Geologische Untersuchungen
Hans-Jürgen Gawlick (Leoben) und Wolfgang Frisch (Wien) gelang es im Juli 2012 die Gesteinsarten aller lithischen Artefakte des Figurenfundes zu bestimmen. Es handelt sich überwiegend um Serpentinite und nur im Fall einer Figur und einiger unbearbeiteter Stücke um Gesteine, die im unmittelbaren Umfeld des Fundplatzes anstehen.
Eine Exkursion in die weitere Umgebung des Fundplatzes diente der Lokalisierung von Serpentinit-Lagerstätten. Sehr wahrscheinlich kommt als Quelle für diese Gesteine ein Ophiolithgürtel in Frage, der etwa 40 km westlich der Fundstelle in Nord-Süd-Richtung verläuft. Aus den Flussbetten dieses Bergmassives (vor allem des Ibar und der Westlichen Morava) konnten Gerölle aufgesammelt werden.
Radiokarbondaten
Für die Datierung des Siedlungsplatzes liegen drei massenspektrometrische Messungen (AMS) vor. Gemessen wurden die organischen Bestandteile aus Fragmenten von Gefäßkeramik, die zusammen mit einem Teil der Figurinen gefunden worden sein sollen. Ein Meßwert gibt das erwartete Alter des Platzes im 57. Jahrhundert v.Chr. wieder. Die zwei anderen Daten mit kalibrierten Ergebnissen um 6000 und 5900 calBC halten wir für zu alt. Erklärbar sind die höheren Datierungen durch Anteile von fossiler Organik in der Tonmatrix, die das Ergebniss etwas älter machen. Verschiedene Versuche, Knochenfunde zu datieren scheiterten, da nicht genügend Kollagen in den Proben enthalten war oder die Funde im Zuge der Restaurierung mit anderen organischen Materialien kontaminiert wurden. Typologisch gehört das keramische Fundmaterial in die Phase des entwickelten Frühneolithikums.
R. Krauß