27.07.2026

Durchbruch für KI-Startups aus der Universität Tübingen: Zwei Teams gewinnen SPRIND-Förderung

Zwei Startups der Universität Tübingen setzen sich in europäischem Wettbewerb durch - Ontic Labs und Feyer erhalten je drei Millionen Euro

Zwei KI-Startups aus dem Umfeld des Tübingen AI Centers und dem Exzellenzcluster Maschinelles Lernen: Neue Perspektiven für die Wissenschaft an der Universität Tübingen sowie dem Innovationscampus Cyber Valley haben sich in der ersten Auswahlrunde der Next Frontier AI Challenge der Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) durchgesetzt: Ontic Labs und Feyer gehören zu den drei deutschen der insgesamt zehn europaweit ausgewählten Teams, die für den Aufbau ihres Unternehmens zunächst mit drei Millionen Euro rechnen können.

Die Next Frontier AI Challenge richtet sich an europäische Startups, die grundlegende KI-Technologien mit außergewöhnlich hohem Innovationspotenzial entwickeln und langfristig wirtschaftliche sowie gesellschaftliche Wirkung entfalten könnten. Das Ziel der Challenge: Innerhalb von 24 Monaten drei europäische KI-Startups aufzubauen, die nach zwei weiteren Stufen des Wettbewerbs und erfolgreicher Finanzierung eine Milliardenbewertung vorweisen können.

Maschinen, die die physische Welt verstehen

Ontic Labs entwickelt ein Modell, das Maschinen ein Verständnis physikalischer Zusammenhänge vermitteln soll. Während heutige KI-Modelle vor allem erfassen, wie die Welt aussieht, soll die Technologie von Ontic Labs lernen, wie sie funktioniert – und Robotern damit komplexere Interaktionen mit ihrer Umwelt ermöglichen. „Wir entwickeln ein Grundlagenmodell, das aus Videos und Erfahrungen lernt, wie die Welt physikalisch funktioniert. Unser Ziel ist, Roboter mit Hilfe dieses Grundlagenmodells trainieren zu können“, sagt Georg Martius, Mitgründer von Ontic Labs und Professor an der Universität Tübingen. „Damit schaffen wir eine Grundlage für vielseitigere Robotersysteme, die künftig in ganz unterschiedlichen Bereichen eingesetzt werden können.“

Ontic Labs GmbH

  • Gründer: Dr. Omid Taheri, Mikel Zhobro, Dr. Wieland Brendel, Prof. Dr. Georg Martius, Prof. Dr. Gerard Pons-Moll
  • Beteiligte Institutionen: Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, Exzellenzcluster Maschinelles Lernen: Neue Perspektiven für die Wissenschaft und Tübingen AI Center (beide Universität Tübingen), ELLIS Institute Tübingen
  • www.onticlabs.io

KI als Erfindungsmaschine für industrielle Hardware

Feyer entwickelt KI-Systeme, die eigenständig neuartige industrielle Hardware entwerfen. Durch die Verbindung von KI-Methoden und physikalischen Simulationen sollen neue technische Konzepte schneller entwickelt und bewertet werden. „Seit mehr als zehn Jahren entwickeln wir KI-Systeme, die in der Grundlagenforschung eigenständig neue physikalische Experimente und Technologien entwerfen – von Quantensystemen und neuartigen Mikroskopen bis hin zu Gravitationswellendetektoren“, sagt Mario Krenn, Scientific Director bei Feyer und Professor für Maschinelles Lernen an der Universität Tübingen. „Mit Feyer übertragen wir diese Technologie in die industrielle Anwendung. Sie kann zu einem Schlüssel für unerwartete Hardware-Innovationen im europäischen Hochtechnologiesektor werden – von Laser-, Quanten- und Mikroskopietechnologien über die Mikrochipproduktion bis hin zu neuen Lösungen für den Energiebereich.“

Feyer GmbH

  • Gründer: Jonathan Klimesch, Sören Arlt, Prof. Dr. Mario Krenn
  • Beteiligte Institutionen: Exzellenzcluster Maschinelles Lernen: Neue Perspektiven für die Wissenschaft und Tübingen AI Center (beide Universität Tübingen)
  • www.feyer.ai

Peter Gehler, Professor für Machine Learning Engineering und Technologietransfer am Tübingen AI Center, der die Teams bei der Bewerbung unterstützt hat, sagt: „Dass zwei Teams aus unserem Umfeld zu den europaweit ausgewählten Projekten gehören, ist ein starkes Signal für den KI-Transfer in Tübingen. Unsere Forschung bringt nicht nur wissenschaftliche Spitzenleistungen hervor, sondern zunehmend auch Unternehmen, die das Potenzial haben, ganze Branchen zu verändern. Dieser Erfolg zeigt, dass das Innovationsökosystem in Tübingen hervorragend funktioniert.“

„Für den Forschungs- und Innovationsstandort Tübingen ist der Erfolg in der Next Frontier AI SPRIND Challenge ein weiterer Meilenstein beim Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in gesellschaftlich und wirtschaftlich relevante Innovationen“, sagt Professorin Dr. Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen. „Er zeigt zugleich unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit. Tübingen, wie ganz Baden-Württemberg, zählt inzwischen zu den dynamischsten KI-Standorten Europas: Allein im Startup-Netzwerk des Cyber Valley Innovationscampus sind über 100 KI- und Robotik-Startups aktiv – mit stetig wachsender Tendenz. “

 

Über SPRIND Challenges
SPRIND Challenges sind Innovationswettbewerbe, in denen die teilnehmenden Teams schnelle und unbürokratische finanzielle Unterstützung erhalten, um Lösungen für die großen gesellschaftlichen und technologischen Herausforderungen unserer Zeit zu entwickeln. In SPRIND Challenges treten die Teams in einem mehrstufigen Wettbewerb an. Am Ende jeder Stufe wird die Arbeit der Teams bewertet, und nur die besten Teams bleiben in der Challenge und erhalten weitere finanzielle Unterstützung. Zur Pressemitteilung der Bundesagentur für Sprunginnovationen

 

Nach der Pressemitteilung der Universität Tübingen