Center for Islamic Theology

Newsletter 1/2023

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

ich freue mich außerordentlich, Ihnen heute die bereits 16. Ausgabe unseres Newsletters präsentieren zu können. Seit ich Anfang 2013, wenige Monate nach meiner Wahl zum geschäftsführenden Direktor, das Editorial für den ersten Newsletter geschrieben habe, ist viel passiert. Ein Blick über unsere Landes- und Bundesgrenzen genügt, um uns deutlich zu machen, dass ein Zentrum für Islamische Theologie keine Selbstverständlichkeit ist. Bundesweit betrachtet scheint Baden-Württemberg im Prozess der Akademisierung der Islamischen Theologie an der deutschen Hochschullandschaft sogar am besten aufgestellt zu sein.  Denn neben dem Tübinger Zentrum, das als einziges islamisch-theologisches Zentrum in Deutschland fakultätsanalog strukturiert ist, gibt es noch islamisch-theologische Angebote und teilweise sogar Professuren an vier Pädagogischen Hochschulen (Freiburg, Karlsruhe, Ludwigsburg und Weingarten).

Aktuell sind ca. 200 Studierende – fast zwei Drittel davon sind Frauen – in unseren zwei Bachelor- und vier Masterstudiengängen eingeschrieben und werden von 2 Professorinnen und 4 Professoren, sowie zahlreichen wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut. Die Studierenden haben die Möglichkeit, im Rahmen ihres gewählten Studiengangs ein Auslandssemester an einer unserer internationalen Partneruniversitäten etwa in Bosnien, den Niederlanden, Norwegen, der Schweiz oder der Türkei zu absolvieren. Auch die institutionelle Zusammenarbeit mit Universitäten in der arabischen Welt wurde nach der pandemiebedingten Unterbrechung wieder verstärkt. Internationalität, Interdisziplinarität und interreligiöser Dialog sind überdies Aspekte, die in der Konzeption aller Studiengänge eine zentrale Rolle spielen; ebenso wie die gesellschaftliche Relevanz und die Praxisnähe. Unsere bisherigen, mehr als 100 Absolventinnen und Absolventen arbeiten als Theologinnen und Theologen an islamischen Institutionen, als Lehrkräfte für den Islamischen Religionsunterricht an Gymnasien oder auch als Landesbedienstete. Damit leisten sie als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren bereits jetzt einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag.

Wir haben aber bislang nicht nur sechs Studiengänge eingerichtet, sondern sind auch als eine innovative Wissenschaftsdisziplin in die internationale Forschungslandschaft integriert. So wurden am ZITh in den letzten 12 Jahren dutzende nationale und internationale wissenschaftliche Workshops und Tagungen veranstaltet, und hunderte wissenschaftliche Monographien, Texteditionen, Sammelbände und Fachartikel in verschiedenen Sprachen publiziert. Dabei streben wir die interdisziplinäre und kontextbezogene Reflexion und Weiterentwicklung der klassischen Schwerpunkte der Islamischen Theologie an. Entsprechend knüpft das Projekt Islamische Theologie in Deutschland auch an einen über Jahrhunderte gewachsenen, vielfältigen Reichtum der islamischen Wissenschaften an. Eine Islamische Theologie, die von muslimischen Gemeinden in Deutschland und im Ausland ernstgenommen werden will, kann es sich nicht leisten, sich von diesem Erbe loszusagen; anderseits muss eine Islamische Theologie, die wissenschaftlich diskursfähig sein will und den Anforderungen und Erwartungen von in säkularen Kontexten lebenden Musliminnen und Muslimen gerecht werden möchte, von der Forschungs- und Wissenschaftsfreiheit Gebrauch machen, und das Erbe kritisch reflektieren und – wenn nötig – neu ausrichten.

An dieser Stelle möchte ich, auch da ich ab November die Zentrumsleitung an meine geschätzte Kollegin Lejla Demiri abgebe, allen denen noch einmal ausdrücklich danken, ohne die unsere Erfolge sicherlich bescheidener ausgefallen wären. Zu nennen wären hier insbesondere die Bundesregierung und der Wissenschaftsrat, die Landesregierung, wobei auch nahezu alle Oppositionsparteien stets sehr unterstützend aufgetreten sind, die Universität Tübingen, die Stadtgesellschaft Tübingens, die Lokalpresse und die islamischen Verbände und Vereine. Insbesondere möchte ich aber allen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und den Studierenden danken, die uns ihr Vertrauen schenken und das ZITh mit Leben füllen. Unsere neuen Mitarbeiter*innen Daniela Vollmer, Tülay Güner, Abdelghafar Salim und Thamer Mahfoudhi möchte ich im ZITh-Team herzlich willkommen heißen und Simone Trägner und Iva Fahrner, die uns zu unserem Bedauern verlassen haben, Danke und auf Wiedersehen sagen.

Ihnen allen, liebe Leserinnen und Leser, wünsche ich nun eine unterhaltsame Lektüre und eine erholsame und friedliche Sommerzeit.

Ihr Erdal Toprakyaran
 

Nachrichten

Neue Geschäftsführende Direktorin des ZITh

Prof. Dr. Dr. h.c. Lejla Demiri ist neue Geschäftsführende Direktorin des Zentrums für Islamische Theologie. Sie wurde am 19. Juli 2023 vom Zentrumsrat für eine Amtszeit von zwei Jahren gewählt.

Auf Vorschlag der neuen Geschäftsführenden Direktorin wurden Prof. Dr. Erdal Toprakyaran als stellvertretender Direktor und Prof. Dr. Ruggero Vimercati Sanseverino als Vorsitzender der Studienkommission vom Zentrumsrat gewählt.

Die Amtsübergabe erfolgt am 24. November 2023. Wir danken den Zentrumsratsmitgliedern für ihre Stimmabgabe und wünschen dem neuen Vorstand viel Erfolg und Gottes Segen!


Antrittsbesuch des neuen DITIB-Bundesvorstandes

Am 19. Mai 2023 hieß das ZITh den neuen Vorsitzenden des DITIB-Bundesvorstandes, Dr. Muharrem Kuzey, herzlich willkommen. Herr Kuzey promovierte an der Universität Tübingen und war als wissenschaftlicher Mitarbeiter am ZITh tätig. Im Rahmen dieses Antrittsbesuchs fand ein offener und konstruktiver Austausch mit der Rektorin der Universität Tübingen, Prof. Dr. Karla Pollmann, statt.   Die Delegation bestand zudem aus dem stellvertretenden Vorsitzenden, Erdinç Altuntaş, dem stellvertretenden Generalsekretär, Muhammed Şahin, und dem Vorsitzenden des religiösen Beirats des DITIB-Landesverbands Stuttgart Fatih Burak Mermer.


