Aktuelle Berichte und Informationen

Festakt für Albert Gerhards

Am 23. Oktober 2021 fand in der Katholischen Akademie Bayern in München ein Festakt zu Ehren von Albert Gerhards statt. Gerhards, der sich seit Jahrzehnten im Bereich der Liturgiewissenschaft verdient gemacht hatte, feierte in diesem Herbst seinen 70. Geburtstag.

Der Festakt stand unter dem Motto „Räume der Gemeinschaft im Wandel“ und griff damit das Thema der Sakralraumtransformation auf, welches seit vielen Jahren Teil von Gerhards' Forschungen ist. Der evangelische Theologe Prof. Alexander Deeg (Leipzig), der mit dem Jubilar innerhalb eines laufenden DFG-Projekts eng kooperiert und dessen Mitwirken Gerhards' hohes ökumenisches Engagement dokumentiert, berichtete am Morgen von aktuellen Erkenntnissen aus dem gemeinsamen Projekt zur Sakralraumtransformation in Deutschland. Danach sprach die Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz, Dr. Beate Gilles, die bei Gerhards promoviert hatte, über Liturgie im virtuellen Raum und digitale Feier-Räume. Prof. Benedikt Kranemann (Erfurt), ein langjähriger Weggefährte von Albert Gerhards, der mit Prof. Winter und PD Dr. Achim Budde, dem Direktor der Akademie und Gerhards-Schüler, den Festakt organisiert hatte, moderierte die im Anschluss an die Vorträge stattfindende Podiumsdiskussion. Prof. Winter hielt die Laudatio (s. Foto).


Studientage Kunst und Liturgie in Mainz

Der Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft hatte bereits in den vergangenen Jahren gemeinsam mit dem Deutschen Liturgischen Institut (Trier) die Studientage „Liturgie und Kunst" durchgeführt. Die bisherigen Studientage hatten immer in Münster stattgefunden, in diesem Jahr waren sie erstmals in Mainz. Der Wechsel vom Franz Hitze Haus zum neuen Veranstaltungsort, dem Erbacher Hof, gelang dabei sehr gut.

Mit den neuen Kooperationspartner:innen vom Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseum Mainz und der Akademie des Bistums Mainz konnte vom 30. August bis 02. September ein attraktives wie wissenschaftlich anspruchsvolles Programm zum Thema „Nicht nur oberflächlich. Verhüllung und Sichtbarkeit" durchgeführt werden. Den Eröffnungsvortrag zum Thema „‚oberflächlich – aus Tiefe!‘ (F. Nietzsche) Liturgische Ästhetik als Inszenierung des Unverfügbaren“ hielt Prof. Winter.

Besonders herausgehoben sei der Vormittag, den Dr. Melanie Prange und Dr. Daniela Blum von Diözesanmuseum in Rottenburg gemeinsam mit Prof. Sibylle Klose MA (CSM), Pforzheim zu „Shaping Faith – Fashioning Splendour Glauben formen – Pracht gestalten. Ein Ausstellungsprojekt des Diözesanmuseums Rottenburg in Kooperation mit der Hochschule Pforzheim" gestaltet haben. Die Ausstellung wird 2022 stattfinden, und so bietet sich an, zu gegebener Zeit auch vor Ort in Tübingen und Rottenburg weitere gemeinsame Angebote zu entwickeln.

Noch ein Highlight der Studienwoche war die Exkursion am Donnerstag zum Mainzer Dom, dem Diözesanmuseum und zur Kirche St. Quintin (s. Fotos).

Eine Publikation der Tagungsbeiträge ist geplant.


Workshop beim Kongress der Europäischen Gesellschaft für Katholische Theologie

Unter dem Titel „Creation – Transformation – Theology“ fand vom 25. bis 28. August 2021 in Osnabrück ein Kongress der Europäischen Gesellschaft für Katholische Theologie statt. Das Treffen verstand sich als „Plattform für eine theologische und interdisziplinäre Reflexion sowie ein kreatives Weiterentwickeln von Fragen der Ökologie, Schöpfung und Transformation“.

