In meinem Promotionsprojekt untersuche ich eine allgemeine Konzeption mentaler Konflikte bei Aristoteles. Dabei gehe ich von folgenden Annahmen aus:
- Aristoteles hat ein umfassendes Interesse an mentalen Konflikten, das über den Fall der Willensschwäche (Akrasia) im engeren Sinne hinausgeht, und thematisiert verschiedene Formen solcher Konflikte.
- Mentale Konflikte spielen eine zentrale Rolle in seiner Handlungstheorie, da sie nicht nur die Frage betreffen, wie Handlungen zustande kommen, sondern auch, warum sie unterbrochen oder verhindert werden.
- Im Bereich der praktischen Rationalität geht es für Aristoteles wesentlich darum, Konflikte zwischen verschiedenen motivationalen Prinzipien zu bewältigen und zu regulieren.
In diesem Zusammenhang stelle ich folgende Fragen:
- Unter welchen Bedingungen entstehen mentale Konflikte?
- Welche psychischen Vermögen sind daran beteiligt?
- Bietet Aristoteles eine Erklärung für Formen mentaler Konflikte, die über Akrasia hinausgehen?