Neue Gesichter am Lehrstuhl für Islamisches Recht

Tülay Güner verstärkt seit Januar 2023 das Team an der Professur für Islamisches Recht. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Tübingen und dem Referendariat am Landgericht Stuttgart, arbeitete Tülay Güner als Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Arbeitsrecht. Seit 2018 arbeitet sie als Beraterin und Referentin in einem Projekt für Geflüchtete und Migrant*innen. Ihr Schwerpunkt liegt hierbei im Arbeitsrecht. Im Rahmen ihrer Arbeit an der Professur für Islamisches Recht beschäftigt sie sich mit den Themen „Muslimisches Leben in Deutschland“, „Islam in der Arbeitswelt“ und „Islamisches Recht“.

Thamer Mahfoudhi verstärkt das Team seit Juni 2023. Nach einem Grundstudium in Literatur- und Humanwissenschaften an der Universität Tunis (Tunesien) und einem anschließenden Aufbaustudium in arabischer Sprache, Literatur und Zivilisation an der Universität Manouba (Tunesien), folgten ein Masterstudiengang in Linguistik und Grammatik des Arabischen und ein Masterabschluss in Islamischer Theologie an der Universität Ez-Zitouna (Tunesien). Praktische Erfahrungen konnte Thamer Mahfoudhi als Tutor für Arabisch als Fremdsprache und als Assistent für arabische Sprache, Literatur und Zivilisation sammeln. Im Rahmen seiner Arbeit an der Professur für Islamisches Recht beschäftigt er sich mit den Themen „Arabischunterricht im Rahmen der islamischen Theologie in Deutschland“, „Das Verhältnis von Arabisch und Konfession“ und „Die arabische Sprache als Teil des islamischen Rechtswesens“.

Abdelghafar Salim verstärkt das Team seit Juli 2023. Nach einem Bachelorstudium in den Fächern Germanistik, Arabistik und Übersetzung an der Al-Azhar Universität in Kairo, absolvierte er ein Masterstudium in den Fächern Deutsch und Soziologie an den Universitäten Ain–Shams (Ägypten) und der Universität Leipzig. Seit 2018 ist er Doktorand am Orientalischen Institut der Universität Leipzig und Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung Halle (Saale) und erforscht die religiöse Praxis muslimischer Geflüchteter in Deutschland. Zudem studiert er seit 2020 Rechtswissenschaften an der juristischen Fakultät in Leipzig. Im Rahmen seiner Arbeit an der Professur für Islamisches Recht beschäftigt er sich vor allem mit den Themen „Islamisches Recht“, „Ethnologie des Islams“, „Muslimische Lebenswelten in Deutschland“ und „Religiöse Autorität“.


Promotionspreis 2023

 

Dr. Debora Müller wurde auf Vorschlag des Zentrums für Islamische Theologie in Würdigung ihrer herausragenden Dissertation „Zufällig liberal? Muslim*innen auf der Suche nach einem ‚anderen‘ Islamverständnis“ mit dem Promotionspreis 2023 der Eberhard Karls Universität Tübingen ausgezeichnet. Der Preis wurde im Rahmen der zentralen Promotionsfeier der Universität Tübingen am 15. Juli 2023 verliehen.

 

Studium und Lehre

ILM-Projekt

Im Rahmen des Lehrerfortbildungsprogramms „Internationalizing, Learning and Mentoring“ (ILM-Projekt), geleitet und initiiert von Dr. Mujadad Zaman, besuchten vom 20. bis zum 25.02.2023 zehn Studierende der Islamischen Religionslehre England. Begleitet wurde die Studierendengruppe von Dr. Mujadad Zaman, Prof. Dr.  Fahimah Ulfat, sowie Dr. Jörg Imran Schröter (Adolf-Reichwein Schule Freiburg) und einer weiteren vollständig ausgebildeten IRU-Lehrkraft. Die Kooperationspartner, wie die Faculty of Education in Cambridge oder das Cambridge Muslim College, ermöglichte eine gut vernetzte Gruppe junger Studierender, um ihre Rolle als Lehrkräfte sowohl als Wissensvermittlerinnen und Wissensvermittler als auch als Vorbild für Schülerinnen und Schüler zu sehen. Das ILM-Projekt wird durch die Baden-Württemberg-Stiftung finanziert.


Scriptural Reasoning

Das diesjährige Seminar „Scriptural Reasoning“ befasste sich mit verschiedenen Auffassungen von Prophetentum aus jüdischer, christlicher und muslimischer Perspektive. Im Laufe von zwei Wochen wurden unter der Leitung von Prof. Dr. Lejla Demiri und verschiedenen Gastrednerinnen und Gastrednern  intensive Gespräche über Prophetentum, Propheten und deren Rolle und Funktion in den abrahamitischen Religionen geführt. Anhand eines breiten Spektrums von Texten aus dem Tanach, der Bibel, dem Koran und den Hadithen sowie einiger theologischer Schlüsseltexte aus den drei Glaubenstraditionen setzten sich die Teilnehmenden mit Erzählungen über Propheten, ihren Beziehungen zu Gott und zu ihren Gemeinschaften, ihren spezifischen Aufgaben sowie mit dem Problem falscher Propheten auseinander. Ein besonderer Höhepunkt war die Sitzung am 10. Mai 2023 mit Emeritus Prof. Dr. Peter Ochs (University of Virginia) und Prof. Dr. David Ford (University of Cambridge), zwei der Mitbegründer von Scriptural Reasoning. Im Zusammenhang mit der Verleihung des Leopold-Lucas-Preises am 9. Mai 2023 sprach Peter Ochs im Rahmen des Seminars über die Entstehung und Entwicklung von Scriptural Reasoning und ermutigte die Teilnehmenden, nicht nur Scriptural Reasoning über religiöse Traditionen hinweg zu betreiben, sondern auch Textual Reasoning innerhalb jeder Tradition. Scriptural Reasoning hat sich zu einem der meistbesuchten Seminare in Tübingen entwickelt, und die Teilnehmenden werden sich noch lange an diesen historischen Moment erinnern, der es ihnen ermöglichte, die beiden maßgeblichen Gründerväter des SR persönlich zu erleben.


