Philosophisches Seminar

Forschung

Projekte

Aristoteles über die Seele und Sinnesmodalitäten: Der Austausch zwischen der Lateinischen und Griechischen Textüberlieferung von ´De anima´ und ´De sensu´

Zeitraum: 2026-2029                               

Verantwortlich: Klaus Corcilius

Dieses auf drei Jahre angelegte Deutsch-Flämische Forschungsprojekt (WEAVE, Leuven und UT) widmet sich der Erforschung des Austauschs zwischen der lateinischen und der griechischen Überlieferung von Aristoteles’ De anima und De sensu“. Ziel des Projekts ist es, den Einfluss der handschriftlichen Überlieferung mittelalterlicher lateinischer Übersetzungen von Aristoteles’ Naturphilosophie zu untersuchen sowie kritische Ausgaben dieser Übersetzungen zu erstellen, die in der Reihe Corpus Latinum Commentariorum in Aristotelem Graecorum veröffentlicht werden sollen.

Gefördert durch die DFG

Entstehung und Natur von Aristoteles' Konzeption praktischer Rationalität

Zeitraum: 2025-2028

Verantwortlich: Klaus Corcilius

Das Projekt untersucht Aristoteles’ Konzeption der praktischen Rationalität vor dem Hintergrund der kontrovers diskutierten Frage nach den Prinzipien menschlichen Handelns. Grundthese ist, dass Aristoteles die Prinzipien praktischer Rationalität nicht als allgemeine Sätze, sondern als kontingente kausale Ausgangspunkte für die Existenz bzw. Realisation menschlicher Werte bestimmt. Das Projekt untersucht sowohl die Entstehung als auch den Charakter von Aristoteles’ Konzeption praktischer Rationalität.

Gefördert durch die DFG

PrimAct – Primitive Handlungen: Was sie sind, warum sie bedeutsam sind, und ihre Anwendung in der Handlungstheorie

Zeitraum: 2024-2027

Verantwortlich: Hong Yu Wong; Claudio Tennie (Forschungsbereich für Urgeschichte und Naturwissenschaftliche Archäologie (UFG))

Are there primitive actions – behaviour which is agentive, but which does not derive from the agent’s reasons? Tyler Burge (2009) and Helen Steward (2009a, 2012) have argued that certain examples of animal actions fall into this category. This question is of great significance for the philosophy of action, which has focused on how action is rational behaviour that derives from reason and reflection. The case of primitive agency is thus striking in challenging the core tenet of reasons being necessary for action.

The existence of primitive actions would thus require a reorientation of the philosophy of action – with implications for key questions, such as whether a theory of action that is equally applicable to human and non-human animal action is possible. In light of this, we urgently need a systematic analysis of primitive action that would address the question of what primitive action is – in light of existing accounts of animal agency from action theory, animal behaviour research, and evolutionary theory. With primitive agency in mind, we need to re-examine the foundations of action theory. Finally, we can draw on what we learn from primitive agency and apply this to understanding animal agency and artificial agency. This project proposes to study primitive agency systematically, to reflect on its significance for action theory more generally, and to explore applications of a theory of primitive agency.

Gefördert durch die DFG

TIDA – Text und Idee von Aristoteles' Wissenschaft des Lebendigen

Zeitraum: 2022-2027

Verantwortlich: Klaus Corcilius

Ziel des Projektes ist eine neue Gesamtinterpretation von Aristoteles’ Wissenschaft lebendiger Dinge. Das Projekt bricht mit dem methodischen Interpretationsansatz, der die Forschung zu den so genannten „psychologischen“ Schriften des Aristoteles und insbesondere zu seiner berühmten Schrift “De anima" in den letzten fünf Jahrzehnten dominiert hat, und wonach diese Schriften der Philosophie des Geistes zuzurechnen seien. Entgegen diesem Trend will TIDA aufzeigen, dass es in De anima nicht um Philosophie des Geistes als solche geht; vielmehr geht es in De anima in ersten Linie um die Definition des ersten Prinzips einer viel umfassenderen Wissenschaft vom Lebendigen (Menschen, Tiere und Gewächse). Wie geht Aristoteles aus seiner eher biologischen Perspektive die Fragen und Probleme der Philosophie des Geistes an?

Gefördert durch das ERC

The sense of reality in perception: An intersubjective approach

Zeitraum: 2026-2028

Verantwortlich: Hong Yu Wong

There is more to perception than sensory contents: when we perceive the world, we also feel that the things we perceive are real and not, for example, merely imagined. We have a sense of reality. But what makes an experience feel real? In addition, many perceptual experiences are not merely individual, but socially shared. This project aims to provide a rigorous analysis of the sense of reality in perception and examine the role of intersubjectivity in supporting it.

Gefördert durch die Fritz Thyssen Stiftung

Tübinger Platontage

Die internationalen Tübinger Platon-Tage sind getragen von der Idee, die traditionsreiche Tübinger Platon-Tradition im In- und Ausland wieder verstärkt ins Bewusstsein der Fachwissenschaftler zu rufen und sie mit neuen Impulsen aus der zeitgenössischen Platonforschung zu beleben.

Die Tübinger Platon-Tage finden alle zwei Jahre statt. Die Themen der Tagungen orientieren sich an übergeordneten zentralen Fragestellungen zu Platons Dialogen und Philosophie, aber auch die Platonrezeption in Kaiserzeit, Spätantike und Renaissance sollen berücksichtigt werden.
Eingeladen werden sollen sowohl renommierte als auch jüngere einschlägig ausgewiesene Wissenschaftler aus dem In- und Ausland. Überdies sollen Doktoranden und Habilitanden aus Tübingen hier die Gelegenheit erhalten, ihre Forschungsergebnisse zu Platon und den Platonismus vor einem ausgewählten Fachpublikum zu präsentieren.

Die Studierenden der Universität Tübingen sind ausdrücklich zur Teilnahme an allen Vorträgen, Diskussionen und Lektürerunden eingeladen.