16.06.2026
Austausch mit der Université de Limoges
Kurs: "Einführung in die Kulturwissenschaft Französisch"
Auszug aus dem Exkursionsbericht der Studierenden (Romanisches Seminar/ Einführung in die Kulturwissenschaften)
Zeitraum: 25.02.-05.03.2026|Dozent: Dr. Nicolas Heslault
Ein Tag zwischen Geschichte und Gedenken.
Der Freitag stand ganz im Zeichen der historischen Aufarbeitung und der deutsch-französischen Verbundenheit. Unser Programm begann am Vormittag mit einem Besuch im Musée de la Résistance. Das Museum bot uns tiefe Einblicke in das Leben und die schwierigen Lebensumstände der Zeitgenossen während der Besatzungszeit. Besonders die interaktiven Workshop-Bereiche ermöglichten es uns, Geschichte nicht nur passiv zu konsumieren, sondern aktiv nachzuvollziehen. Ein sehr bewegender Teil des Museums war die Sonderausstellung über das Schicksal von ausländischen Personen in Frankreich während des Zweiten Weltkriegs, die die Komplexität dieser Ära verdeutlichte. Nach der Mittagspause machten wir uns gemeinsam mit unseren Austauschpartner*innen auf den Weg nach Oradour-sur-Glane. Das Dorf, das nach dem Massaker der Waffen-SS am 10. Juni 1944 als Ruine und Mahnmal erhalten wurde, hinterließ bei uns allen einen bleibenden Eindruck. Mein Austauschpartner Lohan übernahm die Führung durch das Gelände und erklärte uns die historischen Hintergründe. Er schilderte uns eindrücklich, wie die SS-Division „Das Reich“ das Dorf umstellte, die Männer in Scheunen erschoss und die Frauen und Kinder in der Kirche einsperrte, bevor das gesamte Dorf niedergebrannt wurde. Es wäre gelogen, wenn man behaupten würde, dass dies nicht der emotional bedrückendste Moment der gesamten Tour war. Die Stille zwischen den Ruinen sprach Bände. Gleichzeitig hat dieser Ausflug unserer binationalen Gruppe jedoch einmal mehr vor Augen geführt, wie wichtig es ist, dass wir gemeinsam alles dafür tun, dass sich solche Gräueltaten niemals wiederholen. Es wurde uns allen bewusst, welchen hohen Stellenwert die deutsch-französische Freundschaft für ein friedliches Europa heute einnimmt.
Deniz Nadi