St Andrews Encyclopaedia of Theology - Islam-Seminarreihe

Die St Andrews Encyclopaedia of Theology (SAET) organisierte in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Islamische Glaubenslehre am ZITh in Tübingen und am Cambridge Muslim College eine Islam-Seminarreihe im Mai und Juni 2023. SAET ist eine im Entstehen begriffene, frei zugängliche Online-Enzyklopädie für alle Forschenden im Bereich Religion und Theologie, wofür Prof. Dr. Lejla Demiri als Senior Editor für den Bereich Islam tätig ist. In dieser Seminarreihe in Tübingen präsentierten die Referentinnen und Referenten ihre Forschungen zu Kernthemen islamischer Theologie. Der erste Referent, Dr. Tobias Andersson (Universität Uppsala), stellte seine Arbeit über „MacIntyrean Reflections on Islamic Systematic Theology“ vor und widmete sich der Rolle Islamischer Theologie an europäischen Universitäten. Der zweite Redner, Dr. Ramon Harvey (Cambridge Muslim College), berichtete über seine laufenden Forschungen bezüglich eines Eintrags in der Enzyklopädie zum Thema „The Fiṭra (Natural Disposition) in Islamic Theology“. Die Teilnehmehmenden schätzten seinen systematischen Ansatz zu diesem Schlüsselkonzept islamischer Theologie und Anthropologie. Schließlich sprach Dr. Najah Nadi (Cambridge Muslim College) über „The Occasionalist and Foundationalist Features of Muslim Epistemology“, womit sie ebenfalls einen Beitrag zu einem aktuellen Diskurs über zentrale Merkmale islamischer Theologie leistete.


Besuch in der JVA Rottenburg

Im Sommersemester 2023 besuchte Dr. Serkan Ince im Rahmen seines Seminars „Predigtlehre“ für die Masterstudierenden des Studiengangs „Islamische Praktische Theologie für Seelsorge und Soziale Arbeit“ an drei Terminen die JVA Rottenburg, um den Gefangenen eine speziell auf ihre Situation konzipierte Predigt vorzutragen. Das Ziel des Seminars bestand darin, Predigten zu entwickeln und in der JVA vorzutragen, die den einzigartigen Umständen eines Gefängnisses gerecht werden und den Bedürfnissen der Gefangenen entsprechen.


Monographie zu muslimischen Kindern und ihrer Beziehung zu Gott

“Forms of Muslim Children's Spirituality: A Critical Contribution to the Didactics of Islamic Religious Education Studies” published by Prof. Dr. Fahimah Ulfat

The empirical study on the broad spectrum of Muslim children in Germany and their relations to God is fundamental for the scientific understanding of the development and formation of their faith. At the same time the findings of this work are also highly relevant for the further development of an academic and empirically based Islamic religious education both in a secular and in a highly individualized society.

The aim of this book is to provide a framework for the life of young believers in a religiously plural society, in which the individual relationship to God and the reflexivity of one's own religion are a decisive prerequisite for preventing radicalization and moral rigidity. This book favors an anthropological shift and an approach that takes the potential of children with their theology and their search for the meaning of life seriously.


Dissertationsschriften - Aṭārīḥ ǧāmiʿiyya

Die Professur für Hadith-Studien und Prophetische Tradition hat am 26. Mai 2023 an dem von Namaa Center for Studies and Research organsierten Programm „Dissertationsschriften“ (aṭārīḥ ǧāmiʿiyya) teilgenommen. Hossam Ouf vom Team der Professur hat seine Dissertation, die er im November 2022 abgeschlossen hat, präsentiert. Prof. Dr. Ruggero Vimercati Sanseverino, der Erstbetreuer der Dissertation Ouf, nahm an der Veranstaltung als Diskutant teil. Diese Veranstaltung gilt als erster Schritt einer geplanten wissenschaftlichen Kooperation zwischen dem Zentrum für Islamische Theologie, Professur für Hadith-Studien und Prophetische Tradition und Namaa Center for Studies and Research.


Forschungsaufenthalt in Oxford

Dr. Serkan Ince absolvierte im Mai/Juni 2023 einen Forschungsaufenthalt an der Bodleian Library in Oxford im Rahmen seines Projekts zur christlichen Missionstätigkeit in Ägypten und im Osmanischen Reich im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Dieser Aufenthalt war von großer Bedeutung für seine Forschung. Die Bibliothek gewährte ihm Zugang zu einzigartigen Quellen, die für sein Projekt von hoher Relevanz sind. Die Erkenntnisse aus diesem Besuch werden einen wertvollen Beitrag zu seiner Forschung leisten und das Verständnis der intertextuellen und intertheologischen Interaktion zwischen Christentum und Islam fördern. Die Förderung durch die Fritz Thyssen Stiftung ermöglichte diesen Forschungsaufenthalt.


Forschungsstelle

Am 1. Juni 2023 haben Prof. Dr. Fahimah Ulfat und Dr. Asher Mattern die Jüdisch-Islamische Forschungsstelle (JIF) gegründet. Die JIF ist zum einen an dem "Institut für Ökumenische und Interreligiöse Forschung" sowie an dem "Institut für islamisch-religionspädagogische Forschung“ verankert.

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Veranstaltungen

Interreligiöser Bildung und Weltreligionendidaktik

Prof. Dr. Fahimah Ulfat hat am 20. Januar 2023 auf dem Symposium der Sektion Didaktik der Arbeitsgemeinschaft Katholische Religionspädagogik/ Katechetik einen Vortrag zum Thema Stand der Forschung in der Islamischen Religionspädagogik – eine intersektionale Perspektive auf interreligiöses Lernen – gehalten. Mehr Informationen zum Programm und Inhalt des Vortrags finden Sie hier.


Sufismus in Deutschland

Prof. Dr. Erdal Toprakyaran hielt am 7. Februar 2023 an der Katholischen Akademie in Stuttgart-Hohenheim im Rahmen der Tagung "Sufismus in Deutschland - Gesellschaft gemeinsam gestalten" einen Vortrag zum Thema "Was ist Sufismus?". Der Vortrag steht online zur Verfügung.


Religiöse Orte in der Türkei

Prof. Dr. Erdal Toprakyaran hielt am 8. Februar 2023 im Rahmen der TEZ-Vortragsreihe "Religiöse Orte in der Türkei: Wandel, Wechsel, Fortbestand" am Asien-Afrika-Institut der Universität Hamburg einen Vortrag zum Thema „Von Ankara ins ost-thrakische Vize (Bizye): Eine Melâmî-Tradition auf Wanderschaft.“


Senior Seminar on Muslim Prophetology

Der Lehrstuhl für Hadith-Studien und Prophetische Tradition organisierte im letzten Wintersemester das Oberseminar „Muslim Prophetology“, zu dem Prof. Dr. Ruggero Vimercati Sanseverino und Dr. Besnik Sinani renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den USA, Europa und Australien eingeladen haben.

