Für die mikroskopische Analyse von steinzeitlichem Bernstein verbrachte ich zwei Wochen in der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf in Schleswig, um die Bernsteinfunde aus der Fundstelle Ahrenshöft, Schleswig-Holstein, detailliert mikroskopisch zu untersuchen und zu dokumentieren. Die 220 Funde stammen aus dem späten Paläolithikum, sind also über 12.000 Jahre alt, und gehören damit zu den ältesten Bernsteinfunden aus Deutschland. Einige Artefakte zeigen einen fortgeschrittenen Bearbeitungszustand oder sind bereits fertiggestellt, wie zum Beispiel eine kleine Perle. Der größte Anteil des Materials sind jedoch Abschläge, die beim Bearbeiten des Bernsteins entstanden sind und welche hier auf ihre Bearbeitungsspuren untersucht wurden. Diese Werksabfälle sind für die zeitliche Einordnung der Fundstelle in Europa sehr selten, weswegen eine Untersuchung möglicherweise mehr Auskunft darüber geben wird, wie die nomadisch lebenden Menschen am Ende der letzten Eiszeit im Norden Deutschlands Bernstein bearbeitet und verwendet haben.
Dank der finanziellen Unterstützung des Unibundes e. V. konnte die Untersuchung spätpaläolithischen Bernsteins, sowie des ältesten Schmucks Schleswig-Holsteins, fortgesetzt und vertieft werden. Außerdem konnte dadurch die Kooperation und der fachliche Austausch zwischen der Universität Tübingen und der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf gestärkt werden.