Tipps zum Durchführen eines Studienprojekts
Diese Seite beantwortet Ihre Fragen zu:
Themensuche und –auswahl
Wie komme ich zu einer guten Idee für das Studienprojekt?
→ Zuerst einmal könnten Sie sich z.B. die Frage stellen, ob es in den bisher besuchten Vorlesungen oder Seminaren ein Thema gab, das Sie besonders interessierte oder das Sie neugierig gemacht hat. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie das Thema selbst schon vorgestellt haben oder einer Ihrer Kommilitonen. Auch der Grund, aus dem Sie nach Tübingen gekommen sind, um Japanologie zu studieren, eignet sich womöglich. Wollten Sie z.B. schon immer mehr über japanische Religionen wie etwa den Shintō erfahren? Haben Sie sich schon intensiver mit der japanischen Geschichte auseinander gesetzt? Diese und ähnliche Fragen können Ihnen helfen, das Thema zu finden. Erstellen Sie eine Mind-Map oder eine Liste mit all den Themen, für die Sie sich interessieren und beginnen Sie dann, auszusortieren und vielleicht schon einmal nach Quellen zu suchen. Sie können sich natürlich auch mit Ihren Kommilitonen beraten, die vielleicht ähnliche oder verwandte Themen interessant finden. Möglicherweise können Sie sich gegenseitig helfen.
Wenn ich ein Thema wähle, muss es dann mit Kyōto zu tun haben?
→ Nein, natürlich nicht. Es sind nahezu alle Themen vorstellbar (natürlich später in Absprache mit dem jeweiligen Betreuer). Sie sollten nur darauf achten, dass es für Sie auch in Japan selbst noch möglich ist, an Literatur oder sonstige Quellen zu kommen.
Wie merke ich, ob mein Thema geeignet ist oder nicht?
→ Sie können sich bereits ein wenig mit dem Thema auseinander setzen und nach Literatur suchen. Wenn man entweder zu viel oder zu wenig Literatur findet, kann das ein Zeichen dafür sein, dass die Themenwahl zu eng oder zu weit gefasst ist.
Ist ‚Kimono in Japan’ eine gute Idee?
Nein, das Thema ist zu allgemein und es gibt keine klare Fragestellung.
Ist ‚Was glauben Japaner?’ eine gute Idee?
Nein, auch hier ist das Thema zu allgemein. Zudem muss man sich hier die Frage stellen, wie man die Arbeit mit diesem Thema durchführt, wo man nach Personen für seine Umfrage suchen will und was man bei einer solchen Umfrage alles beachten sollte (Geschlecht, Altersmischung etc.).
Ist ‚Die wirtschaftliche Situation der Töpfer in Kyōto in der Meiji-Zeit und neue Techniken der Keramikherstellung des 20. Jahrhunderts’ eine gute Idee?
Nein, denn genau genommen sind es zwei Ideen, die dann behandelt werden.
Betreuung
Wie suche ich mir einen Betreuer für das Studienprojekt?
→ Welchen Betreuer Sie für Ihre Arbeit haben, hängt von Ihrem Thema ab und dem Fachgebiet, in das es fällt. Prof. Antoni ist für kulturwissenschaftliche, Prof. Eschbach-Szabo für sprachwissenschaftliche, Prof. Horres für sozialwissenschaftliche und Dr. Meyer für geschichtswissenschaftliche Fragestellungen zuständig. Sollten Sie sich nicht ganz sicher sein, in welches Fachgebiet Ihr Thema fällt, erkundigen Sie sich einfach bei dem Betreuer, den Sie für zuständig halten oder fragen Sie bei Frau Dr. Ebi nach.
Was sollte ich schon gemacht haben/ wissen, bevor ich zu meinem Betreuer in die Sprechstunde gehe?
→ Sie sollten sich wirklich für Ihr Thema interessieren und sich bereits Gedanken gemacht haben zu einer möglichen Richtung, die Ihre Arbeit nehmen könnte. Es ist auch von Vorteil, wenn man bereits etwas zum Thema gelesen hat. Ansonsten kann man meist zu jedem Zeitpunkt der Arbeit kommen. Eventuell kann Ihnen der jeweilige Betreuer auch noch Anregungen geben zu einer Einengung oder Ausrichtung des Themas oder Hinweise zur Literatur.
Methoden
Ich habe eine gute Idee, was mache ich dann?
→ Sie sollten damit beginnen, sich mit dem Thema etwas vertrauter zu machen. Was gibt es z.B. für Literatur und welche Methoden sind generell geeignet dafür, d.h. recherchiere ich „traditionell“, suche ich also nach Büchern, Zeitschriftenartikeln und eventuell Internetquellen oder möchte ich eine Umfrage machen, ein Interview erstellen oder ähnliches?