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Islamische Theologie für heute gestalten

Im Rahmen der Tagung „Islamische Theologie für heute gestalten“ an der Universität Koblenz hat Prof. Dr. Fahimah Ulfat am 02. März 2023 einen Vortrag zum Thema „Der Studiengang Islamische Religionslehre für das Lehramt Gymnasium an der Universität Tübingen – Herausforderungen und Chancen der interreligiösen und interdisziplinären Kooperationen“ gehalten. Deutschlandfunk hat einen Beitrag hierzu produziet. Zum Rundfunkbeitrag


Luxemburg School of Religion & Society

Vom 20. bis 23 März 2023 hat Prof. Dr. Khalfaoui unseren Hochschulpartner Luxemburg School of Religion & Society einen Besuch abgestattet. Dort hielt er einen Abendvortrag zum Thema „Islamisches Familienrecht als Herausforderung für europäische Staaten: Probleme und Lösungen“. Am zweiten Tag seines Besuches hielte Prof. Dr. Khalfaoui vor zahlreichen hochrangigen Politikerinnen/Politiker, Beraterinnern/Berater und Vertreterinnen/Vertreter europäischer Außenpolitik einen Expertenvortrag zum Thema „Migration als kulturelle, wirtschaftliche und Gesellschaftliche Herausforderung für europäische Staaten“.

In einer weiteren Veranstaltung wurde das von Prof. Dr. Khalfaoui und Prof. Dr. Jean Ehret 2021 im Verlag Herder 2021 veröffentlichte Anthologie „Islamische Theologie in Europa: Ein Modell für Europa und die Welt“ präsentiert und diskutiert.

Außerdem stellte der Besuch eine gute Gelegenheit, gemeinsame Forschungsvorhaben intensiver zu besprechen.


Workshop über Interreligiöse Praktiken

Zusammen mit Lea Stolz (Ev.-Theologische Fakultät) veranstaltete Lea Schlenker vom 29. bis 31. März 2023 den Workshop „Making Sense of Interreligious Practices: Perspectives from Theology, Religious Studies, and Anthropology”. 24 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus neun Ländern, darunter einige Promovierende des ZITh, beschäftigten sich intensiv mit der Frage, wie interreligiöse Praktiken erforscht werden können. Die Veranstalterinnen danken den Gastdozierenden Prof. Dr. Marianne Moyaert (Leuven), Dr. Amina Nawaz (Tübingen) und Prof. Dr. Martin Rötting (Salzburg) für ihre wertvolle Begleitung des Workshops sowie der Exzellenzstrategie und dem Universitätsbund für die finanzielle Förderung.


Münchner Forum für Islam

Am 27. April 2023 nahm Prof. Khalfaoui an der Podiumsdiskussion des Münchner Forums für Islam zu „Islamische Theologie in Deutschland: Aktueller Stand, Herausforderungen und Zukunft“ teil. Die von der Domberg-Akademie organisierte Podiumsdiskussion setzte sich mit dem Prozess der Akademisierung der islamischen Theologie in Deutschland kontrovers auseinander. Die Mitrednern waren Imam Benjamin Idriz und Dr. Andreas Renz.


Interreligiöses Seminar in Prag

Von 28. bis 29. April 2023 nahm Prof. Dr. Lejla Demiri an einem interreligiösen Seminar mit dem Titel „Jesus in interreligiöser Perspektive“ teil, das vom Ökumenischen Institut der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Karls-Universität in Prag organisiert wurde. Sie hielt eine Keynote-Vorlesung mit dem Titel „Jesus: Saint and Prophet of Islam“ und leitete Workshops, die Studierende sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlicher der gastgebenden Fakultät die Praxis des Scriptural Reasoning näher brachte und in deren Rahmen Abschnitte aus dem Neuen Testament und dem Koran zum Thema Jesus gelesen wurden.


The Gospel of John: A Theological Commentary

Am 8. Mai 2023 präsentierte Prof. Dr. David Ford (University of Cambridge) sein neuestes Werk “The Gospel of John: A Theological Commentary”. Dieses Buch, an dem David Ford über zwanzig Jahre lang gearbeitet hat, bietet eine theologisch gehaltvolle Lektüre des Johannes-Evangeliums und wurde von einem versierten akademischen Autor für ein breiteres Publikum geschrieben. In seinem Vortrag am ZITh sprach David Ford über seine Leidenschaft für das Johannesevangelium, die Entstehung des Buches und die vielen Veränderungen, die sein Kommentar im Laufe der Jahre erfahren hat. Als Mitbegründer der Praxis des Scriptural Reasoning sagte David Ford, dass ein Großteil seiner Lektüre durch das gemeinsame Lesen der Heiligen Schrift mit Jüdinnen, Juden, Musliminnen und Muslimen geprägt sei. Er unterhielt sich lebhaft mit dem religiös vielfältigen Publikum und sprach nicht nur über sein Buch, sondern auch über seine Erfahrungen als theologischer Autor an der Universität und darüber hinaus.


Gespräche über Seelsorge

Pfarrerin Deborah Ford, eine anglikanische Krankenhausseelsorgerin aus Cambridge, war zu Gast in Tübingen und berichtete von ihrer jahrzehntelangen Erfahrung in diesem Bereich. In zwei Gesprächen zum Thema „Chaplaincy, Practical Theology, and Community Care“ am 9. und 10. Mai 2023 sprachen Studierende und Mitarbeitende des ZITh mit Deborah Ford über die praktischen Dimensionen des Theologietreibens und über Community Care in multireligiösen Gesellschaften. Diskutiert wurden Fragen von Identität und Verschiedenheit sowie die Frage, wie man einer Person mit einer anderen Religionszugehörigkeit glaubwürdig dienen kann. Die Beispiele reichten von Krankenhaus- und Gefängnisseelsorge bis hin zu Gemeindeprojekten, bei denen Menschen mit Lernbehinderungen einbezogen werden. Da Deborah Ford sowohl in Psychologie als auch in Theologie ausgebildet ist, diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer außerdem über den schmalen Grat zwischen Seelsorge und Therapie und darüber, wie Theologinnen und Theologen vom Handwerkszeug der Psychologie profitieren können. Insgesamt waren die Gespräche voller persönlicher Erfahrung und theologischer Reflexion, die neue Einsichten und erweiterte Horizonte aus der Praxis für das akademische Studium der Theologie boten.


Eine Frage des Geschlechts?

Prof. Dr. Fahimah Ulfat hat gemeinsam mit Prof. Dr. Helena Stockinger am 12. Mai 2023 im Rahmen der von der Universität Münster veranstalteten Tagung „Eine Frage des Geschlechts? Islamisch-theologische Perspektiven für eine gendergerechte Theologie der Gegenwart“ einen Vortrag zum Thema „Doing Gender in Schulbüchern für den islamischen und katholischen Religionsunterricht“ gehalten.