Prof. Winter präsentierte bei einem Workshop gemeinsam mit Prof. Dr. Jochen Ostheimer (Graz) und Prof. Dr. Katharina Karl (Eichstätt-Ingolstadt) ein neues interdisziplinäres Forschungsprojekt zur „grünen Kirche“. In dessen Zentrum steht das vom Vatikan initiierte Projekt „Living Chapel“. In öffentlichen Räumen wie etwa dem Botanischen Garten in Rom werden Kapellen errichtet, die aus Pflanzen und recycelten Materialien bestehen und so ein auch architektonisch ansprechendes Zeugnis vom Schöpfungsglauben und der Schöpfungsverantwortung der Kirche geben. Das Projekt der Lebendigen Kapelle versteht sich als Umsetzung der Enzyklika „Laudato si‘“ sowie als Teil des UN-Programms, eine Billion Bäume zu pflanzen. In dem Forschungsprojekt werden die „Lebendigen Kapellen“ in die ökologische Bewegung eingeordnet und ihre Potentiale aus pastoraltheologischer, liturgiewissenschaftlicher und sozialethischer Perspektive untersucht.

Das Internetportal katholisch.de hat über die Tagung berichtet.

Einen Artikel zu den Lebendigen Kapellen findet sich auf feinschwarz.net.


Vortrag auf der Jahrestagung der AKL

Die „Arbeitsgemeinschaft katholischer Liturgiewissenschaftlerinnen und Liturgiewissenschaftler e.V.“ (AKL) hat sich am 23.-27. August in Salzburg zu ihrer Jahrestagung getroffen und dem Thema „Liturgie – ‚Werk des Volkes‘? Gelebte Religiosität als Thema der Liturgiewissenschaft“ gewidmet. Lea Lerch hat unter dem Titel „Religion ohne Kirche? Oder: Welche religiöse Praxis ist ‚objektiv‘? Zur Entstehung einer liturgiewissenschaftlichen Fragestellung“ eine (fach-)historische Perspektive eingebracht und dabei Forschungsergebnisse ihrer kürzlich eingereichten Dissertation vorgestellt.


Vortrag bei „Theologie jung und druckfrisch“

Lea Lerch hat am 21. April 2021 in der der Reihe „Theologie jung und druckfrisch“ der Karl-Rahner-Akademie (Köln) einen Vortrag zum Thema „Kirchenreform und die ‚andere Moderne‘. Die Liturgische Bewegung in der Weimarer Republik“ gehalten. Das Veranstaltungsformat lädt junge Theolog:innen regelmäßig ein, ihre abgeschlossenen Projekte einem breiteren Publikum vorzustellen.


Gottesdienstpraxis unter Pandemiebedingungen

Im Mai 2020 wurde das Forschungsprojekt „Gottesdienstgestaltung in der Pandemie-Zeit in der Diözese Rottenburg-Stuttgart“ begonnen, das finanziell wesentlich durch die Diözese ermöglicht wurde.

Die Leitung des Projekts liegt bei Prof. Winter. In Kooperation eingebunden ist Prof. Arndt Büssing, Universität Witten-Herdecke, der für die Begleitung des empirischen Teils mitverantwortlich ist. Beide arbeiten auch am IUNCTUS, Kompetenzzentrum für Christliche Spiritualität der PTH Münster mit.

Neueste Publikationen:

WINTER, Stephan: Gottesdienst im Pandemie-Modus. Wie sah und sieht die liturgische Praxis unter "Corona-Bedingungen" aus? Die Ergebnisse einer Umfrage geben darüber Aufschluss und laden zur Diskussion ein, Teile 1 und 2. In: GD 55 (2021), 25-27.47-48.

Teil 1 hier verfügbar

Zudem untersucht IUNCTUS, das Kompetenzzentrum für Christliche Spiritualität an der PTH Münster, mit dem der Lehrstuhl kooperativ zusammenarbeitet, die Entwicklung von Spiritualität und Wohlbefinden unter Pandemiebedingungen. Zur weiterhin laufenden Umfrage geht es hier.

Erste Ergebnisse finden sich in der Kapuziner-Jahresschrift 2020/2021.