Welche Methoden sind für das Studienprojekt zulässig?
→ Zulässig sind neben der Quellenarbeit mit Primär- und Sekundärliteratur auch sozialwissenschaftliche Methoden wie das Erstellen von Umfragen/Fragebögen und Interviews oder auch das Anfertigen von teilnehmenden Beobachtungen.
Literaturrecherche
Wie finde ich westlichsprachige Literatur zu meinem Thema?
- Bibliothek der Japanologie: Sie können einfach den Katalog benutzen oder – was allerdings nur hier und nicht in der Universitätsbibliothek möglich ist – eine Quersuche im Regal starten. Die Bücher sind nach Themengebieten geordnet, d.h. unter den Signaturnummern „210“ findet man beispielsweise Bücher zur Geschichte Japans.
Auch einige Zeitschriften sind an der Theke zu finden. Ältere oder selten nachgefragte Ausgaben können Sie über einen Hiwi aus dem Archiv zu bestellen. - Bibliothek des Tübinger Zentrums für Japanstudien: Sie können die Bestände einfach über den Katalog abfragen.
- Universitätsbibliothek: Auch hier ist natürlich die Suche im Katalog der erste Schritt. Nutzen Sie hier auch die Möglichkeit, nach Zeitschriften zu suchen.
- Zeitschriftendatenbanken: Möglich sind hier etwa die EZB (über Universitätsbibliothek bzw. Rechner im Universitätsnetz einsehbar) oder auch die Tübinger Zeitschriften.
- JSTOR: Über den Zugang zum Universitätsnetz und Zugriff auf JSTOR stehen Ihnen auch hier Zeitungsartikel zur Verfügung.
- Fernleihe: Es besteht die Möglichkeit über die Fernleihe Bücher von anderen Universitäten zu erhalten. Infos hierzu finden Sie hier.
- Quellen des Autors: Haben Sie bereits ein gutes Buch gefunden, können Sie natürlich auch im Literaturverzeichnis nachsehen und die Quellen verwenden, die der Autor selbst herangezogen hat.
- Internet: Wenn Sie Internetquellen nutzen, seien Sie vorsichtig und achten Sie darauf, ob die Seite vertrauenswürdig ist. Wer ist für den Inhalt verantwortlich? → Sehen Sie im Impressum nach.
Wie finde ich japanischsprachige Literatur zu meinem Thema?
- CrossAsia: Sie können ein Formular ausfüllen (Anfrage an: x-asiaspam prevention@sbb.spk-berlin.de), es bei Frau Jeisel in der Bibliothek der Japanologie einreichen und sich damit einen Zugang zu den zahlreichen Datenbanken von CrossAsia sichern. Hier finden Sie neben Artikeldatenbanken auch Zeitungsarchive oder auch besondere Lexika und Wörterbücher.
Wie finde ich heraus, welche Bücher es zu meinem Thema an der Dōshisha-Universität gibt?
- Über den Webopac der Dōshisha können Sie nach Literatur zu Ihrem Thema suchen. Wenn Sie dann vor Ort in Kyōto sind, können Sie die Bücher bestellen bzw. direkt ausleihen.
- Informationen über die Bibliotheken der Dōshisha finden Sie hier.
Planen Sie genug Zeit zum Lesen ein. Besonders das Lesen fremdsprachiger Literatur (englisch, japanisch) kann mitunter sehr viel Zeit in Anspruch nehmen.
Fragebögen, Interviews und teilnehmende Beobachtung
Was ist besser, ein offener oder ein geschlossener Fragebogen?
→ Seien Sie sich im Klaren darüber, was genau Sie wissen wollen, wenn Sie die Fragen erstellen. Sie können Ihre Fragen mit vorgegebenen Antworten versehen oder den Befragten die Möglichkeit geben, selbst eine Antwort zu wählen. Beides hat Vor- und Nachteile. Wenn Sie Möglichkeiten vorgeben, kann es Ihnen passieren, dass die Leute nicht das antworten, was sie denken, sondern auf eine vorgegebene Antwort ausweichen. Lassen Sie das Antwortfeld sozusagen frei, kann es passieren, dass die Befragten nicht genau wissen, was Sie als Antwort erwarten oder hören wollen und dann nachfragen.
Was muss ich mir überlegen, wenn ich eine Umfrage oder ein Interview durchführen möchte?