Islamische Theologie und Geisteswissenschaften

Dr. Abdelaali El Maghraoui nahm an der internationalen Konferenz „The Teaching of the Humnanities in Instutions of Higher Religious Studies: Realities and Prospects“ teil, die das Institut Dar Al-Hadith Al-Hassaniah an der Al-Qaraweyeen University in Rabat am 16. und 17. Mai 2023 organisierte, und hielt dort einen Vortrag zur Akademisierung der Islamischen Theologie in Deutschland. Im Anschluss an diese Konferenz fand zudem ein Arbeitstreffen mit dem stellvertretenden Direktor des Instituts Dar Al-Hadith Al-Hassaniah. Prof. Dr. Abdellah Errachidi, und dem Generalsekretär, Dr Mohammed El Yalaaoui, statt. Dort wurden Ideen und Projekte diskutiert, die das bestehende Memorandum of Understanding zwischen dem ZITh/Universität Tübingen und Dar Al-Hadith Al-Hassaniah/Al-Qaraweyeen University kurz- und mittelfristig konkretisieren könnten.


Internationales Symposium in Oran

Am 6. und 7. Juni 2023 nahm Prof. Dr. Khalfaoui am internationalen Symposium „The production of Knowledge in Religious Institutions in North Africa: the Challenges and imperatives of Contemporary Reality” teil. Die Veranstaltung wurde vom algerischen Center for Research in Social and Cultural Anthropology, Religion and Society Laboratory in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung organisiert und in der westalgerischen Stadt Oran abgehalten. An diesem Symposium nahmen Expertinnen und Experten aus verschiedenen arabischen und islamischen Ländern teil. Prof. Dr. Khalfaoui hielt einen Expertenvortrag zur Entstehung und Entwicklung der islamischen Theologie in Deutschland.


Practical Wisdom on the Living Web of the Anthropocene

An der Yonsei University in Südkorea fand die diesjährige Konferenz der International Academy of Practical Theology vom 07.  bis 11. Juni 2023 statt. Prof. Dr. Fahimah Ulfat hat in diesem Rahmen einen Vortrag zum Thema "Muslim Faith Communities in the Rapidly Changing World of the Anthropocene“ gehalten.  


Multi-/Inter-/Transreligiös Lernen

Prof. Dr. Erdal Toprakyaran leitete am 5. Juni 2023 an der Universität Luzern im Rahmen der religionspädagogischen Tagung „Multi-/Inter-/Transreligiös Lernen“ das Atelier zum Thema „Zugänge zu islamischer Mystik“ und hielt einen Vortrag zu diesem Thema.


Training School: Scandinavia and Islam - Scandinavian Borders and Non-contact Zones in Late Medieval and Early Modern Times

Abdullah Ridvan Gökbel nahm vom 06. bis 09. Juni 2023 an einer internationalen Training School an der Stockholm Universität teil, die darauf ausgelegt war, Doktoranden, die sich mit den historischen, künstlerischen, theologischen und interreligiösen Elementen der Begegnungen zwischen dem Islam und Skandinavien befassten, zusammenzubringen. Die Veranstaltung wurde als Teil der COST-Action “Islamic Legacy: East, West, North, South of the Mediterranean (1350-1750)” organisiert. Abdullah Gökbel hielt einen Vortrag mit dem Titel “In the footsteps of Christians under Ottoman rule” und befasste sich dabei mit Themen des Christentums innerhalb traditioneller theologischer Diskussionen in osmanischen Rechtsgutachten. Ausgehend von der osmanischen Geistesgeschichte erörterte Abdullah Gökbel, wie der Begriff „Christ“ im osmanisch-muslimischen Textkorpus verwendet wurde und mit welchen Themen Christen in der osmanischen Gesellschaft des 16. Jahrhunderts konfrontiert wurden. Parallel dazu wurden Besuche und Vorträge in den Nationalmuseen und -archiven in Stockholm und Uppsala sowie Führungen im Königlichen Museum von Livrustkammaren angeboten, um die Konferenzen und Diskussionsrunden der Fortbildungsschule zu vervollständigen.


Islamische Religionspädagogik im aktuellen Diskurs

Prof. Dr. Fahimah Ulfat hat am 17. Juni 2023 an der Online-Tagung "Islamische Religionspädagogik im aktuellen Diskurs“ der Universität Wien teilgenommen und zum Abschluss ein Fazit der Tagung gezogen. Die Tagungsbeiträge finden Sie hier


Workshop zum Thema „Islamisches Wissen ‚von innen““.

Dr. Claire Gallien organisierte im Rahmen der diesjährigen Europäischen Akademie der Religionen (19.-23. Juni 2023) einen Workshop zum Thema „Islamisches Wissen von innen“. Auf der Grundlage einer emischen Perspektive, die sich den Ursprüngen, Konstruktionen, Funktionen und Rezeptionen von Wissen widmet, und eines dekolonialen Ansatzes, der darauf abzielt, Alternativen zu vorherrschenden säkularen liberalen Erkenntnissen zurückzufordern, neu zu erforschen und zu entwickeln, beschäftigten sich die Referentinnen und Referenten mit den charakteristischen Merkmalen, Funktionen und Visionen von Wissen im Islam. Auf der gleichen Konferenz hielt sie auch einen Vortrag mit dem Titel “What is a ‘Religious’ Science? Reflections on the Categories of ‘Ulūm Shar‘ī / Ghayr Shar’ī in Early-Modern Islamic Classification of the Sciences Literature.”


Resonanz von Gottesbild und Lebensform

Im Rahmen des von Prof. Dr. Gerhard Nitsche und J.-Prof. Ufuk Topkara am 06 und 07. Juli 2023 veranstalten Workshops hat Prof. Dr. Fahimah Ulfat einen Vortrag zum Thema „Welche Implikationen hat das Konzept der Resonanzsensibilität für unterschiedliche Formen von Gottesbeziehungen im islamischen Religionsunterricht?“ gehalten.


Gerechtigkeit im Kontext von religiöser Bildung für Nachhaltige Entwicklung (rBNE)

Im Rahmen des Arbeitstreffens der AG rBNE haben J.-Prof. Dr. Asmaa El Maaroufi und Prof. Dr. Fahimah Ulfat am 8. Juli 2023 einen Vortrag zum Thema Gerechtigkeit im Kontext von rBNE aus islamisch-theologischer und religionspädagogischer Perspektive gehalten.


European Academy of Religion

Die European Academy of Religion (EuARe) veranstaltete ihre sechste Jahreskonferenz vom 19. bis 23. Juni 2023 in St Andrews, Schottland. Unter dem Thema „Religion from the Inside“ wurde jeder Konferenztag mit einer Keynote von renommierten Vortragenden aus einer der fünf Weltreligionen abgeschlossen. Am Donnerstag, dem 22. Juni, hielt Prof. Dr. Lejla Demiri die Keynote mit dem Titel „An Islamic Approach to Islamic Studies? Muslim Faith Commitment in the European Orientalist Sphere“. In ihrem Vortrag sprach sie über das Studium des Islams in der heutigen europäischen akademischen Welt, mit besonderem Augenmerk auf die Schaffung einer neuen Disziplin, der „Islamischen Theologie“, an deutschen Universitäten. In Verbindung mit der EuARe-Jahrestagung 2023 veranstaltete die School of Divinity der University of St Andrews eine Konferenz zum Thema „Theology in Conversation“, um Christoph Schwöbels Beiträge zu christlicher Theologie zu würdigen. Anknüpfend an die Tradition der Scriptural Reasoning-Seminare von 2015 bis 2021 mit ihrem verstorbenen Kollegen Prof. Dr. Christoph Schwöbel leitete Prof. Dr. Lejla Demiri am Freitag, den 23. Juni, zusammen mit Prof. Dr. Judith Wolfe außerdem eine Scriptural Reasoning-Sitzung. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lasen und diskutierten biblische und koranische Texte zu göttlicher Offenbarung in der Natur und setzten sich so mit Theologie und Religion sowohl aus der Innenperspektive als auch in Würdigung von Prof. Dr. Schwöbel im Dialog auseinander.


