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17.07.2026

Durchbruch für KI-Startups aus der Universität Tübingen: Zwei Teams gewinnen SPRIND-Förderung

Zwei Startups der Universität Tübingen setzen sich in europäischem Wettbewerb durch - Ontic Labs und Feyer erhalten je drei Millionen Euro

Zwei KI-Startups aus dem Umfeld des Tübingen AI Centers und dem Exzellenzcluster Maschinelles Lernen: Neue Perspektiven für die Wissenschaft an der Universität Tübingen sowie dem Innovationscampus Cyber Valley haben sich in der ersten Auswahlrunde der Next Frontier AI Challenge der Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) durchgesetzt: Ontic Labs und Feyer gehören zu den drei deutschen der insgesamt zehn europaweit ausgewählten Teams, die für den Aufbau ihres Unternehmens zunächst mit drei Millionen Euro rechnen können.

Die Next Frontier AI Challenge richtet sich an europäische Startups, die grundlegende KI-Technologien mit außergewöhnlich hohem Innovationspotenzial entwickeln und langfristig wirtschaftliche sowie gesellschaftliche Wirkung entfalten könnten. Das Ziel der Challenge: Innerhalb von 24 Monaten drei europäische KI-Startups aufzubauen, die nach zwei weiteren Stufen des Wettbewerbs und erfolgreicher Finanzierung eine Milliardenbewertung vorweisen können.

Maschinen, die die physische Welt verstehen

Ontic Labs entwickelt ein Modell, das Maschinen ein Verständnis physikalischer Zusammenhänge vermitteln soll. Während heutige KI-Modelle vor allem erfassen, wie die Welt aussieht, soll die Technologie von Ontic Labs lernen, wie sie funktioniert – und Robotern damit komplexere Interaktionen mit ihrer Umwelt ermöglichen. „Wir entwickeln ein Grundlagenmodell, das aus Videos und Erfahrungen lernt, wie die Welt physikalisch funktioniert. Unser Ziel ist, Roboter mit Hilfe dieses Grundlagenmodells trainieren zu können“, sagt Georg Martius, Mitgründer von Ontic Labs und Professor an der Universität Tübingen. „Damit schaffen wir eine Grundlage für vielseitigere Robotersysteme, die künftig in ganz unterschiedlichen Bereichen eingesetzt werden können.“

Ontic Labs GmbH

  • Gründer: Dr. Omid Taheri, Mikel Zhobro, Dr. Wieland Brendel, Prof. Dr. Georg Martius, Prof. Dr. Gerard Pons-Moll
  • Beteiligte Institutionen: Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, Exzellenzcluster Maschinelles Lernen: Neue Perspektiven für die Wissenschaft und Tübingen AI Center (beide Universität Tübingen), ELLIS Institute Tübingen
  • www.onticlabs.io

KI als Erfindungsmaschine für industrielle Hardware

Feyer entwickelt KI-Systeme, die eigenständig neuartige industrielle Hardware entwerfen. Durch die Verbindung von KI-Methoden und physikalischen Simulationen sollen neue technische Konzepte schneller entwickelt und bewertet werden. „Seit mehr als zehn Jahren entwickeln wir KI-Systeme, die in der Grundlagenforschung eigenständig neue physikalische Experimente und Technologien entwerfen – von Quantensystemen und neuartigen Mikroskopen bis hin zu Gravitationswellendetektoren“, sagt Mario Krenn, Scientific Director bei Feyer und Professor für Maschinelles Lernen an der Universität Tübingen. „Mit Feyer übertragen wir diese Technologie in die industrielle Anwendung. Sie kann zu einem Schlüssel für unerwartete Hardware-Innovationen im europäischen Hochtechnologiesektor werden – von Laser-, Quanten- und Mikroskopietechnologien über die Mikrochipproduktion bis hin zu neuen Lösungen für den Energiebereich.“

Feyer GmbH

  • Gründer: Jonathan Klimesch, Sören Arlt, Prof. Dr. Mario Krenn
  • Beteiligte Institutionen: Exzellenzcluster Maschinelles Lernen: Neue Perspektiven für die Wissenschaft und Tübingen AI Center (beide Universität Tübingen)
  • www.feyer.ai

Peter Gehler, Professor für Machine Learning Engineering und Technologietransfer am Tübingen AI Center, der die Teams bei der Bewerbung unterstützt hat, sagt: „Dass zwei Teams aus unserem Umfeld zu den europaweit ausgewählten Projekten gehören, ist ein starkes Signal für den KI-Transfer in Tübingen. Unsere Forschung bringt nicht nur wissenschaftliche Spitzenleistungen hervor, sondern zunehmend auch Unternehmen, die das Potenzial haben, ganze Branchen zu verändern. Dieser Erfolg zeigt, dass das Innovationsökosystem in Tübingen hervorragend funktioniert.“

