"Jazz ist anders" schrieben die Ärzte 2007 als Titel auf ein Albumcover. Aber warum ist Jazz anders? Die Musik changiert zwischen Komposition und Improvisation, zwischen kanonischen Vorbildern und experimenteller Avantgarde, zwischen populärem Massenphänomen und exklusiver Kunst. Aus musikwissenschaftlicher Perspektive wird Jazz oft nur als Randphänomen wahrgenommen, dabei prägt der Dialog von Kunst und Gesellschaft das Genre erheblich. Die Saxophonistin und Komponistin Angelika Niescier ist zu Gast in Tübingen, um im Rahmen eines Workshops mit dem SFB Andere Ästhetik ästhetische Perspektiven auf Jazz zu diskutieren. Ein Konzert des NIESCIER / PORTUGAL DUO gibt eigene Impulse zu der Frage: Ist Jazz eine ,andere‘ Ästhetik der Moderne?
Die polnisch-deutsche Saxophonistin Angelika Niescier und die brasilianische Schlagzeugerin Mariá Portugal haben sich zusammengetan, und ihr Duo klingt weniger wie Musik und mehr wie eine schallwellenbetriebene Achterbahnfahrt durchs Weltall. Niescier, eine Saxophon-Zauberin mit preisgekrönten Fähigkeiten, und Portugal, ein Schlagzeug-Jongleur, der genauso gut Pop, brasilianische Rhythmen und Klänge spielt, die vielleicht Außerirdische anlocken könnten, zaubern ein Klanggewitter auf die Bühne, bei dem man nicht mehr sicher ist: Ist das ein Jazzclub, ein verrücktes Wissenschaftslabor oder gar eine andere Dimension? Gemeinsam entfalten sie ein musikalisches Gespräch, das von donnernd laut bis flüsternd leise in Sekunden wechselt, voller improvisierter Funken und wilder Wendungen.
1. Juli 2025 um 20 Uhr im Club Voltaire
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