Sebastian ist Umweltforscher und arbeitet an der Schnittstelle von Umweltchemie, Hydrologie, Klimatologie und Klimapolitik. Ein Großteil seiner Arbeit findet im Gelände statt und konzentriert sich auf hydrochemische Prozesse in Karstlandschaften sowie auf klimabezogene „Proxy“-Signale, die in Höhlenkarbonaten (z. B. Stalagmiten) erhalten sind. Seit 2019 ist er an der Langzeitüberwachung mehrerer abgelegener Höhlen- und Quellsysteme in Aotearoa Neuseeland und auf der südpazifischen Insel Niue beteiligt. Die Langzeitüberwachungen dienen als Information für lokale Entscheidungsfindungen und unterstützen die Rekonstruktion vergangener Klimavariabilität mithilfe von Stalagmiten.
Seit September 2025 ist Sebastian Marie Skłodowska-Curie Postdoctoral Fellow in der AG Klimatologie und Biosphäre und leitet das Projekt GROTTOS (Groundwater and climate through time – modern observations and stalagmite-based recharge estimates on a raised coral atoll). Gemeinsam mit Partnern aus Niue und internationalen Kollegen umfasst GROTTOS eine umfassende hydrologische und chemische Überwachung der Atmosphäre und des Bodens, Höhlen und Grundwasserbohrungen auf Niue. Ziel ist es, die räumlich-zeitliche Dynamik der Grundwasserneubildung zu quantifizieren und zur Abschätzung natürlicher und anthropogener Bedrohungen für die Grundwasserqualität und -nachhaltigkeit der Insel beizutragen. Anhand von Stalagmiten untersucht GROTTOS zudem die südpazifische Klimavariabilität und deren Ursachen im Holozän.
Mehr Informationen zu GROTTOS: https://cordis.europa.eu/project/id/101205765