Slavisches Seminar

Kompetenzzentrum für Ost-, Südost- und Mitteleuropa (KOSME)

Termin

21.10.2026 | KOSME

Warschau – Kyjiv– Jerevan. Wie kommt die Stadt ins Buch?

Studium-Generale-Reihe "Eastern Cityscapes. Von der Ostesee bis zum Mittelmeer"

Ein Vortrag von Prof. Dr. Schamma Schahadat (Tübingen, Slavisches Seminar)

Datum :

21.10.2026 18:15 Uhr bis 20:00 Uhr

Veranstaltungsort :

Kupferbau • Hölderlinstr. 5 • HS 25

Referent/in :

Prof. Dr. Schamma Schahadat (Tübingen, Slavisches Seminar)

Literarische Texte können den städtischen Raum so exakt wie möglich abbilden oder ihn in einen phantastischen Raum verwandeln. Dabei wird die Großstadt vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Entstehungsort der großen Romane und des städtischen Narrativs, aber auch zum Zentrum literarischer und literaturpolitischer Aktivitäten. Während die großen Stadtromane über Paris (Victor Hugo), London (Charles Dickens), Dublin (James Joyce) oder Berlin (Alfred Döblin) oder sogar über Petersburg (Andrej Belyj) zum europäischen literarischen Kanon gehören, sind Romane über Warschau, Kyjiv oder Jerewan viel weniger bekannt. 

Anhand dreier Stadtromane (Bolesław Prus‘ Lalka / Die Puppe von 1889 mit Warschau im Zentrum, Valerian Pidmohylnyjs Kyjiv-Roman Misto / Die Stadt von 1928 und Mkrtitsch Armens Jerewan von 1931) wird der Vortrag sich dem ‘Raumdenken’ des Romans widmen, der affektiven und symbolischen Beziehung der Figuren zu der Stadt, die sie umgibt. In all diesen Romanen geht es, mehr oder weniger, um die Moderne, denn die Großstadt ist modern, und damit verbunden ist ein spezielles Personal (der Flaneur, der Passant, aber auch der Aufsteiger, die Prostituierte und im 20. Jahrhundert die Stenotypistin) sowie eine urban geprägte Wahrnehmung und damit ein neuer, nervöser Schreibstil, das Experiment.

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