Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters

Abang Minko'o 2006 (ABM 06):

Mindestens zehn Grubenbefunde konnten bei einer Prospektion der Strecke zwischen Ambam und der Grenze zu Gabun, entlang der Transafricana 2005 in der Nähe des Ortes Abang Minko'o entdeckt werden (Abb. 1). Von diesen Befunden wurden drei Gruben innerhalb eines Monats ausgegraben, welche durchaus überraschende Ergebnisse erbrachten. Unter anderem handelt es sich hierbei um die Entdeckung von Pennisetum glaucum (Perlhirse) (Abb. 2) und eine mit der von Bwambé-Sommet (BWS 04) vergleichbare Keramik (siehe dazu Eggert et al. 2006) (Abb. 3).

ABM 06/1:

Die Grube ABM 06/1 beinhaltete hauptsächlich Keramik, Steine und verkohlte makrobotanische Reste. Die Keramik ähnelt dabei in Form und Verzierung, mit Stempel- und Wiegebandverzierung sehr derer (Abb. 3), die in Bwambé-Sommet 2004 ausgegraben wurde. Interessant in diesem Zusammenhang sind das Auftreten von Perlhirse in beiden Fundstellen, sowie die gleichzeitige Datierung um ca. 2250 BP (Eggert et al. 2006).

Wie auch schon in Bwambé-Sommet und Akonétye überschreitet die Grubentiefe 2,50 m (Abb. 4 und Abb. 5). Auffallend war ein Befund am Grubenboden, der eine dunkle Verfärbung und mehrere Steine und Fragmente von Keramik aufwies, die eventuell als Tuyère gedeutet werden könnten und damit für als Hinweis auf eine Eisen verarbeitende Kultur sprächen (Abb. 6).

ABM 06/2

Auch in diesem Grubenbefund wurden Keramikfragmente und Steine entdeckt, welche im Großen und Ganzen homogen zu denen der restlichen Befunden der Fundstelle sind. Pennisetum glaucum konnte ebenfalls aus den makrobotanischen Resten geschlämmt werden.

Weiterhin fällt eine gebrannte Tonschicht auf, die im unteren Bereich der Grube bei ca. 2,50 m ausgegraben wurde (Abb. 7 und Abb. 8). Da diese vollständig erhalten war und horizontal in der Grube lag, muss man davon ausgehen, dass ein Feuer in der Grube entfacht worden war.

ABM 06/3

Dieser Befund ist anfänglich als Graben interpretiert worden (Abb. 9), was sich aber während der Ausgrabung nicht bestätigen ließ (Abb. 10). Somit ist eine Deutung des mit keramischen Material gefüllten Befundes nur schwer möglich.

Unterstützung erhielten wir bei den Grabungen durch die lokale Bevölkerung (Abb. 11), die größtenteils freundlich gestimmt war und offen auf uns zuging.