Aktive Teilnahme an internationalen Konferenzen

Im Mai und Juni 2023 nahmen Prof. Dr. Ruggero Vimercati und sein Team an einer Reihe von Konferenzen in Großbritannien teil und präsentierten ihre Forschungen.

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Studierende und Fachschaft

Aktivitäten der Fachschaft des ZITh

Bericht der FAITH

Nach der Pandemie war es uns wichtig, neue Studenten für die Fachschaft des ZITh zu begeistern. Wir haben das Ziel verfolgt, mit Veranstaltungen, die wir auf die Beine gestellt haben, einen Ort des Austausches, der Diskussionen und der Wissensverbreitung zu realisieren. Somit war die Idee des Debattenabends entstanden.

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Islamisch-Christlicher Gesprächkreis

von Merve Atak

Das akademische Jahr fing für den Islamisch-Christlichen Gesprächskreis mit einem feierlichen Programm zu Ehren des “Aktiv für Demokratie und Toleranz”-Preises an. Zudem hieß der Anfang des Wintersemesters für unser Organisationsteam auch, sich von ihrer führenden Studentenkraft, Mirjam Wien, zu verabschieden. Nach einem Abend, an dem der persönliche Weg im Glauben reflektiert wurde, war es uns wichtig, die nächste Veranstaltung in einem Rahmen zu gestalten, worin sich internationale Studierende willkommen fühlen konnten. “The Gift of Life” - ebenso das letzte Geschenk unsererseits, woraufhin wir im Sommersemester mit Fragen rund um den Tod und das Jenseits durchgestartet sind. Passend zur Jahreszeit entfalteten wir in unserem letzten Gesprächskreis im freien Grünen die erstrebte Harmonie zwischen Mensch und Natur. Abschließend zu einem solch ertragreichen Jahr ist das Ziel, vor der Prüfungsphase mit den Studierenden in einer gemütlichen Runde im Alten Botanischen Garten zusammenzukommen. Nach der sommerlichen, vorlesungsfreien Zeit geht es dann ununterbrochen weiter!

International

Erasmus Mobility – Incoming

Im Rahmen der Erasmus+-Lehrenden- und Personalmobilität durften wir im Sommersemester 2023 einige Gastdozierende herzlich willkommen heißen. Dr. Mehmet Bulgen von der Theologischen Fakultät an der Marmara Universität hat in der Woche vom 19. - 23. Juni 2023 u.a. die Vorlesung von Dr. Serkan Ince mit dem Titel „Systematische Theologie und Philosophie“ sowie das Seminar von Ertul Ortabas mit dem Titel „Islam und Philosophie“ geleitet.


Prof. Dr. Aid Smajić von der Islamisch-Theologischen Fakultät an der Universität Sarajevo hat uns vom 19. bis 30. Juni 2023 besucht. Er hat u.a. im Seminar „Organisation und Durchführung verschiedener Formen der islamischen Predigt“ von Dr. Mahmoud Abdallah einen Vortrag zum Thema „Catholic Encounter with Modern Psychology - Lessons for Muslims and Islamic Spiricual Care“ gehalten sowie im Rahmen des Seminars von Dr. Abdelaali El Maghraoui „Praktische Islamische Rituale“ zum Thema „Work Stress Among Bosnian Imams“ referiert.


Vom 10. bis  14. Juli 2023 hat Dr. Asim Zubčević von der Islamisch-Theologischen Fakultät an der Universität Sarajevo im Rahmen seines Erasmus-Aufenthalts u.a. zum Thema „Making Culture? Mehmed Kapetanović Ljubušak (1839-1902): The founder of Bosnian Muslim Modernism, his Ideas and Impact“ referiert sowie das Oberseminar (Senior Research Seminar) von Prof. Dr. Lejla Demiri und Prof. Dr. Holger Zellentin zum Thema „Islam and Muslims in St. Sava's Nomokanon” geleitet.


Prof. Dr. Ahmet Alibasic von der Islamisch-Theologischen Fakultät an der Universität Sarajevo hat uns in der Woche vom 17. bis 21. Juli 2023 besucht. Er hat u.a. ein Seminar mit dem Titel „The Training of Religious Leaders/Teachers in Germany and Bosnia: A Conversation with Prof. Ahmet Alibasic” sowie das Oberseminar von Prof. Dr. Lejla Demiri und Prof. Dr. Holger Zellentin zum Thema „Good Governance in Islamic Tradition” geleitet.

Erasmus Mobility- Outgoing

ZITh Post-Doctoral Researcher, Besnik Sinani, Participated in Erasmus + Program in Sarajevo

As part of the Erasmus + Teaching and Training Mobility Program, Besnik Sinani, a post-doctoral fellow at the Chair for Hadith Studies and Prophetic Traditions at the Center for Muslim Theology at Tübingen University, visited and gave lectures at the Faculty of Islamic Studies in Sarajevo, Bosnia and Hercegovina.

Sinani participated in several faculty meetings and events organized by Prof. Dr. Aid Smajić,

Vice Dean for International Relations, including meetings with Prof. Dr. Enes Karić and Prof. Dr. Ahmet Alibašić. Additionally, he offered two lectures, titled “Divine Sovereignty and Prophetology: Modern Sufi Perspectives on Prophethood” and “Divine Sovereignty and Prophetology: Modern Critical Salafi Perspectives on Divinity”.

This visit is part of an ongoing cooperation between the Center for Muslim Theology in Tübingen and the Faculty of Islamic Studies in Sarajevo, which has resulted in fruitful and continuous cooperation between the faculty members of both institutions.


Seminare zur Islamischen Seelsorge in Sarajevo

Dr. Mahmoud Abdallah besuchte die Fakultät für Islamische Studien an der Universität Sarajevo vom 28. Mai bis 02. Juni 2023. U.a. hielt er vor den am Seminar „Dawa“ teilnehmenden Studierenden einen Vortrag zum Thema „Approaches to the Theological Foundation of Islamic Pastoral Care. Attempt of a Classification”. Er leitete das Masterseminar zur Religionspsychologie und referierte in diesem Zusammenhang zum Thema „Islamic Chaplaincy between two Worlds. Making Space in the Academic Field and Community”. Im Rahmen dieser Erasmus+ Personalmobilität fanden zudem erste Gespräche über die Möglichkeit, einen gemeinsamen Summer School zu organisieren, statt.

