21.07.2026

Soapbox Science begeisterte Tübingen

Zwölf Forschende, ein paar Seifenkisten und ein neugieriges Publikum

Harini Sudha präsentiert ihre Forschung, sie ist Doktorandin bei Philipp Berens

 

  • Zum zweiten Mal in Tübingen: Zwölf nicht-binäre und weibliche Forschende brachten am 11. Juli 2026 Wissenschaft auf den Holzmarkt.
  • Wissenschaft auf der Straße: anschauliche zwölfminütige Vorträge und direkter Austausch mit Passant*innen.
  • Sichtbarkeit für weibliche und nicht-binäre Forschende: organisiert vom Max-Planck Institut für biologische Kybernetik und dem Team Equity der Universität Tübingen.

 

 

 

 

 

Am Samstag, den 11. Juli 2026, verwandelte sich der Tübinger Holzmarkt erneut in einen Treffpunkt für Wissenschaft und Öffentlichkeit. Bei der zweiten Ausgabe von Soapbox Science Tübingen präsentierten zwölf weibliche und nicht-binäre Forschende aus verschiedenen Einrichtungen der Tübinger Wissenschaftslandschaft ihre Arbeit mitten in der Stadt. Trotz Temperaturen über 30 °C blieben zahlreiche Besuchende stehen, um zuzuhören, Fragen zu stellen und mit den Vortragenden ins Gespräch zu kommen. Inspiriert von der Speakers' Corner in London ersetzt Soapbox Science den Hörsaal durch eine Seifenkiste: Die Forschenden sprachen direkt mit Passant*innen in zwölfminütigen Vorträgen – auf Deutsch oder Englisch, zwischen 13 und 16 Uhr. Jeder Vortrag wurde viermal wiederholt, sodass alle, die den Anfang verpasst hatten, einfach zur nächsten Runde bleiben konnten.

Wissenschaft zum Anfassen – mit Roboter und Fußball

Das diesjährige Programm deckte ein breites Themenspektrum ab – von Stressforschung, Hautgesundheit und Pflanzenimmunologie bis hin zu Neurowissenschaften, Robotik und Künstlicher Intelligenz. Um komplexe Inhalte greifbar zu machen, nutzten die Vortragenden Poster, Alltagsgegenstände wie einen Fußball – und sogar einen Roboter. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der offene Dialog mit einem vielfältigen Publikum. Die Forschenden setzten auf verständliche Erklärungen, luden zu Fragen ein und ließen sich auf spontane Gespräche ein. Alle Vortragenden hatten sich zuvor an einem Workshop darauf vorbereitet, ihre Forschung anschaulich und allgemeinverständlich zu vermitteln.

Auch die Sprecher*innen selbst zogen ein positives Fazit. Doktorandin Gesa Freimann vom Max-Planck-Institut für Biologie, die sowohl als Organisatorin als auch als Sprecherin beteiligt war, fasst den Tag so zusammen: „Soapbox Science war ein voller Erfolg. Es war großartig zu erleben, wie viele interessierte Menschen jeden Alters mit unseren Wissenschaftler*innen ins Gespräch kamen, und wie viel Begeisterung selbst für ein so unbekanntes Forschungsthema wie Archaeen geweckt werden konnte.“ Auch Lydia Kogler, Postdoktorandin des Universitätsklinikums Tübingen, war begeistert: „Ich fand das Event auch super organisiert. Das Publikum war sehr interessiert und das Event hat viele Personen angezogen. Fand ich toll.“

Mehr Sichtbarkeit für weibliche und nicht-binäre Forschende

Organisiert wurde Soapbox Science Tübingen auch in diesem Jahr vom Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik gemeinsam mit Team Equity der Universität Tübingen, finanziel unterstützt durch unseren Cluster. Die Veranstaltung möchte zeigen, wie vielfältig Wissenschaft heute ist und dazu beitragen, klischeehafte Vorstellungen vom Berufsbild der Wissenschaftler*innen aufzubrechen. Gleichzeitig bietet Soapbox Science den Sprecher*innen selbst eine Gelegenheit, sich zu vernetzen und Erfahrungen in der öffentlichen Wissenschaftskommunikation zu sammeln. Wer bei der nächsten Ausgabe mitorganisieren oder selbst vortragen möchte, kann sich gerne bei Susan Fischer und Monika Lam melden: soapboxscience.tuebingenspam prevention@gmail.com