→ Wen genau wollen Sie befragen? Schüler? Studenten? Arbeitende Schicht? Wollen Sie bestimmte Berufe befragen? Welche Zielgruppe bietet sich für Ihre Fragestellung an? Dies alles sollten Sie vorher klären.
→ Wollen Sie Ihre Studie auch nach Geschlecht oder Alter oder vielleicht sogar Schulabschluss aufteilen? Dann sollten Sie diese Kriterien in der Umfrage ebenfalls abfragen.
→ Wie stellen Sie den Kontakt zu den Befragten her?
→ Wie viele Leute möchten Sie befragen/interviewen, damit Ihre Studie einigermaßen aussagekräftig ist?
→ Welches Ziel will ich mit den Fragen erreichen?
→ Wie viele Fragen sind zumutbar?
→ Wenn Sie einen japanischen Fragebogen/Interview erstellen, sollten Sie sich generell Hilfe von japanischen Muttersprachlern holen. Vielleicht kann Ihnen ja Ihr/e Tandempartner/in oder ihre Gastfamilie bei der Erstellung der Fragen helfen.
Was sollte ich speziell bei einem Interview beachten?
→ Vor dem Interview sollten Sie inhaltlich überprüfen (lassen), ob Sie alle Fragen problemlos stellen können. Fragen Sie auch hier einfach Ihre Gastfamilie oder japanische Freunde/Bekannte.
→ Sie sollten ein Aufnahmegerät mitnehmen, denn wenn Sie während eines Interviews notieren, könnte es den Fluss des Gesprächs stören. Zudem können Sie so nachher noch einmal kontrollieren, ob Sie tatsächlich alle Aspekte der Antwort aufgezeichnet haben. Fragen Sie aber immer vorher, ob Sie das Gespräch aufzeichnen dürfen.
→ Sie sollten das Interview, sobald Sie es in abgetippter Form schriftlich vorliegen haben, vom Befragten abzeichnen lassen. Er/Sie hat Ihnen Antworten gegeben, die in Ihrer Arbeit – wenn auch nur im kleinen Rahmen – später veröffentlicht werden. Er/Sie sollte wissen, was Sie geschrieben haben.
Was sollte ich speziell bei teilnehmender Beobachtungen beachten?
→ Was genau wollen Sie beobachten und nachher auswerten?
→ Worauf legen Sie Ihren Fokus?
→ Wie bewerten Sie das Gesehene?“
→ Vorsicht: Es sollten keine persönlichen Urteile in Ihrer wissenschaftlichen Arbeit auftauchen.
Dokumentationsformen
Muss ich für das Studienprojekt eine Hausarbeit schreiben?
→ Nein, es besteht auch die Möglichkeit, dass Sie einen wissenschaftlichen Blog gestalten, eine Website erstellen oder auch einen Film drehen. Für was Sie sich entscheiden, das hängt von Ihrem Thema ab und was sich am besten für die Dokumentation anbietet. Sollte Ihnen noch eine andere Dokumentationsform in den Sinn kommen, können Sie das mit Ihrem Betreuer absprechen.
Auf was muss ich achten, wenn ich die Hausarbeit schreibe?
→ Auf der Homepage der Japanologie finden sie sich sowohl eine Anleitung für das Verfassen schriftlicher Arbeiten als auch eine Checkliste, anhand derer Sie überprüfen können, ob Sie an alle Punkte gedacht haben.
→ Abgesehen von den Formalia, wie etwa Schriftgröße, Einteilung der Arbeit usw., ist besonders wichtig, dass Sie Ihren roten Faden nicht aus den Augen verlieren, während Sie Ihre Arbeit schreiben. Achten Sie auch darauf, die Antiplagiatserklärung beizufügen.
Wie sollte ein wissenschaftlicher Blog aussehen?
→ Sie können sich natürlich, wenn es sich für Ihr Thema anbietet, auch einen Blog verfassen. Dazu bieten sich etwa die Seiten Tumblr oder auch Wordpress an. Im Grund genommen sollte ein Blog nach den gleichen wissenschaftlichen Standards aufgebaut sein wie eine Hausarbeit auch. Sie benötigen zwar nicht die Einteilung in Einleitung, Hauptteil, Schluss, aber Sie sollten ein Literaturverzeichnis beifügen und generell darauf achten, dass auch eine solche Seite Arbeit bedarf. Beim Schreiben sollten Sie
- einen klaren Adressaten vor Augen haben (Wen genau wollen Sie ansprechen?)
- eine klare Aussage und
- ein klares Thema verfolgen.
Auch der Sprachstil sollte wissenschaftlich sein.