28.09.2026
Kopernikanische Wende in der Theologie?
Interdisziplinäre Tagung 28.09.-30.09.
In großen Teilen der zeitgenössischen Systematischen Theologie dominiert die Überzeugung, dass eine Grundlegung des Gottesbegriffs im Rahmen traditioneller metaphysischer Entwürfe, wenn nicht die Metaphysik als solche, in der Moderne nicht länger möglich ist. Im Zentrum dieses Paradigmas steht eine bestimmte Lesart von Immanuel Kants „Kopernikanischer Wende“ in der Kritik der reinen Vernunft: Dieser zufolge dürfen unsere Wissensansprüche über Gott und die Welt nur relativ zu unseren erkenntniskonstitutiven oder kulturellen Deutungskategorien Geltung beanspruchen. Gott und die Wirklichkeit sind auch nicht etwas, was von unseren Deutungs- und Erkenntnisleistungen unabhängig wäre und sich uns dennoch als solche zu erkennen gibt. Eine Systematische Theologie „nach Kant“ sollte sich entsprechend nur oder in erster Linie mit der Deutung von Selbst und Welt in christlich-religiösen Haltungen, Symbolen und Praktiken beschäftigen. Die Tagung stellt diese grundlegenden Thesen und ihre theologischen Konsequenzen auf den Prüfstand und beleuchtet in interdisziplinärer Perspektive sowohl die historisch-exegetische Adäquatheit als auch ihre sachliche Plausibilität.
Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie auf dem Flyer.