Ankündigungen

Internationale Tagung "Spiritual Care in Times of War and Deplacement" am Zentrum für Islamische Theologie"

Vom 17. bis 19. September 2023 findet am ZITh die internationale Konferenzen "Spiritual Care in Times of War and Deplacement“ statt: Kriege sind eine der Hauptursachen für Flucht und Vertreibung. Eine der Aufgaben des Integrationsprozesses von Geflüchteten besteht in ihrer psychosozialen Begleitung. Zu dieser gehört eine Sensibilität für unterschiedliche religiöse Überzeugungen respektive spirituelle Bedürfnisse. Damit stellt sich die Frage einer Spiritual Care, die über konfessionelle und religiöse Grenzen hinaus Menschen mit Extremerfahrungen angemessen begleiten kann und zugleich Teil eines holistisch verstandenen Behandlungs- und Begleitprozess ist. Mit dieser Veranstaltung nehmen wir durch Kriege und Gewalt verursachte und erzwungene Vertreibungen, Flucht und Migration in den Blick. Ausgehend von verschiedenen Schauplätzen fragt sie nach den psychosozialen Erfordernissen in der Aufnahme und Begleitung geflohener Frauen, Männer, Jugendlicher und Kinder und der Herausforderung für Gesellschaft, Theologie und Bildungsinstitutionen.

Die Tagung findet in Zusammenarbeit mit International Association for Spiritual Care, der Evangelischen Akademie der Pfalz und der Krankenhausseelsorge der Evangelischen Landeskirche in Württemberg statt. Sie ist sowohl mit Blick auf die Kooperationspartner wie auch inhaltlich interdisziplinär und interreligiös angelegt. Multiperspektivität ist ihr im Kern eigen. Die Anmeldung läuft online bis zum 7. 9. unter: https://eapfalz.de/veranstaltung/krieg-vertreibung-und-spiritualcare/

Das Programm finden Sie hier


Auftaktveranstaltung der JIF

Die erste Auftaktveranstaltung der jüdisch-islamischen Forschungsstelle ist die internationale Konferenz „Torah – Worldliness – Quran: Beyond the Common Concepts of ‚Secular‘ and ‚Religious‘”, die am 28. und 29. November 2023 in Tübingen stattfinden wird. Mit ausgewiesenen Expertinnen und Experten wird die Frage diskutiert, ob sich aus den Perspektiven der jüdischen und muslimischen Traditionen alternative Vorstellungen von Säkularisierung und Weltlichkeit entwickeln ließen, die andere Aspekte betonen als die, die aus den christlichen Traditionen hervorgegangenen sind.

Weitere Informationen und Anmeldung: https://uni-tuebingen.de/de/249814.

Ehemalige Mitarbeitende

Hallo, Grüezi, Selam und Shalom!
Von Dr. Almedina Fakovic

«Das Leben ist eine Reise und wer reist lebt zwei Mal.» Diese Worte, die ich in den letzten Wochen gerne zitiere, sollen auf den berühmten Universalgelehrten Omar Khayyam zurückgehen. Denn nach Tübingen, wo ich 2021 am ZITh zum Thema «Islamisch-mystische Netzwerke in Europa – Das Beispiel der Internationalen Sufi-Bewegung von Hazrat Inayat Khan» promoviert wurde, verschlug es mich zuerst nach Heidelberg und wenige Zeit später nach Luzern in die Schweiz, wo ich mittlerweile seit fast zwei Jahren als Forschungsmitarbeiterin am Lehrstuhl für Islamische Theologie an der Theologischen Fakultät der Universität Luzern tätig bin. Neben den Arbeiten rund um den Lehrstuhl unterstütze ich das internationale Team am «Zentrum für Theologie und Philosophie der Religionen» sowie dessen erste Initiative, den englischsprachigen Online-Master «Philosophy, Theology and Religions». Dieser ist im Herbstsemester 2022 sehr erfolgreich angelaufen und vereint nicht nur international renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, sondern auch Studierende aus der ganzen Welt.

Eine Möglichkeit das oben genannte Zitat in seiner Gänze zu erfahren, wurde mir auch diesen Sommer geboten, als die Kolleginnen und Kollegen des Instituts für Jüdisch-Christliche Forschung, unter der Leitung von Dr. Simone Rosenkranz Verhelst und Dr. Simon Erlanger, nach dreijähriger Corona bedingter Pause die sonst jährlich stattfindende Studienreise nach Israel wieder aufnahmen. Die Reise, die von der Negev-Wüste über Masada nach Jerusalem und vom See Genezareth und den Golan-Höhen über die Mittelmeerküste bis nach Tel Aviv reichte, wurde vom 02.07.-16.07.23 organisiert und vermittelte zahlreiche Einblicke in die Geschichte, Archäologie sowie Kulturen und Religionen des Landes. Ein Vortrag über die islamische Mystik durfte natürlich nicht fehlen, da die Stadt Safed, das geistige Zentrum der Kabbala, einer mystischen Tradition des Judentums, auch auf dem Programmplan stand.

An meine sechsjährige Arbeits- und Lernzeit in Tübingen denke ich sehr gerne zurück und ohne Zweifel hat sie mich tief geprägt. In diesem Sinne: Dankeschön, auf Wiedersehen und Khoda hafez!

Publikationen

Demiri, Lejla (2023): ʿAbd al-Ghanī l-Nābulusī, Treatise on the special tax revenues imposed upon the dhimmīs. In: Bennett, Clinton (Hg.): Christian-Muslim Relations, Primary Sources 1700-1914, Volume 3. London: Bloomsbury. S. 21-23.

Demiri, Lejla (2023): The Book of Exile of Prince Cem”. In: Frederiks, Martha T. (Hg.): Christian-Muslim Relations, Primary Sources 1500-1700, Volume 2. London: Bloomsbury. S. 18-20.

Demiri, Lejla (2023): Najm al-Dīn al-Ṭūfī, Critical Commentary on the Four Gospels. In: Thomas, David (Hg.): Christian-Muslim Relations, Primary Sources 600-1500, Volume 1. London: Bloomsbury. S. 69-71.

Demiri, Lejla und Ince, Serkan (2023): Ibrahim Müteferrika, Treatise on Islam. In: Bennett, Clinton: Christian-Muslim Relations, Primary Sources 1700-1914, Volume 3. London: Bloomsbury. S. 26-29.