„Für den Forschungs- und Innovationsstandort Tübingen ist der Erfolg in der Next Frontier AI SPRIND Challenge ein weiterer Meilenstein beim Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in gesellschaftlich und wirtschaftlich relevante Innovationen“, sagt Professorin Dr. Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen. „Er zeigt zugleich unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit. Tübingen, wie ganz Baden-Württemberg, zählt inzwischen zu den dynamischsten KI-Standorten Europas: Allein im Startup-Netzwerk des Cyber Valley Innovationscampus sind über 100 KI- und Robotik-Startups aktiv – mit stetig wachsender Tendenz. “

Über SPRIND Challenges
SPRIND Challenges sind Innovationswettbewerbe, in denen die teilnehmenden Teams schnelle und unbürokratische finanzielle Unterstützung erhalten, um Lösungen für die großen gesellschaftlichen und technologischen Herausforderungen unserer Zeit zu entwickeln. In SPRIND Challenges treten die Teams in einem mehrstufigen Wettbewerb an. Am Ende jeder Stufe wird die Arbeit der Teams bewertet, und nur die besten Teams bleiben in der Challenge und erhalten weitere finanzielle Unterstützung. Zur Pressemitteilung der Bundesagentur für Sprunginnovationen

Über das Tübingen AI Center
Das Tübingen AI Center ist eine Forschungseinrichtung der Universität Tübingen in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme (MPI-IS). Ziel der Forschenden ist es, verlässliche lernende Systeme zum Nutzen von Gesellschaft und Wirtschaft voranzutreiben. Im Tübingen AI Center forschen 33 Forschungsgruppen mit mehr als 300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Als Teil der kürzlich gegründeten ELIAS Alliance leisten sie gemeinsam mit anderen Forschenden in Europa einen Beitrag zu gesellschaftlich wertvollen Technologien als "AI made in Europe". Das Tübingen AI Center arbeitet eng mit dem ELLIS-Institut Tübingen und dem Cyber Valley Innovationscampus zusammen. Es wird vom Forschungsministerium Baden-Württemberg und vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert.

Über den Exzellenzcluster „Maschinelles Lernen: Neue Perspektiven für die Wissenschaft“
Der Exzellenzcluster „Maschinelles Lernen: Neue Perspektiven für die Wissenschaft“ an der Universität Tübingen hat das Ziel, wissenschaftliche Entdeckungen mithilfe von maschinellem Lernen voranzutreiben. Der seit 2019 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Exzellenzcluster bringt führende Forschende zusammen, die Computeralgorithmen entwickeln und einsetzen, um neue Erkenntnisse in einem breiten Spektrum wissenschaftlicher Disziplinen zu gewinnen – von der Erforschung der grundlegenden Bausteine des Gehirns bis hin zur Vertiefung unseres Verständnisses von Gravitationswellen.

Über das ELLIS Institute Tübingen
Das 2023 gegründete ELLIS Institute Tübingen hat sich schnell als führendes Zentrum für KI-Grundlagenforschung etabliert. Mit modernster Forschungsinfrastruktur in Tübingen zieht das Institut herausragende Talente im Bereich Machine Learning aus aller Welt an. Seine Mission ist es, wegweisende KI-Forschung voranzutreiben und zugleich einen zentralen Beitrag zur europäischen ELLIS-Initiative zu leisten. Durch die Verbindung von wissenschaftlicher Exzellenz und gesellschaftlicher Relevanz gestaltet das Institut die Zukunft der KI in Europa und darüber hinaus – durch Innovation, interdisziplinäre Zusammenarbeit und die Förderung der nächsten Generation von Führungspersönlichkeiten in der KI-Forschung.

Über den Innovationscampus Cyber Valley
Cyber Valley ist eines der größten und führenden Zentren für künstliche Intelligenz und moderne Robotik in Europa. Mit Sitz in Baden-Württemberg bildet Cyber Valley ein dynamisches Ökosystem, das Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Industrie und Gesellschaft zusammenführt, um Ideen auszutauschen, exzellente Forschung voranzutreiben und diese wirkungsvoll in die Praxis zu überführen. Cyber Valleys Mission ist die Forschung, Entwicklung, Anwendung und Akzeptanz von KI und Robotik – unter Berücksichtigung ethischer Fragestellungen und gesellschaftlicher Auswirkungen. Durch die Gewinnung von Spitzenkräften für Baden-Württemberg verwandelt es KI-Forschung in eine nachhaltige Zukunft für die Allgemeinheit.
 

Kontakt:

Claudia Brusdeylins (Medien)
Tübingen AI Center
claudia.brusdeylinsspam prevention@tuebingen.ai
Tel.: +49 173 5474217

Prof. Dr. Peter Gehler (Technologietransfer und Startups)
Tübingen AI Center
peter.gehlerspam prevention@uni-tuebingen.de
Tel.: +49 152 09937904

Pressekontakt:

Eberhard Karls Universität Tübingen
Hochschulkommunikation
Christfried Dornis
Leitung

Michael Pfeiffer
Pressereferent
Telefon +49 7071 29-76782
michael.pfeifferspam prevention@uni-tuebingen.de

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