Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters

Akonetyé 2005 (AKO 05):

In Akonetyé wurden im Zeitraum von Ende Januar bis Anfang März neun Befunde ausgegraben (Abb. 1). Diese teilweise bereits bei der Prospektion im März 2004 entdeckten Fundkomplexe erwiesen sich als sehr reich an keramischen Material (Abb. 2).

AKO 05/2 und AKO 05/6

Die Scherben und Gefäße der beiden Befunde weisen ähnliche Verzierungsarten und Gefäßformen auf. Bei den Befunden AKO 05/2 und AKO 05/6 handelte es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um Gräber. Dies kann aufgrund der Fundlage und Zusammensetzung des Inventars mit gewisser Bestimmtheit behauptet werden (Abb. 3). Aufgrund des sauren Bodens im Regenwaldgebiet war eine Knochenerhaltung aber nicht gegeben. Außer vollständigen Gefäßen wurden in beiden Befunden Eisenobjekte geborgen. Dabei enthielt das durch den Böschungshobel schon stark abgetragene “Grab” AKO 05/2 zwei verzierte Tüllenbeile (Abb. 4) und eine große Anzahl aneinander korodierter Eisenringe. In AKO 05/6 wurden sowohl eine Axt, Arm- und Beinringe, ein Löffel, drei Speerspitzen und diverse andere Kleinfragmente geborgen.

AKO 05/1, AKO 05/3 bis AKO 05/5, AKO 05/7

Bei den anderen Befunden handelt es sich um Gruben, die ausser ein paar kleineren Eisenobjekten und organischen Resten, wie Ölpalm- und Canariumkernen, hauptsächlich Keramik beinhalteten (Abb. 2). Alle Befunde sind aufgrund der bisherigen Radiokarbondaten zeitlich in die zweite Hälfte des ersten Jahrtausend nach Christus einzuordnen.

AKO 05/1

AKO 05/1 ist eine kleine Grube (Abb. 5), die ausser einem einzelnen Keramikgefäß (Abb. 6) nur noch wenige kleinere Scherben enthielt. In Form und Verzierung entsprechen diese aber denen der anderen Befunde.

AKO 05/3, AKO 05/4 und AKO 05/5

Drei nebeneinanderliegende Gruben (Abb. 7), die bis zu einer Tiefe von 4,50 m in das Anstehende reichten (Abb. 8), bargen besonders viel keramisches Material, aber auch einige Eisenfunde und Reste von Hauslehm. Durch die Entdeckung des letztgenannten erscheint es sinnvoll, dass die Gruben zur Abfallbeseitung benutzt wurden. Dennoch wird von den Ausgräbern eine rein funktionelle Interpretation in diesem Sinne abgelehnt.

Zum einen liegt dies vor allem an den assoziierten Funden, wie z. B. einem Eisenmesser (Abb. 9) und Bernsteinfragmente, zum anderen aber auch an Befunden, die eine rein funktionale Interpretation relativ sicher ausschliessen. Dabei ist die Abdeckung der Grube AKO 05/4 zu nennen, bei der zahlreiche Keramikfragmente ineinander und übereinander gelegt wurden, um einen oberen Abschluß der Grube zu erreichen (Abb. 10). Desweiteren erscheint es nicht logisch, Gruben in eine solch grosse, hier angetroffene Tiefe zu treiben, um lediglich den Abfall zu beseitigen.

AKO 05/8

Bei diesem Befund handelt es sich wahrscheinlich um einen verfüllten ca. 2,00 m tiefen Spitzgraben (Abb. 11). Diverse Keramikfragmente konnten in der relativ dichten und ungewöhnlich feuchten Verfüllung entdeckt werden (Abb. 12). Sowohl die Ähnlichkeit des keramischen Materials zu dem der anderen nahen Befunde, als auch die Datierung um 1750 BP lassen auf einen Bezug zu den naheliegenden Gruben und Gräbern schliessen.