfahren belegen.Der vorliegende Band wendet sich sowohl an Erziehungswissenschaftler/innen als auch an Studierende und Multiplikatoren, die in der Unterrichts- und Schulentwicklung tätig sind. Der Band enthält ca. 40 Abbildungen.