Journalistischer Umgang mit AfD: „Man muss perfekt vorbereitet sein"
taz-Interview mit PD Dr. Rolf Frankenberger vom 6. Mai 2024
Direktor Rolf Frankenberger im Gespräch mit der Tageszeitung taz über die AfD und den Umgang der Medien
Zitate aus dem Artikel:
“Im Umfeld der AfD, der Neuen Rechten und der Identitären Bewegung gibt es eine enorm hohe Medienkompetenz und gezielte Schulungen, wie man diese Medien nutzt.”
"Nicht zuletzt ist es wichtig zu sehen, welche Themenfelder die AfD besetzt. Welche könnten anders besetzt werden, damit die AfD dort nicht zum Zuge kommt? Zum Beispiel bei Migration. Was gibt es dort noch für andere Positionen und Diskurse, die gesellschaftlich vielleicht viel relevanter sind als die, die die AfD beherrscht? Wir dürfen die AfD nicht Themen setzen lassen, die sie dann skandalisiert, damit alle anderen ihnen hinterherrennen."
“Es gibt auch immer noch weiter rechts von der AfD Bewegungen, Gruppierungen, Vereine und Kleinstparteien, über die man berichten sollte. Hinzu kommt mit der Werteunion eine Partei, die sich rechts der CDU/CSU positioniert und daher journalistisch begleitet und kritisch betrachtet werden sollte. Denn rechtsextremes Gedankengut diffundiert auch gerne mal in andere Milieus und möchte sich anschlussfähig machen im Konservatismus und der bürgerlichen Mitte. Und nicht zuletzt finden wir Elemente exkludierender Ideologien auch im linken Spektrum. Wir müssen also breiter schauen und auch rechtzeitig Entwicklungen erkennen und benennen.”