Demiri, Lejla und Ince, Serkan (2023): Iskandar ibn Aḥmad, Epistle Refuting the Christian Religion Through the Gospel by Means of the Discipline of Kalām. In: Bennett, Clinton: Christian-Muslim Relations, Primary Sources 1700-1914, Volume 3.  London: Bloomsbury. S. 18-21.

Gallien, Claire (June 2023): Ḥayy ibn Yaqdhān and the Disappearing Qur’ān – A Blog Series in 4 Parts”. In: Medieval and Early Modern Orients (MEMOs). Online unter: https://memorients.com/articles/%E1%B8%A5ayy-ibn-yaqdh%C4%81n-and-the-disappearing-qur%C4%81n-part-4-%E2%80%93-the-three-english-translations-compared  

Gallien, Claire, trans. (2023): Epître sur l’oubli mystique” (miscellanées traduites de l’arabe). In: Conditions. Online unter: https://revue-conditions.com/epitresurloublimystique.

Ince, Serkan (2023): ʿAbd al-Jabbār’s Apologetical Arguments Opposing Christian Christology: A Critical Analysis from the Viewpoint of Epistemological Argumentation Theory, in: Fazlioglu, Ihsan (Hg.): Nazariyat. Journal for the History of Islamic Philosophy and Sciences. Istanbul: Ilem.

El Maghraoui, Abdelaali (2023):  Die Knabenbeschneidung (ḫitān) im Islam: Von einem abrahamitischen Brauch zu einer religiösen Pflicht? In: Eicker, Andreas (Hg.): Strafbarkeit der Beschneidung von Jungen im Kindesalter? Rechtliche Würdigung der medizinisch nicht indizierten Zirkumzision vor dem Hintergrund anthropologischer und theologischer Perspektiven. Bern/Stuttgart: Stämpfli, S. 47-58.

El Maghraoui Abdelaali  (2023): Der Umgang mit Geld aus muslimischer Perspektive: Frienden durch Handel. In: Herder Korrespondenz Spezial: Über Geld spricht man nicht. Die Kirche und ihre Finanzen. München: Herder. S. 16.

Khalfaoui, Mouez (2022): Law and Religious. In: Weyel, Birgit, Gräb, Wilhelm, Lartey, Emmanuel und Wepner, Casa (Hg.): International Handbook of Practical Theology. Berlin: De Gruyter, S.155-168.

Khalfaoui, Mouez (2022): Muslimische Überlegenheitsansprüche in Zeiten pluraler demokratischer Gesellschaften. In: Ulfat, Fahimah, Khalfaoui, Mouez und Mohammed, Nerkoumi (Hg.): Normativität des Korans im Zeichen gesellschaftlichen Wandels. Theologische und religionspädagogische Perspektiven. Baden-Baden: Nomos. S. 325-357.

Riegel, Ulrich., Boschki, Reinhold, Schweitzer, Friedrich, & Ulfat, Fahimha (2022): Die Diskussion um den konfessionell-kooperativen Religionsunterricht. In: Religionspädagogische Beiträge. Journal for Religion in Education, 45(2). S. 151−159. Online unter:  https://doi.org/10.20377/rpb-215

Toprakyaran, Erdal (2022): Sterben und Leben im Islam ... oder warum Derwische tanzen. In: Transformatio. S. 46–56. Online unter: https://transformatio-journal.org/ojs/index.php/trans/article/view/972

Toprakyaran, Erdal (2023): Mystischer Islam als Teil der Erneuerungsbewegung im Osmanischen Reich des 19. Jahrhunderts am Beispiel Osmân Selâhaddîn Dedes und Hadîce Nakîye Hanıms". In: Baumann, Martin, Wasmaier-Sailer, Margit und Tunger-Zanetti Reibungsgewinne, Andreas (Hg.): Reibungsverluste.  Religionen und ihre Reaktionen auf die Moderne. Baden-Baden: Ergon, S. 136-152.

Ulfat, Fahimah (2022): Forms of Muslim Children’s Spirituality: A Critical Contribution to the Didactics of Islamic Religious Education Studies. Leiden/Boston: Brill.

Ulfat, Fahimah (2022): Muslimische Jugendliche und ihr Verhältnis zu religiösen Normen. In: Ulfat, Fahimah, Khalfaoui, Mouez und Mohammed, Nerkoumi (Hg.): Normativität des Korans im Zeichen gesellschaftlichen Wandels. Theologische und religionspädagogische Perspektiven. Baden-Baden: Nomos. S. 117–136.

Ulfat, Fahimah (2023): Gottesvorstellungen, muslimische Kinder. In:  Das wissenschaftlich-religionspädagogische Lexikon im Internet. Online unter:  https://doi.org/10.23768/wirelex.Einstellungen_muslimische_Religionslehrkrfte.201029

Ulfat, Fahimah (2023): Rethinking Islamic Religious Education in Europe Based on Empirical Research. In: Religions, 14(5). Online unter: https://doi.org/10.3390/rel14050590

Ulfat, Fahimah (2023): Islam und Christentum im katholischen Religionsunterricht am Beispiel der Geburtsgeschichte Jesu. In Syring, Marcus, Beck, Nina, Bohl, Torsten und Tesch, Bernd (Hg.): Klasse 6b. Eine Unterrichtswoche. Bildungswissenschaftliche und fachdidaktische Analysen. Tübingen: University Press. S. 169–180. Online unter: https://doi.org/10.15496/publikation-75461

Ulfat, Fahimah (2023): Decolonizing Religious Education – a Challenge for International Knowledge Transfer. In: Berglund, Jenny, Roebben, Bert, Schreiner, Peter und Schweitzer, Friedrich (Hg.): Educating Religious Education Teachers: Perspectives of International Knowledge Transfer. Wien/ Köln: V&R unipress. S. 167-182. Online unter: https://doi.org/10.14220/9783737015837

Vimercati Sanseverino, Ruggero (2023): Die Wirklichkeit, die im Hadith bezeugt wird. Theologische Impulse für die Hadithdidaktik“. In  Sarıkaya, Yaşar, Rothgangel, Martin, Grün, Deborah K. und Soyhun, Mehmet: Hadithdidaktik im Diskurs. Münster: Waxmann. S. 27–52.

Vimercati Sanseverino, Ruggero. “As if the Prophet stood in front of you”: The performative meaning of ḥadīth transmission and its prophetological background in late formative Sunnism. In: Gharaibeh, Mohammad (Hg.): Beyond Authenticity. Towards Alternative Approaches of Ḥadīth Narrations and Collections. Leiden /Boston: Brill. S. 217–253.

Impressum des ZITh-Newsletters

Herausgeber

Zentrumsvorstand
Prof. Dr. Erdal Toprakyaran, Prof. Dr. Mouez Khalfaoui, Prof. Dr. Ruggero Vimercati

Redaktion

Dr. Abdelaali El Maghraoui

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