Sinologie

Junior-Professorin Dr. Yu-chin TSENG 曾育勤

Junior-Professorin für Moderne Taiwan-Studien an der Abteilung für Sinologie, Universität Tübingen

Akademischer Werdegang

  • Seit April 2018 Junior-Professorin, Abteilung für Sinologie, Universität Tübingen
  • Seit April 2018 Co-Direktorin, European Research Center on Contemporary Taiwan (ERCCT), Universität Tübingen
  • 2015-2017 Postdoc Research Fellow, European Research Center on Contemporary Taiwan (ERCCT), Universität Tübingen
  • 2015 Doktorgrad in Soziologie, Universität Essex
  • 2013-2015 Lehrbeauftragte, Abteilung für Soziologie, Universität Essex
  • 2013-2015 Lehrbeauftragte, Centre for Interdisciplinary Studies in the Humanities (CISH), Universität Essex
  • 2013-2014 Forschungsangestellte, Essex Business and Human Rights Project, Universität Essex

Forschungsschwerpunkte
Die Forschungsinteressen von Jun.-Prof. Tseng liegen in den Themengebieten Migration, globale Mobilität, Geschlecht und Intimität, Staatsbürgerschaft sowie asiatische Politik. Ihr Postdoc-Projekt befasste sich mit dem Aufeinandertreffen zwischen internationaler Mobilität Hochgebildeter und transkulturellen Heiratens – eine Kombination, die für die Zunahme transnationaler Paare in Drittstaaten verantwortlich ist und stark durch unterschiedliche staatliche Politiken beeinflusst wird. Ihre Doktorarbeit "Becoming Taiwanese: The Politics and Struggles of Marriage Immigrants from Mainland China to Taiwan" untersuchte soziale, politische und rechtliche Hürden festlandchinesischer, in Taiwan lebender verheirateter Frauen, insbesondere ihre kollektiven Bewegungen für soziale Anerkennung und Gerechtigkeit. Ein Teil der Dissertation wurde als Buchkapitel bei Routledge 2014 veröffentlicht. Aufbauend auf ihrer Doktorarbeit arbeitet sie derzeit daran, wie sich Migranten zur Wehr setzen und für sich neu definieren, was einen 'guten Bürger' (zum Beispiel eine 'gute Frau' oder 'gute Mutter') in Taiwan ausmachen soll. Ein zentrales Thema ihrer vorangegangenen Arbeiten liegt auf dem Einfluss, den breite gesellschaftliche Veränderungen und staatliche Macht über die Privatsphäre auf Migranten ausübt, mit Schwerpunkt auf Geschlecht, Intimität und Immigrationsrechten. Ihre aktuelle Forschung fokussiert auf zwei Bereiche. Zunächst betrifft dies Untersuchungen über chinesische Unternehmer in Südeuropa in Zeiten einer fortwährenden ökonomischen Krise. Weiterhin beschäftigt sie sich mit Dynamiken zwischen urbanem Regierungshandeln und der Verdrängung von Vertragsarbeitsmigranten in Taiwan.

Wichtigste Publikationen
Jun.-Prof. Tseng hat bei Routledge (2014) und im Asia and Pacific Migration Journal (2017) zur Einforderung von Rechten chinesischer Heiratsimmigranten in Taiwan publiziert. In ihrem Artikel "Should I stay or should I go? Migration Trajectories of Chinese-Taiwanese Couples in Third countries" schaut sie sich Migrationsbewegungen sino-taiwanischer Paare an, die sich im Ausland begegnet sind und transnationale und transkulturelle Familien gegründet haben.

Weitere Aktivitäten
Jun.-Prof. Tseng ist Co-Direktorin des European Research Center on Contemporary Taiwan (ERCCT) an der Universität Tübingen, welches wissenschaftliche Arbeiten über Taiwan in Europa fördert und stärkt. Sie ist Gast-Editorin eines Sonderhefts von Translocal Chinese: East Asian Perspectives (Frühjahr 2019) und arbeitet eng mit dem Centre for Migration Studies in Essex zusammen. Sie beteiligt sich an Online-Plattformen mit Beiträgen aus dem Bereich ihrer Expertise.